Abitur-Zeugnisse so gut wie selten

Jeder Dritte mit einer Eins vor dem Komma

Ann-Kathrin Götz (2. von links) erhält als Jahrgangsbeste als Erste ihr Zeugnis. | Foto: Antonia Kourtides2021/07/Altdorf-Abitur-1-scaled.jpg

Trotz Corona konnten Abiturienten, Eltern und Lehrer des Leibniz-Gymnasiums Altdorf gemeinsam die Zeugnisvergabe in der St. Laurentius-Kirche feiern.

Eltern fotografieren und filmen, die Jugendlichen schick angezogen, die Haare frisiert. Die Stimmung ist freudig entspannt. Lange wussten Schule und Abiturienten nicht, in welchem Rahmen die Veranstaltung stattfinden kann. In ihrer Rede sagt Schulleiterin Dr. Konstanze Seutter: „Bis Ende Juni sah es so aus, als müssten wir in einem sehr kleinen Rahmen feiern.“

Jetzt konnten je zwei Begleitpersonen zusehen, wie die 95 Abiturienten ihre Zeugnisse erhielten. Die Eltern saßen getrennt mit Sicherheitsabstand, die Schüler testeten sich wie im Unterricht vorab und konnten ohne Mindestabstand zusammensitzen. Und so kam nach einer sehr außergewöhnlichen Schulzeit in der Oberstufe mit der Zeugnisvergabe in der St. Laurentius-Kirche etwas Normalität zurück. Ohne die Masken hätte man Corona glatt vergessen können.

Vor der ersten Sitzreihe bauten die Schüler ein kleines Fernsehstudio mit Regie und Tontechnik auf. Mit mehreren Kameras übertrugen sie die Verleihung nicht nur auf die Leinwand in der Kirche, sondern auch als Live-Stream ins Internet. Für alle, die selbst nicht dabei sein konnten. In der Rede von Gisela Schnappauf, Oberstufenkoordinatorin, erfuhren die Gäste, dass über 30 Prozent der Abiturienten mit einer Abiturnote von 2,0 oder besser, und fast 15 Prozent sogar mit einer Note 1,5 oder besser abschlossen.

Corona ist wie eine Mathestunde

Abi-Prüfungen und Pandemie konnten keinem der Beteiligten den Humor nehmen. Gerade in der Rede von Schülersprecher Mustafa Cerikci gab es viel zu lachen. Er verglich Corona mit einer Mathestunde, da beides kein Ende zu nehmen schien. Anders als Konstanze Seutter und Gisela Schnappauf zitierte er keine Schriftsteller und Künstler, sondern Bilbo Beutlin aus „Herr der Ringe“. Zwischendrin gab es auch kurz ernste Worte: „Uns stehen viele Türen für die Zukunft offen und ich hoffe, dass wir uns gegenseitig nicht allzu schnell vergessen werden.“

Außer bei seinen Mitschülern, Lehrern und der Schulleitung bedankte er sich für die gestrichenen Klausuren, die seiner Vermutung nach ihren Teil zu dem guten Abi-Schnitt beitrugen, und beim Klettverlag dafür, dass die Lösungen der Aufgaben online abrufbar waren.

Zwischen den Reden und Grußworten spielte die Big Band der Schule und zwei der Abiturientinnen sangen für die Anwesenden ein Lied. Danach übergab Schulleiterin Seutter die Zeugnisse an die Abiturienten. Häufig erhielten die Schüler neben ihrem Zeugnis weitere Auszeichnungen für besondere Anstrengungen. Jeder einzelne Name wurde genannt, ein Foto von einer Fotografin geschossen, und auf der Leinwand über ihnen erschien neben einem Live-Video ein Foto aus Kindertagen. Vom Elternbeirat erhielt jeder eine Rose.

Schulleiterin Seutter fasste in ihrer Rede die letzten zwei Jahre, die schönen Momente, aber auch die Herausforderungen zusammen. Sie analysierte das Abiturmotto „Wasabi – mit Abstand der schärfste Jahrgang aller Zeiten“ und gab den Abiturienten mehrere Ratschläge mit auf den Weg: „Packen Sie die Lösung für Ihre Probleme an, die Ihnen in den Sinn kommt. Wenn es der falsche Weg war, werden Sie es merken und dann probieren Sie eine andere Lösung.“ Für die Zukunft wünschte sie ihnen viel Kraft und Ausdauer, sie ist aber zuversichtlich, denn sie hat die Schüler „in den letzten beiden Jahren als selbstsichere junge Menschen kennengelernt, die zielstrebig ihren Weg gehen.“

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