Musikfestival in Lillinghof lockte viele Besucher

Wenn der Hangar rockt

Das kleine, aber feine Festival auf dem Flugplatz in Lillinghof hat bereits viele treue Fans, die es sich auch rund um den Hangar gemütlich machten. | Foto: Schuster2017/06/rock-im-hangar-aussen-2.jpg

LILLINGHOF — Mit fetziger Rockmusik der 60er und 70er Jahre eröffnete die Band „Rootslevel“ „Rock im Hangar“. Das schon legendäre Konzert am Segelflugplatz in Lillinghof wurde nun bereits in der neunten Auflage in der dortigen Flugzeughalle zelebriert. Immer mit dabei die Band „Schleppschlampen“, die fast ausschließlich aus Piloten des Segelflugclubs Lauf besteht.

Etwas Bauchschmerzen hatten die Organisatoren am Pfingstsamstag schon, als am Nachmittag Gewitter in der Umgebung des Flugplatzes aufzogen. Mitorganisator und gleichzeitig auch Bandmitglied Thomas Plödt berichtete, dass wegen der anstehenden Wetterwarnungen auch viele Flugzeuge von benachbarten und befreundeten Vereinen nicht in die Lüfte steigen konnten. „Bei flugtauglichen Wetterbedingungen wären Landungen ohne Weiteres bis zum Sonnenuntergang möglich gewesen“, konkretisierte der Laufer Pilot.

Je später der Abend wurde, desto mehr Gäste, vorwiegend aus der näheren Umgebung, trafen am Tower in Lillinghof ein. Sie freuten sich sichtlich über ein kleines, aber feines Musikfestival, das insbesondere die Generation 40 plus ansprach.

Von „The Who“ bis „ZZ Top“

Die „Rootslevel“ mit einem ehemaligen Schnaittacher, dem Gitarristen Iffer, Helmi am Schlagzeug, Michl am Bass und hervorragend durch Frontfrau Helga mit Gesang und Akustik ergänzt, rockten zunächst das Publikum. Blues und Rocksongs altbekannter Interpreten hauptsächlich aus den 70er Jahren hatten sie im Gepäck. „Substitute“ von The Who war nur einer der Titel. Die Zugabe – „Cheap Sunglasses“ von ZZ Top – animierte Iffer abschließend dazu, die Saiten seiner E-Gitarre so richtig zum Vibrieren zu bringen.

Es folgte die hauseigene Band „Schleppschlampen“, die mit bis zu acht Musikern auf der großen Bühne stand. In ihrem Repertoire, frei nach dem Motto „Musik fliegt in der Luft“, viele bekannte Songs wie beispielsweise „Born to be Wild“ von Steppenwolf. Auch ein Drummer-Solo von Jogi überzeugte im engen Zeitplan der Bands.

Die Haus-Band „Schleppschlampen“, die zum Großteil aus Piloten des Segelflugclubs Lauf besteht, ist von Anfang an bei „Rock im Hangar“ dabei. | Foto: Schuster2017/06/rock-im-hangar-schleppschlampen.jpg

Den Abschluss des Musikevents, das nicht nur von Piloten für Piloten gedacht ist und auch keinen Eintritt kostet, übernahm die Band „Blues Trip“ um Tom Langer an seiner Blues-Harp (Mundharmonika). In der Stammbesetzung spielen die Musiker seit 1996 zusammen, Bassist Mathias stieß im Sommer 2005 dazu. Die große Bandbreite der Band ließ bei den Besuchern keine Langeweile aufkommen. Von Blues über klassischen Soul bis hin zu einer coolen Blues-Brothers-Show war alles geboten.

Pilot bekommt Hintern versohlt

Eine Besonderheit konnten die Gäste am Flugfeld live miterleben: Dem 14-jährigen Johannes Müller aus Kirchrüsselbach wurde nach seinem ersten Alleinflug der Hintern versohlt. Dabei handelte es sich allerdings nicht um eine Strafe, sondern einen alten Brauch, den auch Hermann Selz von den Laufer Segelfliegern vor vielen Jahrzehnten zu spüren bekam.  „Auch das gehört zur Kameradschaft dazu“, sagte er.

Ob der jüngste Segelfliegerpilot des Laufer Vereins von dieser Tradition vorher wusste, ist nicht bekannt. Bereits am Nachmittag hatte er seine ersten Runden im Alleinflug über dem Platz gedreht. Bevor dies möglich war, musste er rund 40 Starts und Landungen in Begleitung eines Fluglehrers absolvieren. „Für mich war es ein großer Schritt zum ersten Alleinflug“, sagte der frischgebackene Segelflugpilot, nachdem andere Piloten sein Hinterteil vor allen Leuten verhaut hatten.

Die meisten der Gäste kannten den Segelflugplatz und das Festival bereits. Durch die Bank lobten sie den familiären Charakter der Veranstaltung.  „Es ist viel gemütlicher als ,Rock im Park‘“, sagte der Herpersdorfer Ludwig März. Ihm hatte das Festival in den Vorjahren so gut gefallen, dass er dieses Mal Freunde aus Lauf, Dehnberg und Kirchröttenbach mitbrachte. Auf Campingstühlen hatten sie es sich etwas abseits der Lautsprecherboxen gemütlich gemacht.

Aus Hüttenbach war Stefan Deinhard mit Laufer Freunden gekommen. „Die Atmosphäre ist einfach toll und der atemberaubende Blick von der Hochfläche nach Nürnberg unvergleichlich“, schwärmte er.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster