Altstadtfreunde entdecken Gewölbekeller

Unter dem Laufer Marktplatz

Einer der beiden Keller liegt rund sieben Meter tief unter der Laufer Stadtapotheke. Heute wird er nicht mehr genutzt – aber überliefert ist, dass dort in den Fünfzigern unter anderem Champignons gezüchtet wurden. | Foto: Privat2017/10/felsenkeller-baldur-strobel.jpg

LAUF — Baldur Strobel, der sich selbst scherzhaft als „Kellerassel“ bezeichnet, hat für die Altstadtfreunde wieder eine neue Entdeckung unter dem Laufer Marktplatz gemacht: zwei miteinander verbundene Keller am Ostende des Platzes.

Die beiden Gewölbe liegen unter den Häusern am Marktplatz 30 und 31, also unter der Laufer Stadtapotheke und dem Nachbaranwesen. Sie sind über einen – nachträglich zugemauerten – Gang miteinander verbunden.

„Zufällig“, berichtet Strobel, habe er im Frühsommer 2016 mitbekommen, dass Renovierungsarbeiten in einem Lagerraum der Apotheke stattfanden. Er durfte nicht nur dort einen Blick hineinwerfen, sondern auch in das, was sich unter einer Falltür im Büro der Apotheke befindet: ein Gewölbekeller, gemauert aus Sandsteinblöcken. Er ist über eine 15 Meter lange Treppe zu erreichen.

Heute wird der Keller nicht mehr genutzt, aber einer der Vorgänger von Apothekerin Stefanie Herrmann hat dort seine Chemikalien gelagert. Davon zeugt unter anderem ein leeres Fass mit einem Totenkopf und der Aufschrift „Phosphor“ darauf. Der eigentliche Kellerraum ist knapp zehn Meter lang und fünfeinhalb Meter breit. Er verfügt über mehrere Belüftungsschächte.

Das Phosphor-Fass (rechts) ist leer. | Foto: Privat2017/10/felsenkeller-baldur-strobel-phosphor.jpg

Die Verbindung zum etwas kleineren Nachbarkeller wurde wohl im Zweiten Weltkrieg angelegt, vermutet Strobel, der Vorsitzende der Laufer Altstadtfreunde. Damals hätten die Gewölbe als Luftschutzbunker gedient. Dafür habe es einer Fluchtmöglichkeit bedurft.

Vor über 30 Jahren haben die Altstadtfreunde die Keller auf der Nordseite des Marktplatzes für sich entdeckt; seither werden regelmäßig Besucher durch die Gewölbe geführt. Die jetzt von Strobel entdeckten Räume sind öffentlich nicht zugänglich; deshalb sind sie in einer Broschüre beschrieben: „Unter den Häusern – Entdeckungen am Ost­ende des Laufer Marktplatzes“. Sie kann zum Preis von vier Euro (1,50 Euro Versand) bestellt werden: [email protected]

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel