Stadtrat Hersbruck

Klares Nein zur Kreditaufnahme

Über dem Außenportal der Spitalkirche steht eine um 1440 aus Sandstein gefertigte Figur der Heiligen Elisabeth. | Foto: J. Ruppert2020/03/Spitalstiftung.jpg

HERSBRUCK – „Zur Sanierung der Spitalkirchensanierung ist der Verkauf von Grundstücken im Bereich Haid vorgesehen“, heißt es in den Unterlagen zum 2020er-Haushalt der Elisabeth-Spital-Stiftung. Wie berichtet, haben die Grünen im Hersbrucker Stadtrat gegen diesen Plan gestimmt. Das sorgte in dem Gremium für eine lebhafte Diskussion, weil damit 550 000 Euro für die Runderneuerung des alten Gotteshauses fehlen würden.

Noch in der Sitzung hat Fraktionssprecherin Dr. Ulrike Eyrich eine andere Finanzierung als den Verkauf von Grundstücken vorgeschlagen. Sie wollte lieber Kredite aufnehmen als das Stiftungsvermögen unwiederbringlich zu vermindern. Mittlerweile hat sie bei Kämmerer Hubert Seidler nachgefragt, ob das machbar sei.

Niedrige Zinsen, aber …

Der Finanzexperte der Stadt hat das klar verneint und gegenüber Ulrike Eyrich ausführlich erläutert. Die Stiftung könne zwar dank der Niedrigzinsphase die Zinsen für ein 20-jähriges Darlehen stemmen. Eine Rückzahlung der Verbindlichkeiten aus den laufenden Einnahmen – vor allem Mieten und Pacht für zum Beispiel das Bürgerspital, das Emil-Held-Haus, Häuser in der Orchideenstraße, Wiesen und Äcker – sei aber nicht zu schaffen. Außerdem stünden angesichts der alten Bausubstanz der Stiftungsgebäude laufend neue Renovierungsmaßnahmen an.


Ulrike Eyrich bleibt, was die Veräußerung der Grundstücke anbelangt, dennoch bei ihrer Meinung. Eine andere Finanzierungsmöglichkeit wäre es gewesen, „zum Beispiel einen Tilgungszuschuss von der Stadt an ein Darlehen der Elisabeth-Spital-Stiftung zu geben in Jahren, in denen die Stiftung diese Summe nicht selbst aufbringen kann“, schreibt sie auf Anfrage per Mail. Und weiter: „Auch Erbpachtlösungen hätten der Spitalstiftung dauerhafte und stabile Einnahmen bringen können.“

Für das Gesamte

Die Grünen haben zwar den Verkauf der Grundstücke abgelehnt. Letztlich votierten sie aber für den Etat der Stiftung. „Es war in der Vergangenheit durchaus üblich, gegen Einzelpunkte, dann aber für das Gesamte zu stimmen“, sagt Ulrike Eyrich dazu, was meist auch keine Kritik ausgelöst habe. Der Unterschied zum jetzigen Fall liegt aber in der Größenordnung: Das Nein der Grünen betraf diesmal 550 000 Euro von etwas über 1,2 Millionen Euro auf der Einnahmenseite und damit ein Kernelement des Stiftungshaushalts.

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