Der Wesenstest entscheidet über den Satz

Kampf der Hundesteuer

Listenhunde in Schwarzenbruck kommen nur richtig teuer, wenn sie keinen positiven Wesenstest haben. | Foto: Grigory Bruev/stock.adobe.com2021/01/Schwarzenbruck-Listenhunde-Kampfhunde-Adobe-Stock-scaled.jpeg

SCHWARZENBRUCK – Ein Aufstand der Listenhundebesitzer in Schwarzenbruck hat Erfolg: Bei einem bestandenen Wesenstest zahlen sie nur 110 statt 1000 Euro Hundesteuer.

Kaum hatte der Gemeinderat in seiner Novembersitzung beschlossen, Kampfhunde, die bereits in Schwarzenbruck gemeldet sind, nicht mit der höheren Steuer von 1000 Euro zu veranlagen, ging an alle Listenhundebesitzer eine solch erhöhte Steuerforderung heraus. Die Aufregung war groß unter den Hundeliebhabern, schließlich stand doch das Gegenteil in der Zeitung.

Hintergrund: Die Verwaltung hatte bereits in der Sitzung im vergangenen Jahr angedeutet, dass die Erhöhung unter juristischem Gesichtspunkt noch einmal überprüft werden müsse. Dies geschah und dabei stellte sich heraus, dass es nicht möglich ist, die bereits gemeldeten Hunde mit dem alten Satz zu besteuern, während neu angemeldete Tiere der gleichen Kategorie ab Januar mit 1000 Euro besteuert werden sollten. Unglücklicherweise gingen daher auch für die Bestandshunde Bescheide über die vierstellige Summe an ihre Besitzer, obwohl der Verwaltung schon klar war, dass hier noch einmal der Gemeinderat bei einer endgültigen Lösung ein Wörtchen mitzureden haben wird.


Als nun das Thema am Dienstag erneut auf der Tagesordnung stand, waren zahlreiche Halter von Kampfhunden anwesend, die mit teils emotionalen Bürgerreden eine Lanze für ihre Vierbeiner brachen und an die Räte appellierten, die dramatische Erhöhung zurückzunehmen. Dies stellte Bürgermeister Markus Holzammer gleich zu Beginn in Aussicht, führte aber Beispiele von benachbarten Kommunen auf, von denen sich auch der neue Satz nicht so gravierend unterschied.

110 Euro entspricht doppeltem Satz

Martin Glienke (SPD) plädierte für einen mäßigeren Betrag, ebenso wie Hans Jürgen Hopf (CSU), der für Kampfhunde der Kategorie II, für die ein bestandener Wesenstest existiert, eine Steuer in der doppelten Höhe von normalen Hunden vorschlug. Damit wären Kampfhundebesitzer mit 110 Euro im Jahr dabei. Viel Verständnis für die Tierliebhaber äußerte auch Petra Winterstein (Grüne), die verschiedene Möglichkeiten der Steuererhöhung ansprach, von einer graduellen Steigerung bis zur Aussetzung für ein weiteres Jahr. Kämmerer Michael Hess erläuterte, dass die Steuer jedes Jahr zum 1. Januar neu festgesetzt werden kann und dass in der Gemeinde elf Hundebesitzer betroffen seien.

Teuer wird es ohne Wesenstest

Ein Antrag von Martin Glienke, Kampfhunde der Kategorie II mit bestandenem Wesenstest mit 110 Euro zu besteuern, solche der Kategorie I und II ohne Wesenstest mit 1000 Euro und andere Hunde mit 55 Euro beziehungsweise mit mit 80, 105 und mehr (bei Zweit-, Dritt- und weiteren Hunden), fand bei drei Gegenstimmen eine Mehrheit. Festgehalten wurde auch noch die Anregung von Hans Jürgen Hopf, das Alter für den Wesenstest festzulegen, da ein Welpe diese Prüfung noch nicht ablegen könne.

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