Kriminalstatistik

Mehr Arbeit für die Hersbrucker Polizei

Landung in Bierkisten: An Silvester im vergangenen Jahr raubten zwei junge Männer mutmaßlich das Auto eines Hersbruckers. | Foto: T. Vogl2020/05/Auto-landet-in-Lagerhalle-03.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Die Hersbrucker Polizei hat die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vorgestellt. Zwar stieg die Zahl der Delikte etwas an, Anlass zur Sorge sei das laut Polizei jedoch nicht.

Gab es 2018 noch 994 Straftaten, riss die Zahl der Delikte im darauffolgenden Jahr die Tausendermarke: 1035 Straftaten registrierte die Polizei Hersbruck im vergangenen Jahr und kann damit dennoch zufrieden sein. Ein leichter Anstieg, aber im Rahmen der „üblichen Schwankungsbreite“, sagt Dienststellenleiter Bernhard Distler. Die Aufklärungsquote ging leicht auf 67,1 Prozent (2018: 68,9) zurück, ist damit aber immer noch identisch mit dem Bezirksniveau und über dem bayerischen Durchschnitt (65).

Auch die Zahl der Rohheitsdelikte stieg leicht auf 135 (2018: 123). Erfreulich sei aber, dass die schweren und gefährlichen Körperverletzungsdelikte zurückgegangen seien (22, 2018: 31). Leichte Körperverletzungen gab es dagegen wieder etwas mehr (113, 2018: 92).

Lange Finger

Was das Eigentum der Mitbürger anbelangt, haben sich die Menschen in der Hersbrucker Schweiz etwas öfter am Gut anderer vergriffen. Insgesamt kam es zu 237 Fällen von Diebstahl (2018: 227). 27 Mal hatte jemand im Laden zu lange Finger (2018: 23). Auch die Zahl der schweren Diebstähle stieg von 80 auf 98.

Zur Abgrenzung: Um einen schweren Diebstahl handelt es sich, wenn Täter auf dem Weg zur Beute einen Schutzmechanismus überwinden. Weiter handle es sich bei den erfassten Delikten nicht nur um vollendete Taten, sondern auch um Versuche, so Distler. Eine positive Entwicklung weisen die Daten zum Wohnungseinbruchdiebstahl auf. Hier verringerte sich die Zahl auf sieben (2018: zehn) und halbierte sich damit sogar im Fünfjahresvergleich. Insgesamt konnte die Polizei 30,8 Prozent der Eigentumsdelikte aufklären (2018: 33).

Die Fahrraddiebstähle beschäftigen die Polizei weiterhin. 54 Drahtesel wechselten unrechtmäßig den Besitzer (2018: 50), aufklären konnten die Beamten 13 Prozent der Diebstähle (2018:14). Schwerpunkte sind hier die Bahnhöfe, an denen sich die Täter an meist nicht oder nur spärlich gesicherten Rädern bedienen. Die niedrige Aufklärungsrate erklärt Distler damit, dass die wenigsten Fahrräder bei der Polizei registriert seien. In den meisten Fällen hätten die Besitzer nicht einmal Unterlagen zu ihren Gefährten.

Alkohol im Spiel

Die Sachbeschädigungen nahmen ebenfalls leicht zu: An Autos vergingen sich 68 Personen (2018: 59), sonstige Schäden richteten 58 Täter an (2018: 47). Distler bringt diese in den Zusammenhang mit Veranstaltungen und vor allem Alkoholeinfluss. Doch sei die Polizei gut gerüstet: Hier werde und wurde nach Festen mit Zivilstreifen kontrolliert.

Mit Drogendelikten war die Polizei 61 mal beschäftigt (2018: 56), hierbei habe es sich nahezu durchgängig um „weiche“ Drogen wie Cannabis gehandelt. Weiter habe die Hersbrucker Polizei landkreisweit mit die niedrigsten Zahlen. Größere Sorgen bereitet der Polizei die Kriminalität im Internet. Distler appelliert, nicht zu naiv im Netz zu sein und vor allem auf einen guten Virenschutz zu achten.

Für die Arbeit mit straffällig gewordenen Jugendlichen verweist Distler auf die Beamtin, die in Absprache mit Staatsanwaltschaft und Jugendamt die Teenager betreut. Gerade in Bezug auf Rauschgiftdelikte scheint dies auf den ersten Blick nötig zu sein, denn deren Zahl stieg von acht auf 28 im vergangenen Jahr. Distler erklärt jedoch, dass „in einem Fallkomplex mehrere Jugendliche des Konsums von Cannabis überführt wurden“ – also ein Joint in einer Gruppe die Runde gemacht hat, wodurch sich die Fälle häuften. Bei allen weiteren Delikten (unter anderem Sachbeschädigung, Körperverletzung und Beleidigung) verzeichnet die Polizei bei der Jugendkriminalität auch leichte Anstiege, die Zahl der Sexualdelikte ging leicht zurück (zwei, 2018: drei). Weiter werde wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt.

Neues Ende Mai

Zum wohl spektakulärsten Verbrechen 2019, dem Autoraub an Silvester, hält sich die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth noch bedeckt. Bis Ende Mai seien noch Termine für Vernehmungen angesetzt, sagt Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke auf Nachfrage der HZ. Frühere Auskünfte würden die Ermittlungen gefährden.

Zwei junge Männer im Alter von 20 und 22 Jahren hatten in der Nacht zu Silvester mutmaßlich das Auto eines Hersbruckers geraubt, verloren auf der Flucht Richtung Lauf bei Ottensoos die Kontrolle über den Ford und fuhren über einen Erdwall. Dadurch hob das Fahrzeug filmreif ab, flog durch die Wand des Getränkehandels Ziegler und blieb zwischen Bierkisten liegen.

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