Kommunalwahl

Panaschieren, kumulieren: Wie wird gewählt?

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NÜRNBERGER LAND — Am 15. März werden im Nürnberger Land neue Bürgermeister, Gemeinde-, Stadt- und Markträte sowie der Landrat und der Kreistag gewählt. Auf was muss der Wähler achten und wie funktioniert das mit dem Panaschieren und Kumulieren?

In den meisten Kommunen im PZ-Gebiet sitzt der Wähler am Sonntag vor vier Wahlzetteln: jeweils einen für Landrat, Bürgermeister, Kreistag sowie den Gemeinde- beziehungsweise Stadt- oder Marktrat.

Bürgermeister und Landrat

Recht einfach ist die Stimmabgabe für den Bürgermeister und den Landrat. Auf diesen beiden Zetteln muss der Wähler nur ein einziges Kreuz machen, und zwar bei dem jeweiligen Kandidaten seiner Wahl. Bürgermeister wird, wer mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen bekommt. Gelingt das keinem Kandidaten, kommt es zwei Wochen später, am Sonntag, 29. März, zu einer Stichwahl zwischen den beiden meistgewählten Bewerbern.

Komplizierter wird es bei den Gemeinde- beziehungsweise Stadt- und Markträten sowie beim Kreistag. Hier hat der Wähler so viele Stimmen zu vergeben, wie es Sitze im jeweiligen Gremium gibt, mindestens aber 24. Das größte ist der Kreistag mit insgesamt 70 Sitzen. Diese Stimmen können auf unterschiedliche Weise verteilt werden.

Wahl nach Listenplatz

Das Einfachste ist, ein Kreuz bei der favorisierten Partei zu machen. Die zu vergebenden Stimmen werden dann, entsprechend der Reihenfolge auf der Liste, auf die einzelnen Kandidaten verteilt. Jedem wird ein Stimme gutgeschrieben, bis alle vergeben sind. Kandidaten, die zwei oder dreimal auf dem Zettel stehen, erhalten zwei oder drei Stimmen. Es ist auch möglich, einzelne Kandidaten von der Liste zu streichen. Dazu muss der jeweilige Name deutlich erkennbar durchgestrichen sein.

 

Panaschieren

Der Wähler kann seine Stimmen aber auch direkt an einzelne Kandidaten vergeben – und das quer über alle Parteien hinweg. Das nennt man dann panaschieren. Dazu wird in dem Kästchen vor dem Namen ein Kreuz gemacht. So können Kandidaten aus jeder Gruppierung bedacht werden. Wichtig ist dabei, gut mitzuzählen, um die maximale Anzahl nicht zu überschreiten: Wer auch nur ein Kreuz zu viel vergibt, macht seinen Stimmzettel dadurch ungültig.

Kumulieren

Wer einen oder mehrere Kandidaten gezielt unterstützen möchte, kann ihnen auch mehrere Stimmen geben, maximal drei (kumulieren). In den Kästchen vor den gewünschten Namen dürfen also maximal drei Kreuze (XXX) oder die Zahl „3“ stehen. (Achtung: Wer „3X“ einträgt, macht seinen Stimmzettel ungültig, da das X in diesem Fall als zusätzliche Stimme gewertet wird.)

Es gibt auch die Möglichkeit, Kandidaten gezielt zu unterstützen und trotzdem nicht jede Stimme einzeln vergeben zu müssen. Dazu werden bei den gewünschten Kandidaten, quer über alle Parteien hinweg, ein bis drei Kreuze eingetragen. Die übrig gebliebenen Stimmen kann der Wähler an eine der antretenden Parteien vergeben. Dazu wird neben der gewünschten Gruppierung ein Kreuzchen gemacht.

Person vor Partei

Ausgezählt wird getreu dem Motto „Person geht vor Partei“. Zunächst werden die Kandidaten bedacht, die restlichen Stimmen werden dann entsprechend der Liste auf die übrigen Bewerber der angekreuzten Partei verteilt. Hat ein Kandidat bereits ein Kreuz vor seinem Namen stehen, kann er auf diese Weise über die Liste ein weiteres erhalten. Hat der Wähler ihn bereits mit drei Kreuzen bedacht, wird der Kandidat in der Liste übersprungen und die Stimme geht an den Nächstplatzierten.

Generell gilt: Der Wahlzettel gilt nur, wenn mindestens ein Kreuz gemacht wurde, die Streichung von Namen alleine genügt nicht. Der Wille des Wählers muss deutlich erkennbar sein. Von schriftlichen Erklärungen auf dem Stimmzettel ist abzusehen, auch dies kann die Stimmabgabe ungültig machen.

 

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