Schießsport

SV 1610 Hohenstadt schickt Schülerteam im Dreistellungskampf zur DM

Tim Deierl, Tobias Meyer, Shirin Schmidt und Jonas Sperber (v. links) demonstrieren für die HZ-Leser den klassischen Dreistellungskampf. | Foto: Porta2019/08/DSC_0734.jpeg

HOHENSTADT – Das ist selbst für die erfolgsverwöhnten Schützen des SV 1610 Hohenstadt etwas Besonderes: Erstmals in der Vereinsgeschichte hat sich ein Schülerteam im Luftgewehr-Dreistellungskampf für die seit Donnerstag laufende Deutsche Meisterschaft qualifiziert.

Erst einmal zuvor war das einer Schülermannschaft aus Hohenstadt gelungen: 2006 vertraten Lisa Häberlein (inzwischen Ertel), Juliana Heiß und Marc Bauer den ambitionierten „Dorfklub“ bei Titelkämpfen auf nationaler Ebene – im „normalen“ Luftgewehrschießen erreichten sie im Feld der Leistungsvereine Rang 18. Angeführt vom stark auftrumpfenden Tobias Meyer – dessen 570 Ringe im Einzel Platz elf bedeuteten – erreichten Jonas Sperber (564) und die etwas unter ihrem sonstigen Leistungsniveau agierende Nurperi Sapkaya (559) bei den Bayerischen Meisterschaften Rang 12 und lösten damit das DM-Ticket.

Für die drei Teenager eine ganz besondere Premiere, für ihren Trainer Roland Schwederski, der selbst schon reichlich Erfahrung auf „Bayerischen“ und „Deutschen“ gesammelt hat, und ihre Eltern Grund, sehr stolz auf sie zu sein: „Ein toller Erfolg und ein großer Anreiz für die drei. Sie sind seitdem noch motivierter im Training. Da ist jetzt richtig Zug drin.“ Seit einiger Zeit sorgt Schwederski mit Jugendleiter Konstantin Schreiner jeden Samstag drei Stunden lang für „ein gutes Stück Regelmäßigkeit“ (Schützenmeister Klaus Bauer) im Dreistellungskampf, bei dem die Teilnehmer nacheinander je zwei Mal zehn Schuss im Knien, im Liegen und im Stehen abgeben.

Familiärer Virus

Die „alten Hasen“ Tobias Meyer und Nurperi Sapkaya schnupperten wie Robin Zultner schon in den beiden vergangenen Jahren „große Wettkampfluft“ auf der Olympiaanlage in München-Hochbrück, wo traditionell sowohl die bayerische wie die deutsche Meisterschaft ausgeschossen werden. Der Ursensollener Jonas Sperber erlebte dort 2018 seine Premiere – mit dem Schießsportvirus „infizierten“ ihn sein Vater Engelbert und sein Onkel Günther, die seit Jahren bei Titelkämpfen jenseits der Gauebene für den SV 1610 Hohenstadt antreten.

Tim Deierl und Shirin Schmidt, die möglicherweise für Nurperi Sapkaya einspringen wird, sind mit jeweils 12 Jahren die jüngsten im Bunde und haben heuer erstmals auf den weitläufigen Ständen vor den Toren der Landeshauptstadt die Zielscheiben ins Visier genommen. Entsprechend aufgeregt waren sie und die drei anderen in den vergangenen Wochen. „Da sind viel mehr Leute unterwegs, ganz anders als sonst“, sagt Deierl, der wie Schmidt nach den Ferien in die siebte Klasse am Paul-Pfinzing-Gymnasium kommt und wie fast alle anderen auch bei den von den Hohenstädtern seit Jahren an der Grundschule „Am Lichtenstein“ abgehaltenen Mitmach-Nachmittagen den Schießsport ausprobiert und „großen Spaß“ daran gefunden hat.

Mit über 6000 Teilnehmern ist die DM der Schützen neben dem Turnfest eine der größten Sportveranstaltungen in Deutschland. Das treibt auch Tobias Meyer ein wenig um: „Da kommen die Besten der Besten“, sagt der 14-jährige Mittelschüler aus Kleinviehberg. Hat er da zuletzt im Training was geändert? „Nö, eigentlich nicht“, antwortet er – und erntet dafür von Deierl ein leichtes Kopfschütteln: „Ich schon, ich habe mehr Trainingsschüsse abgegeben und die Abläufe öfter einstudiert.“ Wie zum Beispiel das richtige Einhaken des Schießriemens in der Kniend- und Liegend-Stellung, um so das Luftgewehr zu stabilisieren.

Im Dutzend

Und Jonas Sperber gibt an, in den Übungseinheiten „disziplinierter“ bei der Sache gewesen zu sein. Schließlich wolle er am kommenden Freitag, 30. August, beim Team-Dreistellungskampf „das Beste geben“. Das wollen auch die anderen zwölf Starter des SV Hohenstadt – darunter die amtierenden Bayerischen Meister Johann Strobl, der drei Wettbewerbe bestreitet – und Lisa Ertel, die inzwischen in der Damenklasse startet und neben dem Luftgewehr (heute) auch ihren Zimmerstutzen im Gepäck hat.

Egal wie’s ausgeht, Schützenmeister Klaus Bauer ist jetzt schon ziemlich glücklich mit den Leistungen seiner Sportler: „Die Bayerische war die Pflicht, jetzt kommt die Kür!“

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta