Vom Altlandrat bis zum früheren FCN-Präsidenten

Bekannte Bürger werben für Impfung

Corona-Impfungen sollen nicht nur den Einzelnen schützen, sondern auch die Gesellschaft. Das betonen alle bekannten Landkreisbewohner, mit denen die Pegnitz-Zeitung gesprochen hat. | Foto: Kirchmayer2021/04/Corona-Impfung-fur-online-Impfpass-Juliane-Brandmuller-kir-scaled.jpg

Nürnberger Land – Sollte man sich gegen das Coronavirus impfen lassen? Die Pegnitz-Zeitung hat bekannte ältere Landkreisbewohner gefragt.


„Es war für mich festgestanden, dass ich mich impfen lasse“, sagt Fritz Körber, der ehemalige stellvertretende Bezirkstagspräsident und Schwaiger Altbürgermeister. Seine erste Impfung hat er schon hinter sich, die zweite folgt im Mai. Körber sagt, ein Freund vom ihm habe sich im Laufer Krankenhaus mit dem Coronavirus angesteckt und sei daran gestorben.


Doch mit der Impfung will sich der 81-jährige Behringersdorfer nicht nur selbst schützen. „Ich fühle mich den anderen gegenüber verpflichtet“, sagt Körber, der sich seit seinem politischen Ruhestand durch viele Reisen nach Charkiv (Ukraine) und Oradour-sur-Glane (Frankreich) um ein geeintes Europa bemüht.


Von Impfungen hält Körber seit jeher viel. Als er ein Kind war, hatte sein Pfarrer Polio (Kinderlähmung) und saß deshalb im Rollstuhl. Bei Kindern gehört die Impfung gegen Polio längst zum Standard. Angetan ist Körber vom Personal im Impfzentrum, das er als sehr freundlich empfunden hat.


„Jederzeit wieder“


Diese Erfahrung teilt auch Juliane Brandmüller. Die Seniorchefin der Pegnitz-Zeitung hat bereits beide Impfungen hinter sich, sie war am 15. Januar eine der ersten im Röthenbacher Impfzentrum. „Ich würde mich jederzeit wieder impfen lassen“, sagt die 81-Jährige.


Die Lauferin erhielt den Impfstoff von Biontech, hätte aber ohne Weiteres auch das Produkt von AstraZeneca genommen, wie sie betont. Nach der zweiten Impfung hatte sie etwas Schüttelfrost, aber halb so wild: „Ich bin keiner, der rumjammert.“


Brandmüller fühlt sich besser, seit sie geimpft ist. „Ich habe eine innere Sicherheit“, wie sie es ausdrückt.

Professionelle Abläufe im Impfzentrum


Auch für Michael A. Roth war die Impfung selbstverständlich. „Man kriegt dieses Virus nur durch Impfen in den Griff“, sagt der frühere FCN-Präsident, der in Rückersdorf lebt. Er hat bereits beide Spritzen erhalten.


Die Abläufe im Röthenbacher Impfzentrum erlebte der frühere Unternehmer, der mit Teppichen reich wurde, als sehr professionell, sein Arzt sei sehr freundlich gewesen und habe ihn gut beraten. „Das Impfen habe ich fast nicht gespürt“, sagt der 85-Jährige, früher habe das schon gepikt, heute merke man es kaum. Am nächsten Tag habe der Arm ein bisschen gejuckt, mehr nicht.


„Es ist angenehm, zu wissen, dass man höchstwahrscheinlich nicht angesteckt werden kann und auch andere nicht anstecken kann“, sagt Roth und wirbt dafür, dass sich möglichst jeder impfen lässt. Kritik übt er an der Bundesregierung und an der Politik der EU. Berlin und Brüssel hätten sich „dumm angestellt“ und zunächst für viel zu wenig Impfstoff gesorgt. „Wir könnten längst alle geimpft sein und hätten das Virus im Griff“, sagt Roth.

Erster Termin wurde abgesagt


„Jeder, der ein bisschen Gewissen gegenüber seinen Mitmenschen hat, sollte sich unbedingt impfen lassen“, fordert Manfred Alfes, der Ehrenvorstand des SK Lauf. Der 81-Jährige hatte bereits am 7. Januar einen Termin und war frustriert, als dieser aus Mangel an Impfstoff zwei Tage zuvor abgesagt wurde. Erst am 21. Februar bekam er die erste Spritze.


„Ich war überrascht von der Freundlichkeit“, sagt Alfes über das Personal im Impfzentrum, angefangen mit dem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Er hat sich auch gut beraten gefühlt, der Frust über den ersten geplatzten Termin war da schnell verflogen.


Von der Impfung selbst hat Alfes nichts gespürt, wie er sagt. „Ich vertraue den Virologen und fühle mich sicher.“ Dennoch hält sich der 81-Jährige nach wie vor an die Abstands- und Hygieneregeln.

Altbürgermeister schon zweimal geimpft


Auch der Ehrenkreisbrandinspektor und Neunkirchener Altbürgermeister Roland Goldhammer hat bereits beide Impfungen bekommen. „Ich war überrascht, wie problemlos das abgelaufen ist“, sagt der 84-jährige Speikerner. Dass er sich impfen lässt, stand für ihn fest. „Ich wollte doch meine Enkel und meine anderen Familienangehörigen wieder treffen“, sagt er. Jetzt fühlt er sich wieder sicher.

Nebenwirkungen hat Goldhammer nicht festgestellt, nur die leichten Schmerzen im Arm, die er auch von der jährlichen Grippe-Impfung kennt. Auch Goldhammer wirbt für das Impfen: „Nur so können wir doch die Pandemie bekämpfen“, betont er.


Eine kuriose Geschichte hat Helmut Reich zu erzählen. Der Altlandrat hatte sich online registriert und fuhr Anfang Februar nachmittags nach Röthenbach, um sich das Impfzentrum vorab schon einmal anzuschauen. Damals wurde dort nur bis 16 Uhr geimpft.

Durch Zufall zur Impfung


Als Reich vor dem Gebäude stand, öffnete sich ein Fenster und ein Mitarbeiter der Malteser sprach ihn mit Nürnberger Akzent an: „Wollen S‘ no geimpft wer’n?“ „Scho, aber ich hab kan Termin“, entgegnete der Altlandrat. Daraufhin fragte der Mitarbeiter im Impfzentrum, ob Reich schon 80 Jahre alt sei. Es war gegen 16 Uhr, man habe noch drei Dosen, zwei davon für zwei Polizisten, eine wäre übrig. Und Reich hatte seinen Ausweis und seinen Impfpass dabei. „Das ist sehr erfolgreich gelaufen, aber durch reinen Zufall“, sagt der 82-Jährige.


Die Spritzen, mittlerweile bekam er auch die zweite, hat der Altlandrat aus Heuchling gut vertragen. Auch er hofft darauf, dass sich die Pandemie auf diesem Weg bekämpfen lässt: „Wenn sich viele impfen lassen, kann man viel erreichen.“

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