Jahresbilanz des Bund Naturschutz

Knapp 60 Hektar Bäume vor der Motorsäge gerettet?

Der Blick geht vom Waldgasthof am Letten Richtung Lauf: Dieses Waldstück zwischen der Straße nach Diepersdorf (rechts) und der Autobahn A9 muss vorerst nicht weichen. | Foto: PZ-Archiv/Fischer2021/05/gewerbegebiet-lauf-letten-fi-neu.jpg

NÜRNBERGER LAND – Aus der Sicht der Kreisgruppe Nürnberger Land des Bund Naturschutz (BN) war 2021 aus i ein erfolgreiches Jahr. Nicht nur seien bayernweit die Mitgliederzahlen in die Höhe gestiegen, so der BN in einer Pressemitteilung. Auch habe man erfolgreich Bannwald und Bäume in Altdorf, Lauf und Hersbruck retten können.

50 Hektar Bannwald habe man zum Beispiel im Landkreissüden in bei Röthenbach/Altenfurt erhalten können.„Der Sandabbau dort wurde im Raumordnungsverfahren gestoppt“, so Herbert Barthel, der Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BN. Auch acht Hektar wertvoller Bannwald bei Lauf am Letten dürften vorerst bleiben, weil das Laufer Unternehmen ABL seine Erweiterung nun nicht mehr im Laufer Lettenwald, sondern in Altdorf geplant hat.

Außerdem, hebt der BN in seiner Jahresbilanz weiter hervor, habe man sechs mächtige, über 250 Jahre alte Eichen in Hersbruck retten können. „Die Firma BMI fand nun nach neuen Planungen Kompromisse“, so der BN.

Neuer Höchststand an Mitgliedern

Als weiteren Erfolg verbucht der BN außerdem ein Plus an Mitgliedern: „Nicht zuletzt durch die schlimmen Flutkatastrophen in ganz Deutschland und die regionalen Auseinandersetzungen um Flächenverbrauch und Straßenbauprojekte ist der Klima- und Umweltschutz noch einmal mehr in das Bewusstsein von uns Menschen gelangt“, sagt Barthel.

Das wachsende Interesse an Umwelt- und Klimaschutz-Themen habe bayernweit die Mitgliederzahl um 6000 Personen auf den Höchststand von nun 261 000 Leuten wachsen lassen. Die Kreisgruppe hat nun 4800 Mitglieder, heißt es in der Pressemeldung.

Die Aktiven hätten auch 2021 alleine für den Schutz von Arten und wertvoller Natur im Landkreis wieder viele hunderte Stunden ehrenamtlich aufgebracht, zum Schutz von Erdkröten, Fröschen und Lurchen bei den frühjährlichen Amphibienwanderungen bis hin zur Biotoppflege im Herbst. Ähnliche Aktionen seien auch für 2022 geplant, blickt Barthel voraus.

ICE-Werk bei Feucht

Auch 2022 sei es weiterhin wichtig immer wieder als ein ‚grünes Gewissen‘ Natureingriffe anzuprangern und gleichzeitig Alternativen einzufordern, sagt der Vorsitzende weiter. Gerade auf der lokalen Kreis- und Ortsebene gebe es viele Stellschrauben und Möglichkeiten für einen konsequenten Umwelt- und Klimaschutz, unterstreicht Barthel.

Ein wichtiger Schwerpunkte in der Kreisgruppe und vor allem in der Ortsgruppe Feucht liege im fortdauernden Kampf um eine echte Nachhaltigkeit bei der Planung eines ICE-Werks im Raum Nürnberg, betont Barthel: „Einen Neustart der Planungen, die Wald- und Landschaftsschutz respektieren“, wünscht er sich.

„Unsere Aufgabe ist es, die Stimme zu erheben für den konsequenten Schutz von Wald und unversiegelten Flächen – dazu gehört, dass wir gemeinsam die Deutsche Bahn bewegen, die Planung eines ICE-Werks nachhaltig neu aufzustellen, und dazu gehört auch, dass wir das Projekt P 53 Juraleitung insgesamt und grundsätzlich sehr kritisch hinterfragen“, sagt Vorsitzender Barthel.

Quelle: BN

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