NÜRNBERGER LAND – Die Dommer-Stiftung hat der Erziehungs- und Jugendberatungsstelle von Caritas und Diakonie NAH eine Spende in Höhe von 15.000 Euro überreicht.
Bei der Übergabe fand ein Fachgespräch zur aufsuchenden Arbeit der Erziehungsberatung statt. Unter den Gästen waren Stiftungsvorsitzender Ekkehard Lorenz, Landrat Armin Kroder, Laufs Bürgermeister Thomas Lang sowie Dr. Elke Kaufmann, geschäftsführende Vorständin der Diakonie Neumarkt-Altdorf-Hersbruck.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die praktische Arbeit der Beratungsstelle. Sozialpädagoge Sebastian Dick berichtete über verschiedene Angebote, darunter soziale Kompetenztrainings an Mittelschulen, Grundschulen und Förderschulen. Diese umfassen sechs bis sieben Einheiten in kleinen Gruppen oder Klassenverbänden und thematisieren unter anderem Selbst- und Fremdwahrnehmung, die Stärkung des Selbstwerts, den Ausdruck von Gefühlen sowie klare Kommunikation, ergänzt durch Elternabende.
Darüber hinaus bietet die Beratungsstelle Gruppen für Trennungs- und Scheidungskinder sowie für emotional belastete Kinder an, etwa wenn Eltern psychisch erkrankt sind. In Kindertagesstätten werden zudem Elternvorträge zu Themen wie ADHS oder dem Setzen von Grenzen durchgeführt. Die Angebote entstehen in der Regel nach Hinweisen oder auf Einladung von Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern oder der Jugendsozialarbeit an Schulen. Im Gespräch wurde auch die steigende Belastung von Kindern und Jugendlichen thematisiert.
Landrat Kroder interessierte sich für die Ursachen für den zunehmenden Unterstützungsbedarf. Obwohl es noch keine belastbaren Studien dazu gäbe, teilte Dick die Beobachtung, dass viele Jugendliche und auch Eltern sehr verunsichert seien aufgrund erodierender Werte und großer Freiheit in der Lebensgestaltung. Auch sei bereits bekannt, dass die ständige Handynutzung der Eltern die Kommunikation und Bindung zum Kind beeinträchtige. Kroder betonte: „Wir sind froh, dass wir euch haben, weil diese Arbeit einfach wichtig ist. Wichtig ist auch, dass die Schulen selbst stärker mit heilpädagogischem oder sozialpädagogischem Personal ausgestattet werden.“
Finanzierungslücke bleibt
Kaufmann erklärte, dass trotz der öffentlichen Förderung immer noch eine Finanzierungslücke bliebe, um den Betrieb der Erziehungsberatung zu gewährleisten. „Deshalb trägt die Spende der Dommer-Stiftung wesentlich zum Erhalt der Erziehungsberatung und vor allem der aufsuchenden Beratung bei.“
Lorenz betonte abschließend den Zweck der Dommer-Stiftung, die Menschen unterstützen wolle, die Hilfe benötigen. Ziel sei es insbesondere, Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen, wieder Lebensfreude zu entwickeln und ihren eigenen Weg zu finden.
