Schnee an Heiligabend

Wie stehen die Chancen auf weiße Weihnacht im Nürnberger Land?

Der Kuhanger in Altensittenbach in Hersbruck. (Archivbild) | Foto: Reinhard Schmidt/ Archiv2021/12/KuhangerAltensittenbachReinhardSchmidt-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Schlittenfahren, Winterspaziergänge oder einfach nur verträumt neben dem Ofen sitzen und den Blick durch das Fenster in die weiße Landschaft schweifen lassen: In den vergangenen Tagen hat Frau Holle die Schneekanone ausgepackt und uns schöne Momente im Schnee beschert. Doch wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten im Nürnberger Land?

Wenn die Adventszeit startet flammt er bei den meisten Menschen wieder auf – der Wunsch nach einem schneebedeckten Weihnachtsfest. Dann werden unseriöse Vermutungen angestellt, Bauernregeln zitiert und subjektive Erfahrungswerte geteilt. Sätze wie „früher gab es öfter weiße Weihnacht“– zum Beispiel.

Weiße Weihnacht als Ausnahme

„Diese Aussage ist jedoch falsch. Ein weißes Fest war in Deutschland schon immer die Ausnahme. In der Regel war und ist es bei uns eher grün-grau“, sagt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline in einer Pressemitteilung des Wetterportals. „Ursache dafür ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, das oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt“. Diese Tauperiode tritt in Mitteleuropa mit über 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit in der Regel um Weihnachten ein.

Außerdem habe es zu Opas Zeiten zwar auch milde und fast schneelose Winter gegeben, so Goldhausen, allerdings stelle man fest, dass es seit den 1990er Jahren weniger Schnee und Eis gab als vorher. Ein Trend, der sich laut dem Meteorologen aufgrund des Klimawandels auch zukünftig fortsetzen wird.

Keine weiße Weihnacht seit 2010

Grundsätzlich sprechen Wetterstatistiken der vergangenen Dekaden eigentlich gegen weiße Weihnacht. Denn nur alle acht bis 15 Jahre fällt der Schnee im Schnitt an Heiligabend bis ins Flachland. Auch der Freistaat liegt innerhalb dieses Mittelwerts: In den vergangenen 50 Jahren gab es nämlich nur fünfmal an Weihnachten Schnee. Außnahme ist natürlich die Zugspitze, die seit Messbeginn im Jahr 1880 regelmäßig einen Hut aus Schnee trägt. Die letzte flächendeckend weiße Weihnacht gab es im Nürnberger Land, wie in ganz Deutschland, im Jahr 2010. Seit fast elf Jahren ist also auch im Landkreis zu Weihnachten kein Schneeflöckchen vom Himmel gekommen.

Weitere Artikel zum Thema


Gute Schnee-Chancen im Nürnberger Land

Und heuer? Die Chancen stehen bisher zwischen „ganz gut“ und sogar „sehr hoch“, wenn man einen Blick auf die Weihnachtswetter-Karte des Onlineportals Wetter.de wirft. Für den 24. Dezember geht das Wetterportal sogar teilweise von einer 70-prozentigen Schneewahrscheinlichkeit in den höheren Lagen des nordöstlichen Landkreises aus. Gemeint sind zum Beispiel die Orte in der fränkischen und der Hersbrucker Schweiz. In Lauf und Rückersdorf, aber auch in Altdorf und Feucht besteht laut der Wetterkarte immerhin eine 50/50-Chance, dass Frau Holle an Heiligabend ihre Schneekissen über den Gemeinden ausschüttelt.

Laut Wetter.de, wetteronline.de und anderen Wetterportalen stehen uns allerdings zuvor zunächst ein paar mildere Tage bevor. Grund zur Panik gibt es aber nicht, denn pünktlich vor dem Weihnachtsfest sollen die Gradzahlen wieder deutlich sinken. An Heiligabend könnte es sogar so kalt werden, dass sich der Schnee bis weit ins Flachland durchkämpft.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren