Bürgerehrung in Schwarzenbruck

„Sie gestalten unser örtliches Leben“

SCHWARZENBRUCK – Am Wochenende ehrte Bürgermeister Ernstberger in den Schwarzachstuben Bürger für ihre gemeinnützige Arbeit. Außerdem zeichnete der Bayrische Fußballverband den TSV Ochenbruck zum zweiten Mal mit der goldenen Raute aus. Ein festlicher Abend widmete sich ganz allein den stillen Helden und Machern von Schwarzenbruck.

„Ohne Ehrenamt würde unsere Gemeinde nicht funktionieren.“ Dieses Eingeständnis hört man oft, auch in der Begrüßungsrede von Schwarzenbrucks erstem Bürgermeister Bernd Ernstberger. Anstatt eines Rednerpults zieht der Bürgermeister einen Tisch mit Blumendekoration zugunsten lockerer Stimmung vor. Auch „Männleinlaufen“ beim Essen später wolle er vermeiden, daher gäbe es Büffet. Der Schankraum der Schwarzachstuben ist gut gefüllt mit ungefähr 40 Gästen. Trotzdem war das Aufgebot in der Bürgerhalle die Jahre zuvor durchaus größer gewesen.

Den Einstieg macht der Bürgermeister mit dem Appell anzuerkennen, wie schwierig und lobenswert es sei, Ehrenamt und Privatleben zu vereinbaren. Auch die Familien der Helfer würden ihren Teil mitleisten, denn ein solches Engagement nähme viel Zeit und Kraft in Anspruch. „Insofern sind auch immer die Ehepartner involviert“, führt Ernstberger aus. Nur durch starke Familien und deren Engagement wäre es möglich, jahrelang freiwillig in verschiedensten Projekten wirken zu können. Die Geschichte des Ehrenamts streift Ernstberger auch kurz und beruft sich dabei auf die alten Griechen: Schon in der Antike galt es als Teil eines sinnerfüllten Lebens, sich für das Allgemeinwohl stark zu machen. In Deutschland gäbe es rund 13 Millionen Ehrenamtliche. „Stellen sie sich vor, von heute auf morgen wären die alle weg“, schneidet der Gemeindevertreter eine utopische Fantasie an. „Ohne die Helfer würde Deutschland nicht funktionieren!“ Der Verlust wäre nicht nur praktischer Natur, sondern auch kulturell und gesellschaftlich würde ein großer Teil der Gemeinde wegbrechen. „Denn sie gestalten unser örtliches, dörfliches Leben entscheidend!“

Beispiele für diese These liefert Ernstberger mit der neuen Initiative „Nachbarschaftshilfe“. Natürlich soll es diese schon immer gegeben haben – eben ohne professionelle Organisation. Trotzdem sei die strukturierte Variante speziell hilfreich für ältere Bürger.

Der „Asylhelferkreis“ sei die Antwort auf die jetzige Flüchtlingskrise: Den Neuankömmlingen werde mit Anträgen geholfen, bei Amtsbesuchen, bei der Erlernung der Sprache und auch mit Fahrdiensten. Der offizielle Tag des Ehrenamtes sei der 5. Dezember. Ernstberger sehe jedoch die Weihnachtsmärkte, den Stress, Geschenke zu besorgen, und die geschäftigen ersten Adventswochen als problematisch an für solche Veranstaltungen. „Deswegen habe ich den Termin jetzt vorgerückt“, rechtfertigt er den vorgezogenen Termin. „Aber genau so wie wir Muttertag haben, Vatertag, girl’s day und boy’s day, braucht man auch einen Tag des Ehrenamtes“, witzelt der geborene Nürnberger und übergibt dann an den Kreisehrenamtsbeauftragten Mike Imhof.

Zum zweiten Mal erhält der TSV Ochenbruck die „goldene Raute“: „Das ist wie ein TÜV-Siegel und steht für jahrelange, qualitativ hochwertige Arbeit“, erklärt Imhof die Bedeutung jener Auszeichnung. Kritik habe der Verein immer positiv aufgenommen, sich nicht verschlossen und sich damit stetig gesteigert. Das bezieht er vor allem auf die Lehrgänge und Schulungen, bei denen beispielsweise der Nominierte Michael Hess sein Engagement bewies. Lediglich zwölf von 205 Vereinen der Nürnberger Region hätten die goldene Raute bisher erhalten.

Breites Angebot

Gründe für die diesjährige Vergabe des Preises an den TSV Ochenbruck waren das breite Angebot verschiedenster Sportarten und das erfolgreiche Erreichen aller Altersklassen. Ausgezeichnet wurden der erste Vorsitzende Hess und sein Beisitzer und Abteilungsleiter Roland Fiedler.

Im Anschluss an die Vergabe der Raute folgte die Ehrung von insgesamt 27 Ehrenamtlichen der Gemeinde Schwarzenbruck. Vom politischen Engagement, über die Arbeiterwohlfahrt, den Bundnaturschutz und kirchliche Hilfsorganisationen wurden über ein breites Spektrum Ehrenamtliche aus Rummelsberg, Schwarzenbruck, Pfeifferhütte und Lindelburg ausgezeichnet.

Geehrt wurden: Wilhelm Bald, Franziska Schönweiß, Johann Schönweiß, Christine Ziegler, Christian Matern, Walter Beer, Erika Groß, Andrea Kreitmaier-Kallert, Marion Kopp, Sigrun Sokol, Helga Freihammer, Georg Großner, Bernhard Böhm, Erich Meyer, Daniel Stadelmann, Udo Straßer, Georg Fischer, Ulrike Steiner, Ferdinand Förtsch, Bärbel Winkler, Klaus Winkler, Joachim Nunner, Reinhard Tröger, Monika Kadera, Richard Zehner, Martina und Peter Schleicher.

Beschenkt wurde mit Wein, Urkunde und dem anschließenden Festessen. „Selbstverständlich kann das nicht die Zeit und Mühen entschädigen. Aber diese Anerkennung ist nur als Geste der Dankbarkeit gemeint“, resümierte Bürgermeister Ernstberger zum Abschluss der Zeremonie.

Maximilian Bauer

Fotos: Max Bauer
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