NÜRNBERGER LAND – Strahlender Sonnenschein, lachende Gesichter und gelebte Inklusion: Das große Sommerfest der Lebenshilfe Nürnberger Land hat wieder zahlreiche Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf, Kolleginnen und Kollegen, deren Familien, Freunde sowie viele Besucherinnen und Besucher auf das Gelände in Schönberg gelockt. Das Fest bot von der Dr. Bernhard-Leniger-Schule bis zum Reittherapiezentrum einen abwechslungsreichen Nachmittag voller Begegnungen, Mitmachaktionen und Unterhaltung.
Das Areal glich einem großen Erlebnispark. Ob Golf, Battle Ropes, Schatzsuche, Sinnesparcours, Boccia oder Pony-Watching: Überall wurde ausprobiert, gelacht und gemeinsam Zeit verbracht. Besonders gut besucht waren die Hüpfburg, das Glücksrad sowie die Fahrten mit Motorrädern, Traktoren und Tuk-Tuks. Auch auf den Bühnen wurde einiges geboten. Die inklusive Live-Band „Die Schmetterlinge“ sorgte für Stimmung und präsentierte erstmals einen eigens komponierten Song. Mit viel Applaus wurden außerdem die Beautiful Mountain Dancers belohnt, die mit neuen Choreographien ihr Können unter Beweis stellten.
Arbeitswelten statt Werkstätten
Zur offiziellen Eröffnung begrüßten Bürgermeister Thomas Lang und der Fraktionsgeschäftsführer der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, Felix Locke, die Gäste. Bevor es losgehen konnte, gab es aber noch ein bis dato gut gehütetes Geheimnis zu lüften: Unter Applaus enthüllten Lebenshilfe-Geschäftsführer Dennis Kummarnitzky und Werkstattleiter Dietmar Meinlschmidt das neue Logo und den neuen Namen der Moritzberg-Werkstätten: Arbeitswelten Lebenshilfe Nürnberger Land. „Namen prägen unser Denken. Sie vermitteln Bilder, wecken Erwartungen und beeinflussen, wie wir Menschen wahrnehmen. Genau deshalb ist die Umbenennung unserer Werkstätten ein wichtiger wie positiver Schritt“, begründete Kummarnitzky den Namenswechsel.
„Der Begriff Werkstatt stammt aus einer Zeit, in der Menschen mit Behinderung häufig abgeschirmt von der Gesellschaft arbeiteten“, heißt es in einer Pressemitteilung der Lebenshilfe. Obwohl sich die Angebote, Arbeitsplätze und Möglichkeiten in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert haben, blieb der Name für viele mit einem überholten Bild verbunden. Er sei oft als Synonym für Ausgrenzung, einfache Tätigkeiten oder mangelnde berufliche Perspektiven verstanden worden. Dieses Bild entspreche längst nicht mehr der Realität.
Der neue Name soll deutlich machen, worum es heute geht: um vielfältige Tätigkeiten, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, teils hochmoderne Arbeitsplätze und echte Teilhabe. Menschen mit Unterstützungsbedarf seien keine Werkstattbeschäftigten im klassischen Sinne mehr, sondern Kolleginnen und Kollegen mit Fähigkeiten, Talenten und beruflichen Zielen, die in unterschiedlichsten Arbeitsbereichen tätig sind und ihren Beitrag für Unternehmen und die Gesellschaft in der Region leisten. „In der Rehabilitation ist bei der Lebenshilfe stets oberstes Ziel, auf einen geeigneten Außenarbeitsplatz hin zu fördern beziehungsweise gemeinsam einen passenden Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft zu finden“, teilt die Lebenshilfe weiter mit.
