PD Dr. Dane Wildner beantwortet Leserfragen

Corona-Patienten erlitten Herzmuskelentzündung mit tödlichen Folgen

Privatdozent Dr. Dane Wildner ist Chefarzt der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus Lauf. | Foto: Kirchmayer2021/12/Dr-Dane-Wildner-Chefarzt-Innere-Krankenhaus-Lauf-scaled.jpg

Privatdozent Dr. Dane Wildner geht auf zwei weitere Leserfragen ein, die die Pegnitz-Zeitung dem Chefarzt der Inneren Medizin am Laufer Krankenhaus weitergeleitet hat. Diesmal geht es um die Impfquote im Krankenhaus und vermeintlich häufige Herzmuskelentzündungen bei geimpften Patienten.

Wie viele ungeimpfte Arbeitnehmer (Ärzte und Ärztinnen, Pflegekräfte, Reinigungskräfte, Verwaltungsangestellte) gibt es im Bereich der Krankenhäuser Nürnberger Land?

PD Dr. Wildner: In den Krankenhäusern Nürnberger Land ist die Impfquote bei den Mitarbeitenden sehr hoch, das wissen wir aus den zahlreichen Impfungen über unseren betriebsärztlichen Dienst. Einige Kolleginnen und Kollegen haben sich aber auch über die Impfzentren ihrer Heimatgemeinden immunisieren lassen, deswegen haben wir keine genaue Zahl. Aufgrund der aktuell geltenden gesetzlichen Regelungen dürfen wir den Impfstatus auch nicht erfragen. In den Krankenhäusern Nürnberger Land gilt die 3G-Regel für das Personal. Alle werden mehrfach pro Woche getestet. Mitarbeitende, die ihren Impfstatus nicht mitteilen möchten, müssen sich noch öfter testen.


In den sozialen Medien wird durch Impfgegner zwar nicht mehr oft die Auslastung der Intensivstationen und das Verhältnis dort zwischen geimpften und ungeimpften Patienten geleugnet, jedoch werden weiterhin Ängste vor der Impfung geschürt. Da wird unter anderem behauptet, auf den Normalstationen würden zum einen positiv und negativ getestete Personen in denselben Zimmern liegen und die Normalstationen wären voll mit Personen, die Schäden im Zusammenhang mit der Impfung erlitten hätten, insbesondere Herzmuskelentzündungen. Als Quelle werden Patienten und Pfleger genannt, zwar nicht explizit des Laufer Krankenhauses, aber anderer Krankenhäuser. Ich würde mich freuen, wenn die Experten hier klarstellen könnten, dass es nicht so ist beziehungsweise in welchem Rahmen sich diese behandlungsbedürftigen Nebenwirkungen tatsächlich bewegen.


PD Dr. Wildner: In den Krankenhäusern Lauf und Altdorf werden alle Patienten bei der stationären Aufnahme mit einem PCR-Test auf SARS-CoV-2 getestet. Das erfolgt unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus und unabhängig von der Aufnahmediagnose in jedem Fall. Bis zum Erhalt des negativen Tests erfolgt die Unterbringung im Einzelzimmer. Bei positivem Test wird der Patient auf einer gesonderten Covid-Isolierstation behandelt. Im weiteren Verlauf werden regelmäßige Kontrollen mit PCR-Tests bis zur Entlassung durchgeführt. Eine signifikante Häufung behandlungspflichtiger impfbedingter Herzmuskelentzündungen ist nicht zu beobachten. Es litten jedoch bereits mehrere Patienten mit aktiver Covid-19-Infektion auch an einer Herzmuskelentzündung mit nachfolgender Herzschwäche und Long-Covid-Syndrom. Mehrere sind daran auch verstorben.

Weitere Fragen und Antworten folgen.

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