Bund Naturschutz informiert

Gefährdet das geplante ICE-Werk das Trinkwasser?

Reicht das Trinkwasser? Sorgen wurden bei der Kräuterwanderung auf dem geplanten ICE-Werksgelände in Harrlach/Pyrbaum geäußert. | Foto: Maik Stüben2022/03/BundNaturschutz.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Der Finsterbach aus Pyrbaum fließt durch das geplante ICE-Werksgelände bei Harrlach. Der Bund Naturschutz macht nun auf Bedenken aufmerksam, die mit einer Gefahr für das Trinkwasser einhergehen.

Kurz vor der Eröffnung des Raumordnungsverfahrens begrüßte Maik Stüben vom Vorstand Bund Naturschutz Pyrbaum/ Postbauer-Heng rund 50 Teilnehmer zu einer Wanderung mit Kräuterpädagogin Christine Garibasch in das geplante Gelände für das ICE-Instandhaltungswerk bei Harrlach/Pyrbaum.

Stüben hob die Wahl des Ausgangspunktes hervor, da der in Pyrbaum entspringende Finsterbach direkt durch das geplante Werksgelände fließt und zugleich Symbol für die Wasserproblematik sei, die sich bei Ansiedlung des Werks in der sehr trockenen Region mit bereits stark gesunkenen Grundwasserspiegeln noch zuspitzen werde.

Getränkehersteller warnen

Angesichts des enormen Wasserverbrauchs eines ICE-Instandhaltungswerks äußerte der ehemalige Geschäftsführer der Glossner-Bräu, Franz Xaver Gloßner senior, große Bedenken hinsichtlich der künftigen Trinkwasserverfügbarkeit und -qualität für sein Unternehmen und weitere Getränkehersteller, die das Wasser aus den Tiefen der Region gewinnen. Der Bund Naturschutz ruft daher dazu auf, diese und weitere berechtigte Interessen in zahlreichen Einwendungen gegen das Vorhaben der Bahn in das Raumordnungsverfahren einzubringen. Zudem würden auch Sammeleinwendungen vorbereitet, die in Pyrbaum und der Region an Info-Ständen unterschrieben werden können, so Maik Stüben.Drei Kilometer langes Gelände

Christine Garibasch führte ihre Zuhörer am Finsterbach entlang unter der A9 und der ICE-Trasse auf das geplante Werksgelände, das sich dort nach dem Willen der Deutschen Bahn über eine Länge von mehr als drei Kilometern und einer Breite von 500 Metern erstrecken soll.

Artenvielfalt im Wald

Im Wald erläuterte Garibasch fachkundig die Artenvielfalt in den verschiedenen Etagen des Waldes von den vielfältigen Moosarten und Zeigerpflanzen am Boden bis zur „Penthouse“-Etage in den noch sehr wenig erforschten Baumwipfeln. Pilzmyzele mit ihrer wichtigen Versorgungsfunktion für die Bäume könnten eine Größe von mehreren Quadratkilometern und ein sehr hohes Alter erreichen. Mit ihren Geschichten zum Brauchtum bezüglich der Verwendung von Pflanzen und Kräutern und den Ursprüngen ihrer Wortbedeutungen zog die Kräuterpädagogin ihre Zuhörer an den verschiedenen Stationen in den Bann.

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