Spendenaktion in Hersbruck

10 000 Ziegel für die Spitalkirche

Robert Ilg, Karlheinz Wölfel, Götz Reichel, Peter Uschalt, Künstlerin Angelika Eisenbrand, Kämmerer Hubert Seidler und Christl Schäfer-Geiger (v. links) präsentieren den Flyer zur Spendenaktion. | Foto: A. Pitsch2019/11/IMG_7261.jpeg

HERSBRUCK – Das Modernisierungskonzept steht, 2020 soll die dringend notwendige Sanierung der Hersbrucker Spitalkirche starten; doch noch bauen die Verantwortlichen an der Finanzierungsarchitektur – und hoffen auf die Unterstützung der Bürger.

Rückblick: Ab 2009 musste die Altensittenbacher Thomaskirche generalüberholt werden. Der zweijährigen Restauration des Kirchturms folgte in der zweiten Bauphase von 2011 bis 2012 das Langhaus. Zum Schluss wurde Innenraum vollständig überarbeitet. Um die Kosten zu decken, entschloss sich der Kirchenvorstand zur Spendenaktion „10 000 Ziegel für die Thomaskirche“; unter den Organisatoren war auch Hersbrucks zweiter Bürgermeister Peter Uschalt.

„Wir haben damals einen unglaublichen Zuspruch erfahren.“ Dieser resultierte aus der „sehr emotionalen Verbindung“ der Leute zu diesem Ort, ist sich Uschalt sicher. Ihm ist das im Gedächtnis geblieben – bis zum Ortstermin im April 2019 in der Spitalkirche.

In der anschließenden Sitzung hatte der Stadtrat nach vielen Jahren das auf zwei Jahre angelegte Sanierungskonzept beschlossen – wohl wissend, dass die Stiftung allein das geschätzte Kostenvolumen von rund zwei Millionen Euro nicht wird stemmen können. „Wir wollen aber, das unser Schmuckkästchen zügig am Stück hergerichtet und wieder sicher gemacht wird“, erklärt Bürgermeister Robert Ilg.

Daher verzichtet der mit den Denkmalschützerin abgestimmte Plan auf mehrere, voneinander getrennte Bauabschnitte, so Ilg: „So ist es sinnvoller, auch wegen der Baustelleneinrichtung, und das hat die Kirche auch verdient, dass wir uns die Umsetzung sportlich zutrauen.“ Gestartet wird mit dem In-Ordnung-bringen der Statik – und da passt die neue Ziegelaktion besonders gut.

Gegen die Lücke

Denn: Auch wenn das Landesamt für Denkmalpflege in Form des Entschädigungsfonds die Sanierung laut Ilg großzügig unterstützt, tut sich eine Finanzierungslücke von 600 000 bis 700 000 Euro auf – und die soll mit „10 000 Ziegel für die Spitalkirche“ so gut wie möglich gefüllt werden.
Die Idee dazu brachte die CSU-Stadtratsfraktion erst Ende Oktober ein; in nur wenigen Wochen – zur Freude von Fraktionssprecher Götz Reichel – wurden aus den Worten Taten: Die 5000 Flyer, die Angelika Eisenbrand gestaltet hatte, liegen ab sofort in Bürgerbüro und Stadthaus aus und sollen nach Wunsch von Ilg auch auf dem Weihnachtsmarkt zu finden sein.

„Wir erhoffen uns eine großen finanziellen Beitrag“, gibt Ilg zu. Er denkt, dass sich viele Bürger über Taufe, Heirat oder Veranstaltungen mit dem Gotteshaus identifizieren. Sich symbolisch einen Ziegel für 30 Euro zu kaufen – samt namentlicher Nennung auf einer Metalltafel –, sei aber nur eine Spendenmöglichkeit, betont Ilg: Es lasse sich auch direkt über die Kirchengemeinde oder die Kämmerei spenden.

Dynamik im Team

„Wir freuen uns über viele kreative Ideen, um Geld für die Spitalkirche zu sammeln“, sagt Ilg. So würden beispielsweise auch Konzerteinnahmen der Sanierung zu Gute kommen, verrät er. Mit der Ziegelaktion hofft er jedenfalls, dass „sich durch die Gemeinschaft eine Dynamik entwickelt“ – und diese dem Kleinod wieder zum Glänzen verhilft.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch