NÜRNBERGER LAND – Der Freistaat Bayern will die Aus- und Fortbildung der Feuerwehren für Bevölkerungsschutz und Krisenbewältigung weiterentwickeln.
Wie das Innenministerium in einer Stellungnahme an den Landtag darlegt, sollen die bestehenden Ausbildungsstrukturen an den Staatlichen Feuerwehrschulen um neue Inhalte ergänzt und stärker in die Fläche getragen werden. Ein neues Parallelsystem soll dabei aber nicht entstehen.
Die N-Land Blaulichtkarte
Der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel, Mitglied des Innenausschusses und Sprecher für Feuerwehren, Rettungsdienste und Katastrophenschutz, begrüßte die Pläne. „Die Sicherheitslage hat sich verändert. Feuerwehren müssen heute auch auf langandauernde Stromausfälle, den Ausfall kritischer Infrastruktur, Sabotage oder andere komplexe Krisenlagen vorbereitet sein“, sagte er.
Viele Grundlagen seien bereits Teil der Ausbildung, etwa Führung, Gefahrenbewertung, Eigenschutz, Stabsarbeit und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Künftig sollen sie stärker mit den Anforderungen länger andauernder und komplexer Krisenlagen verknüpft werden. Dazu sollen neue Inhalte in bestehende Lehrgänge integriert und Ausbildungsbausteine für Mannschaften, Führungskräfte und Ausbilder entwickelt werden. Vorgesehen sind außerdem szenarienbasierte Übungen, digitale Angebote sowie dezentrale Schulungen und Standortausbildungen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der Eigenschutz an unsicheren Einsatzstellen, belastbare Kommunikationswege bei längeren Ausfällen, der Umgang mit knappen Ressourcen und die Aufrechterhaltung der eigenen Einsatzfähigkeit.
Bis zum 31. März nächstes Jahr sollen die konzeptionellen Grundlagen geschaffen werden. Dazu werden die bestehenden Lehrgänge mit den neuen Anforderungen abgeglichen, Prioritäten festgelegt und Lehr- und Lernmittel schrittweise ergänzt. Die Staatlichen Feuerwehrschulen entwickeln weiterhin die Lehrinhalte, qualifizieren Multiplikatoren und sichern einheitliche Qualitätsstandards. Einheitliche Lehr- und Lernmittel sollen zudem ermöglichen, dass die neuen Inhalte auch dezentral und vergleichbar in den Regionen vermittelt werden.
Wiederholbare Forbildungen
Norbert Dünkel betonte, die Kompetenzen müssten nicht nur an den Feuerwehrschulen vermittelt werden, sondern auch bei den Feuerwehren vor Ort ankommen. „Gerade im Ehrenamt brauchen wir verständliche und regelmäßig wiederholbare Fortbildungsangebote“, stellte der Landtagsabgeordnete klar.
Auch für das Nürnberger Land sei die Weiterentwicklung von Bedeutung. Die zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren seien ein zentraler Bestandteil des Bevölkerungsschutzes und müssten auf Krisen gut vorbereitetwerden.
