Retter unterwegs

Fränkische Hilfe im bayerischen Schnee

Das THW rückt mit schwerem Gerät an. | Foto: THW2019/01/Hilfe.jpg

NÜRNBERGER LAND (ws) – In die enormen Schneemassen der bayerischen Alpen stürzen sich nun auch Einsatzkräfte aus dem Nürnberger Land. THW und Feuerwehrleute aus Hersbruck und Umgebung helfen, der schneebedingten Katastrophe Herr zu werden. Während in Südbayern Dächer unter dem Gewicht der weißen Pracht einzustürzen drohen, sorgen Regenfälle in Franken für Hochwassergefahr. Das Wasserwirtschaftsamt hat bereits eine Warnung herausgegeben.

Montag machten sich laut einer Mitteilung des Landratsamtes 135 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Nürnberger Land auf den Weg nach Berchtesgaden. Um drei Uhr morgens startete der mit technischem Gerät und Feldbetten ausgestattete Hilfskonvoi Richtung Oberbayern. Angekommen am Südostzipfel Bayerns, wartete auch sofort der erste Einsatz auf die Engagierten: Etwa 50 Dächer mussten von der Schneelast befreit werden.

Die Einsatzkräfte, unter denen sich auch 16 Hersbrucker Feuerwehrleute befinden, bleiben zunächst für drei Tage im Berchtesgadener Land. Angefordert wurde das Hilfeleistungskontingent des Landkreises Nürnberger Land am Sonntag über die Regierung von Mittelfranken. Der Hilfskonvoi mit 29 Fahrzeugen und 135 Personen von den Wehren aus Hersbruck, Ottensoos, Pommelsbrunn und dem restlichen Landkreis startete daraufhin unter Leitung von Kreisbrandrat Norbert Thiel und Kreisbrandinspektor Holger Herrmann. Auch fünf Einsatzkräfte der Bergwacht sind in die Katastrophenregion gereist. Sie befreien in Bad Reichenhall das Dach eines Reha-Zentrums von Schnee.

Schon am vergangenen Mittwoch brachen die ersten Helfer vom THW Lauf-Nürnberger Land nach Südbayern auf. Sie leisten in den Landkreisen Miesbach und Berchtesgaden Dienst an der Schaufel. Seit Samstagmorgen ist auch die Bergungsgruppe aus Lauf, die Einsatzstellen ausleuchtet und gegebenenfalls Bäume fällt, vor Ort. Die 23-köpfige Truppe vervollständigen zwei Baufachberater, die die Schneelasten messen, Gebäudestatik im Krisengebiet überprüfen und mögliche

Einsturzgefahr beurteilen.
Eine Teilablösung des Teams erfolgt am morgigen Mittwoch, erklärt THW-Chef Marcus Sperber auf HZ-Nachfrage. Dann brechen erneut 15 Hilfswerk-Einsatzkräfte gen Süden auf. Wie lange der Einsatz dauern wird, steht aufgrund der Wetterprognosen noch nicht fest – in einer Meldung heißt es, das Ende des Schneefalls sei noch nicht abzusehen.

Hochwasser droht
Im Landkreis Nürnberger Land sorgt der ständige Regen derweil für steigende Pegel. Daher hat der bayerische Hochwassernachrichtendienst gestern Vormittag eine Warnung vor Ausuferungen und Überschwemmungen für den Landkreis herausgegeben. Nach der Wettervorhersage am Montagnachmittag soll sich die Hochwassersituation im Lauf der nächsten Tage aber wieder entspannen.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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