Stichwahl in Feucht

Aus 5 mach 2

Oliver Siegl (CSU) verfolgt das Kopf-an-Kopf-Rennen neben seiner Frau am Laptop. | Foto: Christian Geist2020/03/Feucht-Wahl-Siegl-scaled.jpg

FEUCHT – Auch hier kommt es zur Stichwahl. Nur 1,7 Prozent trennen Oliver Siegl (CSU) und Jörg Kotzur (SPD) voneinander.

Franken, Freie Wähler und UCS, die drei Kleinen des Marktgemeinderats, hatten alle einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl gestellt. Doch keiner hat am Wahlabend entscheidend punkten können. Stattdessen gehen Oliver Siegl (CSU) und Jörg Kotzur (SPD) in die Stichwahl. „Bei fünf Kandidaten war klar, dass der Weg über eine Stichwahl führen wird“, sagt Siegl unmittelbar nach der Entscheidung, die er mit Familie und Parteifreunden im More verfolgt. „Ziel des heutigen Tages war, sich gut zu positionieren“, meint Siegl, „aber der Vorsprung ist natürlich nicht so groß, dass man schon von einem sicheren Polster sprechen kann“. Er geht davon aus, dass dies bei der Stichwahl in zwei Wochen nicht anders sein wird. „Das wird kein eindeutiges Ergebnis.“

Birgit Ruder mehr Stimmen zugetraut

Dass Kotzur und er im ersten Wahlgang so deutlich davonziehen, hatte Siegl nicht erwartet. Stattdessen hätte er Birgit Ruder, der Kandidatin der Freien Wähler, aufgrund deren ambitionierten Wahlkampfs mehr Stimmen zugetraut. Seinen eigenen Wahlkampf hat er aufgrund der Corona-Epedemie komplett zurückgefahren. Ein Besuch von Innenminister Joachim Herrmann ist abgesagt, Infostände ebenso. Der Wahlkampf verlagert sich also ins Netz. Doch zu viel möchte Siegl in diesem Bereich auch nicht unternehmen, denn „die Penetration in der letzten Zeit war schon sehr hoch“. Außerdem hätten sich die meisten Wähler ihre Meinung inzwischen gebildet.

Die Feuchter SPD-Chefin Inge Jabs gratuliert Jörg Kotzur (SPD) zu seinem Ergebnis. Foto: Christian Geist2020/03/Feucht-Wahl-Kotzur-scaled.jpg

Sein Gegenüber, der parteilose, von der SPD aufgestellte Jörg Kotzur, verzichtet ebenfalls auf sämtliche Wahlkampfveranstaltungen. „Öffentliche Veranstaltungen wären nach außen ja gar nicht zu vertreten“, sagt er am Rande einer kleinen Feier der SPD in der Pizzeria Rocco. Auf Instagram und Facebook allerdings will er weiter um Wählerstimmen werben. Sieht er den Wahlkampf auf diesen Plattformen doch als einen Hauptgrund für seinen Erfolg. Mit den erreichten 37 Prozent ist Kotzur vollauf zufrieden. „Da hat sich der ganze Aufwand wirklich gelohnt.“ Für die Stichwahl prognostiziert auch er ein „Kopf an Kopf-Rennen“. Die Differenz sei schließlich marginal.

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