Neuer Naturfriedhof in Osternohe

Letzte Ruhestätte zwischen Felsen und Bäumen

Projektleiter Bernd Vetter (links) und der Leiter des Forstbetriebs Allersberg Harald Schiller (rechts) von den Bayerischen Staatsforsten haben sich zum Unterzeichnen des Kooperationsvertrags mit Schnaittachs Bürgermeister Frank Pitterlein am Standort des künftigen Naturfriedhofs bei Osternohe getroffen. | Foto: Kirchmayer2020/11/Naturfriedhof-Osternohe-Vetter-Pitterlein-Schiller-bayr-Staatsf.jpg

OSTERNOHE – Ein bisschen gespenstisch präsentiert sich der Osternoher Schlossberg beim Fototermin mit Schnaittachs Bürgermeister Frank Pitterlein und Vertretern der Bayerischen Staatsforsten. Dichter Nebel hängt in den Bäumen, ihre Wipfel sind außer Sichtweite. Wieso die Staatsforsten dieses Areal für einen ihrer ersten Naturfriedhöfe auserkoren haben, ist aber trotz des tristen Wetters nachvollziehbar.

Die Felslandschaft des Schlossbergs gibt dem Waldstück eine eigene Note, Ruhe und Abgeschiedenheit findet man hier, die Anfahrt über die Straße zwischen Osternohe und Entmersberg ist dennoch keine He­rausforderung.
Gedacht ist der Friedhof, der auf rund 17 Hektar entstehen soll, nicht nur für Schnaittacher, wie Bernd Vetter, der Projektleiter „Stille Wälder“ der Staatsforsten, betont. Platz für mehrere Tausend Urnen soll entstehen, und zwar für Menschen aus nah und fern, die ihre letzte Ruhestätte mitten in der Natur finden wollen.

25 Jahre Grabnutzungsrecht

Die Staatsforsten bauen sich mit dem Projekt „Stille Wälder“ ein neues wirtschaftliches Standbein auf, der Friedhof soll sich mehr rechnen als eine forstwirtschaftliche Nutzung, so Vetter. Was ein Urnengrab kosten wird, steht aber noch nicht fest, es sei „zu früh, um über Preise zu reden“. Das Grabnutzungsrecht erhält man über mindestens 25 Jahre. Die Beträge, die die Kommune für Bestattungen erhält, seien überschaubar, so Bürgermeister Pitterlein.

Kein einziger Baum soll fallen

Das Areal im Besitz der Staatsforsten soll dabei so wenig wie möglich umgestaltet werden. Zwar sollen für Besucher zwei ungeteerte Parkplätze entstehen, dafür soll aber kein einziger Baum gefällt werden. Die Urnen selbst sollen ausschließlich aus heimischem Holz sein, sodass sie komplett verrotten. Auch ein Andachtsplatz für Trauerfeiern ist geplant, ebenfalls aus Holz, sowie schmale Waldwege und Ruhebänke.

Als die Staatsforsten mit dieser Idee vor rund zwei Jahren erstmals Kontakt mit der Marktgemeinde aufgenommen haben, habe man sich gleich dafür interessiert, sagt Schnaittachs Bürgermeister. Es liege bei Bestattungen mittlerweile im Trend, „in der Natur ein ruhiges Plätzchen zu finden“, und das Gelände am Schlossberg sei „eine Idylle, ein Natur-Kleinod“, so Pitterlein.

„Stille Wälder“

Solche attraktiven Flächen im Staatswald suchen die Staatsforsten für das Projekt „Stille Wälder“. Noch gibt es bayernweit gar keinen Naturfriedhof unter der Verantwortung der Staatsforsten, in Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) besteht ebenfalls bereits ein Kooperationsvertrag mit der Kommune.

Das Waldstück bei Osternohe bezeichnet Bernd Vetter als „perfekten Standort“. Wobei das Areal unabhängig von der neuen Nutzung weiterhin ganzjährig für Spaziergänger oder Wanderer zur Verfügung stehen soll.
Der Kooperationsvertrag zwischen Markt Schnaittach und Bayerischen Staatsforsten wurde am Montag unterzeichnet.

Rechtliche Arbeit

Rechtlich hat die Marktgemeinde noch etwas Arbeit vor sich, der Flächennutzungsplan für das Areal muss geändert werden, es braucht ein Bauleitplanverfahren – trotz der überschaubaren baulichen Maßnahmen sei das notwendig, wie Pitterlein betont. Der Marktgemeinderat stehe hinter dem Projekt.

Läuft alles wie geplant, könnte in rund einem Jahr die erste Holzurne im Waldboden bei Osternohe versenkt werden.

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