Wann sollte man sich testen lassen?

Nicht hinter jedem Husten steckt das Coronavirus

Der Abstrich ist schnell erledigt - nur getestet wird nicht jeder. | Foto: zoka74/GettyImages2020/03/ffsfsdfdfd.png

NÜRNBERGER LAND – Nicht jedes Kratzen im Hals ist gleich eine Infektion mit dem Coronavirus. Doch wie unterscheidet man Influenza oder einen grippalen Infekt von Covid-19? Wann sollte man sich testen lassen – und vor allem von wem?

„Wer Symptome einer Erkältungskrankheit mit Halsschmerzen und Schnupfen verspürt, hat derzeit sehr wahrscheinlich noch keine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, sondern einen herkömmlichen grippalen Infekt“, sagt Dr. Uwe Drochner vom Staatlichen Gesundheitsamt des Landratsamts Nürnberger Land.

Trotz der raschen Ausbreitung des Coronavirus ist die Wahrscheinlichkeit immer noch wesentlich höher, sich mit anderen Erregern angesteckt zu haben. Daher empfiehlt der Mediziner: „Ruhe bewahren, zu Hause bleiben und auf die bekannten Hausmittel zurückgreifen: Inhalieren, viel trinken und dem Körper ausreichend Zeit zur Erholung geben.“

Zuerst beim Arzt anrufen

Anders sieht es aus, wenn jemand Symptome aufweist wie Fieber, Husten und Abgeschlagenheit und sich in letzter Zeit in einem vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatte. In diesem Falle gilt: Daheimbleiben und telefonischen Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen oder die Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116117) wählen.

Auf keinen Fall sollten Betroffene einfach eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen, um nicht möglicherweise andere Patienten anzustecken. Drochner: „Tests führen die Hausarztpraxen durch. Sollte eine Praxis nicht mehr testen, kann man eine Vertreterpraxis kontaktieren. Wenn Sie gar nicht mehr weiterkommen, können Sie gerne unser Bürgertelefon 09123/9506299 anrufen.“ Dann kann – bei begründeten Verdachtsfällen – ein Test über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst beauftragt werden. Das Gesundheitsamt testet nur in Ausnahmefällen.

Test nur bei Symptomen

Tests bei Personen, die in Risikogebieten waren, aber keine Symptome aufweisen, hält der Mediziner weder für sinnvoll noch für durchführbar: „Alle Rückkehrer aus Risikogebieten zu testen, wäre nicht leistbar. Es macht darüber hinaus auch keinen Sinn, denn Tests können negativ ausfallen, solange die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist.“ Symptome wie Fieber und Husten können auch bei einer „normalen“ Grippe (Influenza) auftreten – dann jedoch meist in Begleitung von weiteren Symptomen wie Müdigkeit, einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen, Schwindel und Kopfschmerzen. Sars-CoV-2, wie das Coronavirus korrekt heißt, kann zwar ähnliche Symptome verursachen, verläuft aber in den allermeisten Fällen ohne Schnupfen.

Aktuell zwölf Fälle

Aktuell gibt es im Landkreis Nürnberger Land zwölf Fälle von Covid-19 (vier mehr als vorgestern) – alle bislang ohne schweren Verlauf. Das hat das Landratsamt mitgeteilt.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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