Im Schülercafé der Mittelschule Feucht

„Time to relax“

Lara und Jasmin treffen sich jeden Dienstag im Schülercafé. Die neuen Räume finden sie super: Besser, größer, man kann mehr machen. | Foto: Hornung2016/07/Feucht-Schuelercafe1.jpg

FEUCHT – Seit Anfang April – seit den Osterferien also – findet das Schülercafé der Mittelschule Feucht, das zuvor im Keller der Schule untergebracht war, in den neu gebauten Räumen des JUZ statt – für eine Woche allerdings vorest nur noch. Dann sind wieder Ferien. Der Bote wollte wissen, ob das neue Schülercafé was taugt und wie man hier am besten seine Zeit verbringt.

„Time to relax“: Der Slogan auf dem Shirt eines Jungen trifft es auf den Punkt. Relaxen, abschalten, entspannen, mit Freunden und Freundinnen abhängen, quatschen, sich austoben, chillen – dafür kommen die Jugendlichen her.
Die Räume sind groß und hell, an den Wänden coole Graffitis, auf den Simsen freundliche Pflanzen. Es gibt reichlich Platz für Kicker, Billard, Boxsack und Tischtennisplatte. An der Bar und auf den Sofas trifft man sich zum Quatschen. Wer möchte, kann über Bluetooth sein Handy mit den Boxen verbinden und die eigene Musik abspielen.

Als das Café um 12.15 Uhr öffnet, ist es jedoch noch relativ ruhig. Zwei Mädels, Jasmin und Lara, kommen herein, stellen ihre Rucksäcke neben den Tresen und pflanzen sich auf Barhocker. Sofort vertiefen sie sich ins Gespräch. Es gibt viel zu bereden, denn die beiden sehen sich hier nur einmal pro Woche. Jasmin geht in die 9M der Feuchter Mittelschule und kommt täglich. Lara besucht die 8Ma der Mittelschule Altdorf und schaut immer dienstags, nach ihrem bloß vierstündigen Tag in Altdorf, im Schülercafé vorbei. Bis zur sechsten Klasse ist auch Lara in Feucht zur Schule gegangen. Daher kennen sich die beiden und Lara das Café.

Um 12.30 Uhr wird es schlagartig voll. Eine Gruppe Fünftklässlerinnen erklärt, warum das so ist. Sie gehen in die 5G, eine Ganztagsklasse. Bevor der Nachmittagsunterricht um 13.15 Uhr startet, haben sie eine Stunde Pause. Die ersten 15 Minuten verbringen die Ganztagsschüler in der Mensa, die restliche Zeit auf dem Hof oder im Schülercafé. Mindestens fünfzehn Kids stürmen also zeitgleich herein und scharen sich um die Theke, begrüßen die beiden Älteren und die Betreuerinnen, Schulsozialpädagogin Barbara Otte und Berufspraktikantin Alena Seitz. Zwei Jungs wollen sofort Billardkugeln und Queues ausleihen, andere freuen sich auf Süßigkeiten und Eis, die es für je 30 Cent zu kaufen gibt.

Beim Billard oder Kickern kann man sich ganz auf’s Spiel konzentrieren und vom Unterricht abschalten. Oreos, Twix und Stieleis versüßen die Pause.
Beim Billard oder Kickern kann man sich ganz auf’s Spiel konzentrieren und vom Unterricht abschalten. Oreos, Twix und Stieleis versüßen die Pause.2016/07/Feucht-Schuelercafe2.jpg

 

Entspannte Atmosphäre

Barbara Otte arbeitet seit sieben Jahren als Sozialpädagogin an der Schule und hat auch das frühere Café betreut. Die Räumlichkeiten dort waren um ein Vielfaches beengter. „Den meisten gefällt es hier oben besser“, so Otte. „Aber einige vermissen auch die kuschelige Kelleratmosphäre.“ Ein Pluspunkt der JUZ-Räume ist, dass sich hier mehr Schüler gleichzeitig aufhalten können. „Jetzt durchmischen sich die Jahrgänge. Das war früher aus Platzgründen nicht möglich. Da hatten wir eher Durchgangsverkehr.“ Das Café ist ein niederschwelliges Angebot. Der ungezwungene, lockere Kontakt zu den Jugendlichen schafft eine gute Basis für die eigentliche Arbeit Ottes, die Betreuung der Jugendlichen in schwierigen Situationen. „Man kann sich hier ein bisschen beschnuppern, bevor es in die Beratung geht,“ so die Sozialarbeiterin. Alena Seitz macht derzeit eine Ausbildung zur Erzieherin an der Altdorfer Fachakademie und absolviert ihr einjähriges Pflichtpraktikum an der Feuchter Mittelschule.

Jetzt im Sommer stehen die beiden Glastüren zum Schulhof weit offen. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen. In kleinen Grüppchen steht oder sitzt man zusammen, wechselt vom vorderen in den hinteren Raum und mal mit diesem, mal mit jenem Mitschüler ein Wort. Ich frage einen Jungen am Billardtisch, wie es ihm in den neuen Räumen gefällt. „Gut. Es macht ganz viel Spaß“, seine knappe Antwort. „Mach jetzt!“, brüllt sein Freund vom anderen Tischende. „Na gut, euer Café, euere Pause“, denke ich und trete hinaus auf den Schulhof.

Das Schülercafé hat während des Schuljahres Montag bis Donnerstag, 12.15 Uhr bis 14 Uhr, geöffnet.

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