Rund 160 Einsatzkräfte aus dem Landkreis in Südbayern

Heimische Helfer packen im Katastrophengebiet mit an

Helfer des Laufer THW räumen ein meterhoch eingeschneites Hallendach im Berchtesgadener Land.2019/01/schneechaosTHW-Lauf-in-SudbayernMiesbach-Berchtesgaden-Foto-THW0005.jpg

NÜRNBERGER LAND (lra/thw/pz) — Schnee und kein Ende in Sicht: Die Lage in den bayerischen Alpen bleibt weiterhin angespannt. Aus dem ganzen Bundesgebiet sind Helfer im Einsatz, vor allem um die Dächer zu räumen. Auch aus dem Nürnberger Land sind rund 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Bergwacht in die Katastrophengebiete um Berchtesgaden und Miesbach ausgerückt.

Der Einsatz mit Mitgliedern von 18 Feuerwehren aus dem Kreis wurde im Laufe des Sonntags nach einer Anforderung durch die Regierung von Mittelfranken, das Landrats­amt als Katastrophenschutzbehörde und durch die Feuerwehrführung in kürzester Zeit vorbereitet. Um drei Uhr morgens am Montag startete in Lauf dann der Hilfskonvoi mit 29 Fahrzeugen und 135 Personen unter der Leitung von Kreisbrandrat Norbert Thiel und Kreisbrandinspektor Holger Herrmann. Mit dabei sind Feuerwehrleute aus den Gemeinden Altdorf, Burgthann, Feucht, Hersbruck, Lauf, Leinburg, Ottensoos, Pommelsbrunn, Röthenbach, Rückersdorf, Schnaittach, Schwarzenbruck und Winkelhaid.

Kaum waren sie in Berchtesgaden eingetroffen, wurden die Helfer aus dem Landkreis an ihrer ersten Einsatzstelle im Ortsteil Buchenhöhe aktiv. Vordringliche Aufgabe war hier das Beseitigen der schweren Schneelast von ungefähr 50 Dächern. Darunter auch eine Schule.

Vor Ort mit dabei sind auch die Kommandanten der Feuerwehren aus Lauf, Oliver Heinecke, Röthenbach, Martin Knorr und Schnaittach, Norbert Schlicht. Unterwegs sind die Schnaittacher, die mit dem Kommandowagen und dem großen Schlauchwagen ausrückten, aus Röthenbach machten sich drei Fahrzeuge auf den Weg und die Schwaiger sind mit der Drehleiter vor Ort. Bei einem Einsatz zu Hause in Schwaig käme deshalb die Drehleiter aus Röthenbach zum Einsatz. Die zwölf Heuchlinger Feuerwehrleute brachen mit Löschfahrzeug und Bus auf.

Einsatzkräfte der Feuerwehr Schwaig bei der Räumung einer Schule. | Foto: Feuerwehr2019/01/Feuerwehr-Rothenbach-Raumung-einer-Schule-mit-Schwarzenbrucker-Drehleiter.jpg

 

Der Einsatz ist für drei Tage geplant, wobei die weitere Entwicklung vor Ort abgewartet werden muss, wie es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes heißt. Die Verpflegung der Mannschaft wird durch Hilfsorganisationen vor Ort zur Verfügung gestellt. Untergebracht sind die heimischen Helfer in einer Turnhalle in der Gemeinde Saaldorf, wo die Helfer auf Feldbetten schlafen, die von den Feuerwehren Hersbruck und Lauf sowie dem BRK Nürnberger Land organisiert wurden.

Auch fünf Einsatzkräfte der Bergwacht sind in die Katastrophenregion gereist. Sie befreiten gestern in Bad Reichenhall das Dach eines Reha-Zentrums vom Schnee.

THW Lauf seit Tagen im Einsatz

Bereits seit vergangenem Mittwoch ist das THW Lauf – Nürnberger Land vor Ort. Bisher waren 23 Laufer THWler im Landkreis Miesbach und Berchtesgaden eingesetzt. Ihre Aufgaben sind sehr umfangreich. Die Fachgruppe Räumen hilft mit Teleskoplader und Kipper bei der Befreiung von Dächern, der Sicherung von Einsatzkräften und dem Abtransport der Schneemassen.

Am Samstagfrüh traf auch die Bergungsgruppe aus Lauf in Miesbach ein und unterstützt seitdem die Rettungskräfte vor Ort bei der Befreiung von Schneelasten auf Dächern, bei der Ausleuchtung von Einsatzstellen und Baumfällarbeiten.

Mit Florian Scharrer und Christoph Müller sind zudem zwei Baufachberater im Katastrophengebiet. Ihre Aufgaben sind die Durchführung von Schneelastmessungen, die Überprüfung der Gebäudestatik sowie die Beurteilung einer möglichen Einsturzgefahr des Objektes. Neben den Laufern sind fast 1000 weitere bayerische THWler in den Krisenregionen eingesetzt. Aufgrund der angespannten Lage vor Ort und negativen Wetterprognosen ist ein Ende der Einsatzdauer derzeit nicht abzusehen.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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