Ab Herbst insgesamt 180 Plätze für Asylbewerber

Asyl-Kreis braucht mehr Helfer

Marco König, Asyl- und Integrationsbeauftragter der Gemeinde Schwarzenbruck. | Foto: privat2016/06/Marco-Koenig.jpg

SCHWARZENBRUCK – Das von der Gemeinde vorgesehene, ehemalige Gasthaus Adler wird derzeit renoviert und steht im Herbst bereit für die Aufnahme von 80 Flüchtlingen. Mit der neuen Unterkunft werden insgesamt 180 Plätze für Asylbewerber im Gemeindegebiet Schwarzenbruck vorhanden sein.

In einer Veranstaltung in der Bürgerhalle zu den Themen „Flüchtlinge“ und „Helferkreis Asyl“ schilderte Bürgermeister Bernd Ernstberger die Situation in Schwarzenbruck. Ernstberger dankte allen Verantwortlichen, die in Rummelsberg so vorbildlich für die Flüchtlinge sorgen und arbeiten, und stellte den neuen „Asyl- und Integrationsbeauftragten“ Marco König vor. Der Beauftragte der Gemeinde wird sich, zusammen mit dem ehrenamtlichen „Helferkreis Asyl“, um die Flüchtlinge in Schwarzenbruck kümmern. König selbst hob die Bedeutung des Helferkreises auf dem Gebiet der Integration hervor und ließ besonders engagierte Helfer zu Wort kommen.

Asylhelfer berichten

Nora Federsel schilderte ihre Arbeit als Deutschlehrerin. Sie betonte, wie ihre Kolleginnen und Kollegen, das Grundproblem des Helferkreises: Andere interessierte Bürger zu finden, die bereit sind, mit ihnen gemeinsam zu arbeiten.

Über den Betreuer oder die Betreuerin der Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften, den sogenannten „Hauspaten“, berichtete Hermann Hummich. Naturgemäß sei es schwierig, die jungen Menschen eines anderen Kulturkreises an deutsche Sitten und Gebräuche zu gewöhnen. Insbesondere die deutsche Pünktlichkeit sei zuweilen ein Problem. Wenn aber einer der jungen Leute  ihn und seine Frau als neue „Familie“ bezeichne, sei das ein besonderes Lob, sagte Hummich lächelnd.

Neben dem „Hauspaten“ gibt es auch den „Sozialpaten“: Bei ihm handelt es sich um jemanden, der sich ausschließlich um einzelne Familien und Personen kümmert, und zwar nach deren Anerkennung und Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft.

Über die Rummelsberger Kleiderkammer berichtete Günther Lüdtke. Sie ist wohlsortiert und stark frequentiert. Inzwischen hat sich so viel Damen- und Kinderkleidung angesammelt, dass hierfür bis auf Weiteres keine Spenden  benötigt werden.

Für Fahrräder, die hie oder da defekt oder einfach nicht mehr gebraucht werden, ist Hans Groß zuständig. Er hat sich in Rummelsberg eine Werkstatt eingerichtet, wo die Flüchtlinge unter seiner Anleitung kleine Reparaturen selbst durchführen können und Fahrräder verliehen werden.

Erfolgsmodell Asylcafé

Schließlich stellte König auch Marlene Lüdtke vor, eine der den Asylkreis leitenden Damen. Lüdtke schilderte ein Erfolgsmodell: Die Beteiligung am monatlichen Asylcafé im Gemeindesaal der evangelischen Kirche sei sehr gut.

Hier gäbe es eine der wenigen Möglichkeiten des Austausches zwischen Bürgern und Flüchtlingen. Sie sprach aber auch die Probleme anerkannter Asylbewerber an – Arbeitsplatz, Wohnungssuche, Behördengänge etc. In einem Nachgespräch formulierte sie ihre drei größten Wünsche für die Arbeit:

Zum einen würde sie sich über mehr Beteiligung der Vereine freuen. Zum zweiten fehlt einfach, wie auch der Bürgermeister schon betont hatte, billiger Wohnraum in Schwarzenbruck. Und schließlich wünscht sie sich mehr Betriebe, die den Flüchtlingen Praktika anbieten können.

Wer sich für die Helferkreisarbeit interessiert, erreicht jeden Freitagvormittag Marco König unter der Telefonnummer 991120 (Rathaus) oder per E-Mail unter m.koenig @schwarzenbruck.de . Marlene Lüdtke ist erreichbar unter der Telefonnummer 9250614 oder per E-Mail: [email protected]

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