Jubiläum Kirchenchor Pommelsbrunn

80 Jahre und kein bisschen leise

Der Jubelchor setzte mit „Ich will den Herren loben allezeit“ den ersten Akzent im Konzert. | Foto: F. Müller2019/12/Jub.Konzert-Kirchenchor-Pommelsbrunn-Der-Jubelchor.jpg

POMMELSBRUNN – „Dieses Jubiläum von 80 Jahren bedeutet eine Seltenheit in der Gemeinschaft der evangelischen Kirchenchöre.“ Das Fazit von Reinhold Meiser, Präsident des Landesverbands evangelischer Kirchenchöre in Bayern, überstrahlte ein fulminantes Kirchenkonzert. Die musikalische Vielfalt der kirchlichen Chöre bot in der St. Laurentiuskirche den Gästen ein hörenswertes Programm. Und nicht nur der Chor an sich, sondern viele seiner langjährigen Mitglieder wurden für ihr Wirken geehrt.

Das Begrüßungslied des Jubelchors „Ich will den Herren loben allezeit“ unter der Leitung von Deborah Reichel beschrieb die Grundlage des Chors. Die Gratulanten aus Politik und Kirchenbereich sowie die Mitwirkenden hieß Pfarrer Johannes Schroll mit einem kurzen Rückblick auf die Geschichte willkommen. Die Widrigkeiten im Jahr 1939 seitens des Staates mussten überwunden werden. Das Durchhalten all die Jahre war bestimmt von den Chorleitern, seit 17 Jahren ist Deborah Reichel nicht mehr wegzudenken.

Diese führte mit viel Temperament und Ausdruckskraft gleich ins weitere Programm mit zwei Weihnachtsweisen vom Stall in Bethlehem und dem geschehenen Wunder. Auf der im Altarchor angebrachten Stufenbühne stellte sich der katholische Kirchenchor auf. Markus Weinländer dirigierte zwei Lieder, angelehnt an Psalm 31 mit Gottvertrauen und einem Danklied von Georg Friedrich Händel.

Advent als Schiffsladung

Zur Abwechslung intonierte der örtliche Posaunenchor unter Leitung von Philipp Wild zwei adventlich einfühlsame Weisen. Als weltlicher Gast folgte der Männergesangverein (MGV) mit Einhard Lauffer-Königer mit der Deutung des Advents als Schiffsladung und der Dornwaldsaga auf Mariens Weg. Die Bläser hielten sich mit der „Tochter Zion“ an die Adventszeit, ließen dann das „Winter Wunderland“ mit schmeichelnden Tönen erahnen. Gottes Friede beim „Dona Pacem Domine“ und dem „Ros“ trug der MGV vor.

Die Aufforderung des katholischen Kirchenchors, „Nachtigall wach auf“, war eine weltliche Sicht des Advents, während die Sorge von Josef schon das Geschehen im Stall beschrieb.

Viel Lob

Landrat Armin Kroder lobte das fulminante Konzert von Gruppen ausschließlich aus dem Ort. Er wünschte sich, dass der Chor auch zukünftig wirken solle und Sängernachwuchs bekomme. In die gleiche Kerbe schlug Bürgermeister Jörg Fritsch mit der Feststellung, dass die musikalische Begleitung des Kirchenjahrs unentbehrlich sei. Evelyn Herger vom Kirchenvorstand war ebenfalls von der Qualität des Chors überzeugt. Sie lobte den zeitlichen Einsatz bei Proben und Auftritten und bestätigte Respekt und Anerkennung der Gemeinde.

Die Dirigentin sprach von der Aufgabe, mit den Stimmen des Chors den Texten Ausdruck und Empfindungen zu verleihen. Aus dem Herzen kämen die Lieder von Freude bis zu Trauer. Die viele Zeit dafür sei nicht verloren, sondern wertvoll. Sichtlich berührt zog sie den Vergleich mit einer Rose, wie sie im Märchen vom „kleinen Prinz“ geschildert ist.

Aber nicht nur der Chor, sondern auch viele Sänger hielten fast ihr Leben lang Treue zum Singen für Gott. So hatte er einen ganzen Stoß Ehrenurkunden mitgebracht. Zusammen mit dem Kirchenvorstand verteilte er die Anerkennung für zehn, 15, 25, 30, 40, 45, 50 und zuletzt 55 Jahre an fast den ganzen Chor. Die Chorleiterin erhielt die Ehrung und ein Präsent für 15 Jahre.

Zarter Sologesang

Das restliche Konzertprogramm versah der evangelische Kirchenchor dem Anlass gemäß mit dem Hymnus „Jauchzet dem Herrn“ und einem Blick auf Bethlehems Felder. Eine zarte Neuheit gab es beim „Machet die Tore weit“ mit dem Sologesang von Vanessa Mergenthaler neben dem Chor und am Klavier begleitet von Jonathan Pilhofer.

Ebenso neu war der sängerische Abschluss mit einem Projektchor. Dieser war zusammengestellt von den beiden kirchlichen Chören und etlichen sangesfreudigen Menschen. Die so erreichte mächtige Fülle lobte den sängerischen Grund beim „Ich will dem Herrn singen“ und „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Bei dieser Komposition von Johann Pachelbel wechselten sich Gesang und Musik der Bläser sowie des Pianisten zu einem eindrucksvollen Hörgenuss ab.

Zum kirchlichen Abschluss dankte Pfarrer Johannes Schroll für ein einmalig großartiges Kirchenkonzert. Die Spenden, anstelle von Eintritt erbeten, werden für die Sanierung der Kirche genutzt. Nach seinem Segen stimmten Projektchor und Posaunenchor mit der Gemeinde in das Lied „O du fröhliche“ ein.

N-Land Franz Müller
Franz Müller