Holzkunst bei Schnaittach

Eine „Träumerei“ am Rothenberg

Student Philipp Oebius zeigt in der Abendsonne das ungewöhnliche Konstrukt am Rothenberg. | Foto: Schuster2020/07/geodatische-kuppel-rothenberg.jpg

SCHNAITTACH – Ein Kunstwerk oder ist dies ein Schwarzbau? Diese Frage stellten sich in den vergangenen Wochen viele Wanderer, die eine ungewöhnliche Holzkonstruktion etwas abseits der Skiwiese am Schnaittacher Rothenberg erblickten.

Keiner konnte sich einen Reim darauf machen, mancher vermutete bereits die Vorbereitung auf die kommende Wintersaison. Dabei ist die richtige Antwort: es ist ein Kunstwerk.

Auf dem privaten Wiesengrundstück unterhalb der oberen Liftstation haben sich zwei Schnaittacher Jungarchitekten ausgelebt und hier, bewusst provozierend, unter Mithilfe von Freunden ein Gebilde in die Landschaft gestellt. Milan Schlenk hat den Master of Arts der Architektur bereits in der Tasche und arbeitet derzeit in München und Philipp­ Oebius ist derzeit noch im Studium an der Technischen Hochschule in Nürnberg.

Temporäre Kunst

Sie wagten sich an eine, wie Schlenk es nennt, temporäre Skulptur. Tatsächlich ist es aber eine geodätische Kuppel, deren Konstruktion aus einer Gitterschale von Dreiecken besteht. Geodätische Kuppeln zeichnen sich durch ihre hohe Stabilität sowie ihr günstiges Verhältnis von Material zu Volumen aus.

Zum Bau dieser Kuppel verwendeten die beiden Architekten Akazienholz. 35 kurze und 30 längere Latten wurden mit Steckverbindungen zusammengefügt.

Jeder macht sich Gedanken

„Für mich ist es eine Träumerei, ein Experimentieren und eine Hommage an das freie Gestalten“, sagt Schlenk. Jeder, der daran vorbeiläuft, mache sich zwangsläufig Gedanken. Schon allein dadurch habe die Skulptur ihren Zweck erfüllt. Die beiden Architekten haben sich nach eigenen Angaben bewusst dazu entschieden, dieses Bauwerk nicht zu deklinieren und dadurch den Geist des Ortes auf den Betrachter wirken zu lassen.

Schlenk spricht bewusst auch von einen „Instagrammable Place“, also einer Stelle, die sich für Fotos eignet, und zieht Parallelen zur Festung Rothenberg, die immer häufiger in dem sozialen Netzwerk Instagram auftaucht.

Die beiden jungen Architekten sind überzeugt, dass Schnaittach selbst ein Magnet für sanften Tourismus sein könnte. Beide blicken dementsprechend positiv in die Zukunft, wohl wissend ,dass es für die Wiederbelebung des Schnaittacher Tourismus eine ganze Reihe visionärer Ideen braucht. 

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