Schädlingsbekämpfung

Buchsbaumzünsler frisst sich durchs Land

Klein, gefräßig und gut getarnt: Die Raupen des Buchsbaumzünslers verbergen sich mit ihren schwarzen Punkten auf grüner Haut exzellent im Blattwerk der Büsche. Wer sie frühzeitig entdecken will, muss die Zweige seines Buchses auseinander biegen und ganz genau hinschauen. | Foto: Magalena Mock2019/05/Schwarzenbruck-Buchsbaumzuensler-1-1.jpg

SCHWARZENBRUCK. Als eine von vielen Betroffenen kämpft Susann Winterstein aus Schwarzenbruck mit dem Buchsbaumzünsler. Eine Gartenexpertin gibt Rat.

Grün, frisch, kugelig: So sieht ein gesunder Buchsbaum aus. Seit gut dreißig hat Susann Winterstein mehrere der kleinblättrigen Sträucher in ihrem Garten in Schwarzenbruck. An ihnen hängt ihr Herz: „Die haben wir gepflanzt, da war meine Tochter noch ganz klein“, erklärt Winterstein.

Jahrelang ging es den Pflanzen gut, jetzt nagt der Buchsbaumzünsler an ihnen. Der Schädling, ein Falter, legt seine Eier an den äußeren Blättern des Buchsbaums ab. Daraus schlüpfen schwarz-grüne Raupen, die dem Strauch den Garaus machen: erst fressen sie die Blätter, dann sogar die Rinde an den Ästen. Alle Pflanzenteile oberhalb der Fraßstelle sterben ab.

Gelbe Blätter, grüne Kot-Krümel, weiße Gespinste

„Erkennen kann man befallene Buchsbäume an abgefressenen Blättern, weißem Gespinst, grünen Kot-Krümeln und gelb werdenden Pflanzenteilen“, erklärt Claudia Uebler. Sie ist Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege beim Landratsamt. Die ersten Raupen schlüpfen meist Ende April. Je nach Witterung können sich auch im Oktober noch Nachkommen des Zünslers am Strauch laben. In einem Sommer können sie bis zu drei Generationen produzieren.

Pflanzen genauer inspizieren

„Das Problem ist, dass viele Leute nicht richtig schauen. Sie tun die Anzeichen als Trockenschäden ab“, sagt Winterstein. Das müsse sich ändern, andernfalls bekomme man das Problem nie in den Griff. Auch Uebler drängt zu Eile und Gründlichkeit.

Hobbygärtner sollten ihre Buchsbäumchen oder -hecken stets genau untersuchen: „Am besten ist es, richtig die Zweige zur Seite biegen und auch im Inneren der Pflanze nachzusehen“, rät die Kreisfachberaterin. Je früher die Schädlinge entdeckt werden, desto besser. Ist der Buchs nicht mehr zu retten, sei es am besten ihn zu verbrennen, oder gut verpackt auf dem Wertstoffhof in Altdorf oder Neunkirchen zu entsorgen.

Keine Chemie

Die Raupen tun Winterstein zwar Leid, aber sie müssen weg. „Sie sind eine richtige Plage“, klagt die Schwarzenbruckerin. Sie sammelt so viele von den Sträuchern ab, wie sie kann, versucht es mit Teebaum- und Neemöl, sowie Algenkalk. Auch ein biologisches Insektizid hat sie ausprobiert. Die Chemie-Keule lehnt Winterstein ab. „Das geht auch anders“, sagt sie überzeugt. Uebler bestätigt den Ansatz, sagt aber auch: „Es ist schwieriger. Ist der Buchs stark befallen, muss man sehr hartnäckig sein, um ihn mit biologischen Mitteln zu erhalten. Mit paar Mal spritzen ist das nicht getan. Das kann nur längerfristig was werden.“

Sondereinsatzkommando Huhn

Auf natürliche Fressfeinde kann Winterstein auch nicht bauen. Die meisten Singvögel verschmähen die Schädlinge. Nur Spatzen pflücken sich das ein oder andere Extraprotein aus ihrer Buchshecke. Besonders enthusiastische Unterstützung im Kampf gegen die Zünslerplage bekommt Winterstein von ihren Hühnern. Sie stehen förmlich Schlange, um die fetten schwarz-grünen Raupen aus den Büschen zu picken.

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock