Falter im Fokus

Mitmachaktion des LBV: Schmetterlinge in Gefahr?

Heruntergefallenes Obst steht ganz oben auf dem Speiseplan des Admirals.
Heruntergefallenes Obst steht ganz oben auf dem Speiseplan des Admirals. | Foto: Hans-Joachim Fünfstück/LBV2026/08/q80-f460x358-1024x726-1.webp

NÜRNBERGER LAND – Bayerns Schmetterlingssommer läuft auf Hochtouren: Mit Schwalbenschwanz, Taubenschwänzchen und Admiral sind derzeit alle drei Arten aktiv, mit denen sich der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) im Rahmen des Projekts „Falter im Fokus“ beschäftigt.

Hitze und anhaltende Trockenheit könnten sich negativ auf die bunten Sommerflieger auswirken. Um mehr darüber herauszufinden, bittet der LBV deshalb alle Bürgerinnen und Bürger im Freistaat um aktuelle Meldungen der Fokusarten.

Bereits im Frühsommer berichteten viele Fachleute aus verschiedenen Regionen Bayerns von – verglichen mit den Vorjahren – geringen Individuenzahlen zahlreicher Schmetterlingsarten. Die anhaltende Hitze und Trockenheit könnten sich nun zusätzlich auf Bayerns Schmetterlinge auswirken. „In vielen Regionen Bayerns scheinen momentan zwar viele verschiedene Schmetterlingsarten vorzukommen, allerdings teilweise nur in geringer Anzahl“, erklärt LBV-Schmetterlingsexperte Simon Habermann.

Das könnte daran liegen, dass sowohl die Futterpflanzen der Raupen als auch die Blüten, aus denen die Schmetterlinge Nektar saugen, nicht wachsen oder vertrocknen, wenn es zu lange heiß ist und nicht regnet. Die Auswirkungen können dabei je nach Art, Lebensraum und Region unterschiedlich ausfallen. Zudem sind viele tagaktive Falter bei heißen Temperaturen verstärkt in den kühleren Morgen- und Abendstunden unterwegs, so dass man die Tiere tagsüber möglicherweise seltener wahrnimmt.

Auch die im Rahmen von „Falter im Fokus“ erhobenen Daten deuten auf eine geringere Individuenzahl hin: Während im Juli 2025 mehr als 1000 Meldungen der drei Fokusarten eingingen, wurden im Juli 2026 bislang weniger als 250 Individuen gemeldet.

Dritte Generation?

Besonders spannend sind laut LBV Meldungen des Schwalbenschwanzes. „Derzeit ist die zweite Generation des Schwalbenschwanzes in vielen Teilen Bayerns unterwegs. Das bedeutet, dass nun die Falter fliegen, die sich aus den Raupen des Frühsommers entwickelt haben“, erklärt Habermann. Ihre Flugsaison neigt sich nun eigentlich langsam dem Ende zu. „In besonders warmen Regionen oder Jahren kann jedoch noch eine dritte Generation schlüpfen, die bis weit in den September hinein aktiv ist“, erklärt der LBV-Experte. Darauf könnten Meldungen der nächsten Wochen einen Hinweis geben.

Die beiden Wanderfalter Taubenschwänzchen und Admiral zeigen sich aktuell besonders aktiv. „Das wärmeliebende Taubenschwänzchen profitiert von den Sommertemperaturen und kann derzeit häufig beim Blütenbesuch beobachtet werden“, weiß Habermann. Wenn in den kommenden Wochen das Obst in den Gärten, auf Streuobstwiesen und an Wegrändern reif wird, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch der Admiral wieder vermehrt zu sehen. „An gärendem Fallobst von Zwetschgen-, Apfel- oder Birnbäumen findet er eine wichtige Energiequelle.“

Info: Ob Taubenschwänzchen oder Admiral: Melden kann man gesichtete Schmetterlinge im Internet auf der Projektwebsite des LBV unter www.lbv.de/falter-im-fokus.

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