Edelweißhütte: Wiedereröffnung im August

Hüttenflair am Deckersberg

Jens Durst (links), Vorsitzender des Freizeitwerkes Nürnberger Land, und Michael Macri freuen sich auf die Wiedereröffnung. | Foto: M. Wildner2017/07/DSC_0671.jpg

DECKERSBERG – „Wir waren uns gleich sympathisch“, sagt Jens Durst, Vorsitzender des Jugendfreizeitwerkes, über Michael Macri. So heißt der neue Pächter der Edelweißhütte, die demnächst wieder ihre Türen öffnet. Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ein Nachfolger für das beliebte Wanderziel oberhalb von Deckersberg gefunden war. Macri bringt viele neue Ideen mit und brennt förmlich darauf, sie bald umzusetzen.

Hüttencharme, regelmäßige „Mottotage“, zwischendurch ein Event mit Musik – das und vieles mehr hat Michael Macri im Kopf, wenn er an seine Zukunft in der Edelweißhütte denkt. Mit seinem Einfallsreichtum hat er auch Jens Durst überzeugt. Der Vorsitzende des Jugendfreizeitwerkes Nürnberger Land, Eigentümer der Gaststätte, erzählt von einer relativ langen Suche nach einem neuen Pächter: „Wir haben uns Zeit gelassen, um den Richtigen zu finden. Besonders wichtig war uns, dass die Familie dahinter steht.“

Die Leidenschaft für die Gastronomie hat Macri in den Genen: Sein Vater, ein Italiener, besaß eine Eisdiele, Macri selbst betrieb gemeinsam mit einem Freund bis vor Kurzem nebenberuflich eine Pizzeria in Nürnberg. Als Koch wollte der gebürtige Erlanger schon immer arbeiten, in den vergangenen Jahren hat er sich dafür einschlägig weitergebildet. Seine zweite Liebe gilt dem Wandern. Mit der Zeit reifte so der Wunsch nach einer eigenen Berghütte heran.

Mit seinem Versicherungsunternehmen, das er hauptberuflich betrieb, blieb das allerdings lange nur ein Traum. Nur durch einen Zufall hörte der 45-Jähige von der laufenden Pächtersuche für die Edelweißhütte. „Ich wollte endlich meiner wahren Berufung folgen und raus aus der hektischen Versicherungswelt. Deshalb rief ich sofort beim Jugendfreizeitwerk an und vereinbarte einen Termin mit Jens Durst“, erzählt er aufgeregt.

Franken trifft Südtirol
Die beiden Männer waren sich auf Anhieb sympathisch. Auch Macris Pläne deckten sich mit Dursts Vorstellungen: Aus wenigen Zutaten so viele Gerichte wie möglich kreieren, unter der Woche eine kleinere Speisenauswahl als am Wochenende anbieten und zwischendurch ein Buffet oder einen Steakabend organisieren – Macri hat schon genaue Vorstellungen, für die Edelweißhütte. „Der Schweinebraten am Wochenende wird natürlich beibehalten“, verspricht er lächelnd.

Auch für das Gesamtkonzept hat der Wahl-Hersbrucker neue Ideen: Ganz an seiner Liebe zu den Bergen orientiert, will er der Edelweißhütte ein „Südtiroler Almhüttenflair“ verpassen. Das soll sich in der Dekoration und im Essen zeigen. „Ich möchte die südtiroler und die fränkische Küche kombinieren.“ Für seine Gerichte werden regionale und saisonale Zutaten zum Einsatz kommen. Holzofenpizza und selbst gemachtes Eis runden die Speisekarte ab.

Macri steckt schon mitten in den Vorbereitungen, viel Zeit hat er allerdings nicht mehr: Am 6. August öffnet er die Türen der Edelweißhütte wieder und bewirtschaftet sie zunächst nur an den folgenden Sonntagen. Am 24. August gibt’s die traditionelle Vogelsuppe zur Deckersberger Kirwa. Und ab 1. September hat die Edelweißhütte offiziell täglich geöffnet. Daraus möchte der Halbitaliener ein erstes Event machen: Er plant Live-Musik an drei Abenden vom 
1. bis 3. September inklusive Sonntags-Frühschoppen.

Auch wenn der Plan so gut wie steht, fehlen Macri noch zwei wichtige Zutaten: Servicekräfte und ein Koch. Er selbst steht zwar hauptsächlich hinter dem Herd, auch seine große Familie hat ihm für die Anfangszeit ihre Unterstützung zugesichert. Trotzdem sucht er noch Angestellte auf längere Sicht.
Angst vor Konkurrenz durch die Gaststätte am Baggerseekiosk oder die Seeterrassen hat Durst nicht: „Im Gegenteil: Wir sind froh darüber, dass sich die Situation etwas entzerrt und sich die Leute auf die Wirtschaften am Baggersee, den Seeterrassen und hierher verteilen. Es ist besser, etwas weniger Kunden schnell und gut zu bedienen, als sie lange warten lassen zu müssen.“ Auch Macri ist positiv gestimmt: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Eine weitere Neuerung wird es in den Sommermonaten geben: ein Ausschank im Biergarten, von dem sich die Gäste an den Wochenenden selbst ihre Getränke holen können. Unter der Woche wird weiterhin normal bedient. Macri ist die Begeisterung für sein neues Projekt anzusehen: Mit „positiver und freudiger Anspannung“ versucht er sein Gefühl zu beschreiben, nun endlich seinen langjährigen Traum verwirklichen zu können.

N-Land Marina Wildner
Marina Wildner