Hauptverwaltungsausschuss

Die Spitalkirche ist ein Sanierungsfall

In Kürze werden die Baufahrzeuge anrollen, um mit der dringend erforderlichen Renovierung des Hersbrucker Kleinods Spitalkirche zu beginnen. | Foto: J. Ruppert2020/02/Stiftungen-Heb.jpg

HERSBRUCK – Mit der Ziegelspende leisten inzwischen viele Bürger und Organisationen einen Beitrag zur Sanierung der Spitalkirche. Den Löwenanteil an den Kosten trägt aber die Elisabeth-Spital-Stiftung als Eigentümerin. Der für die Finanzen zuständige Hauptverwaltungsausschuss des Stadtrates hat allein heuer rund 700 000 Euro für das mehrere Jahre bis vermutlich 2023 dauernde 2,1 Millionen-Projekt genehmigt. Leichte Rätsel gab das Abstimmungsverhalten von Dorothea Müller Philipps Sohn auf.

Insgesamt verwaltet Hersbruck vier Stiftungen: neben der Sankt Elisabeth-Spital-Stiftung noch die Geschwister Liedelsche Stiftung, die Almosenstiftung und die Johann Andreas Schmidtsche Waisenhausstiftung. Teils wird kaum ein Ertrag erwirtschaftet (was auch an der Niedrigzinsphase liegt), teils ist der Zweck wie etwa die Unterstützung für ein Waisenhaus weggefallen. Immerhin sind alle vier Einrichtungen schuldenfrei und brauchen 2020 keine Kredite.

Die Elisabeth-Spital-Stiftung verfügt über größeren Grundbesitz. Dazu zählen neben dem altehrwürdigen Gotteshaus auch das Bürgerspital, das Emil-Held-Haus, Grundstücke im Stadtgebiet und Waldflächen. Als größere Investition müssen aktuell der Parkplatz und die Zufahrt am Emil-Held-Haus umgestaltet werden, was mit über 150  000 Euro veranschlagt ist.

Gotteshaus wird Baustelle

Der Hauptposten ist aber die Sanierung der Spitalkirche. Je nach Baufortschritt fallen in diesem Jahr 700  000 Euro an, nächstes Jahr weitere 600  000 Euro, dann mehr als 315  000 Euro und 2023 beim letzten Abschnitt rund 215  000 Euro. Die Rücklage von über 980  000 Euro (davon ein Grundstock in Höhe von 630  000 Euro) soll erst in den späteren Phasen angegriffen werden.

Deshalb benötigt die Stiftung zu den laufenden Einnahmen aus Mieten, Pachten und Holzverkauf weitere Mittel. 245  000 Euro fließen heuer als Zuweisung vom Freistaat. Hersbruck fördert das Kleinod mit 200  000 Euro aus dem Haushalt. Dazu kommen noch Spenden von Bürgern, Firmen und Organisationen.

Außerdem soll die Elisabeth-Spital-Stiftung mehrere Grundstücke für insgesamt 550  000 Euro in der Hersbrucker Südstadt Richtung Ellenbach an die Stadt verkaufen. Dort kann dann das Baugebiet „Haid II“ mit Wohnhäusern, Sozialwohnungen und eventuell einem Wohnprojekt der Lebenshilfe entstehen. Die Stadträte als Stiftungsräte billigten ohne Aussprache einstimmig dieses Vorgehen.

Nein zur Freigabe

Einen Tagesordnungspunkt später votierte die Grünen-Vertreterin Dorothea Müller Philipps Sohn allerdings dagegen, dass Hersbruck diese Grundstücke auch kaufen soll. Im Klartext: Sie sagte „nein“ als es um die Freigabe der entsprechenden Mittel für die Haid-II-Flächen in der Abstimmung um den städtischen Etat ging. Sie drängt stattdessen auch beim sozialen Wohnungsbau auf verstärkte Nachverdichtung in der Altstadt.

Dies hätte aber unter dem Strich eine Unterdeckung bei der Spitalstiftung um 550  000 Euro für 2020 bedeutet. Der Beschluss des Stiftungsrates hat nur einen „empfehlenden“ Charakter. Das endgültige „Ja“ zu den Haushalten der Stiftungen erteilt der Gesamtstadtrat voraussichtlich in der Sitzung am 18. Februar im Stadthaus.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert