Eröffnung der 50 Stationen am Freitag

Krippenweg Neunkirchen als Gegenpol zum Adventstrubel

Heinrich Hausners Buddelschiff-Krippen sind jedes Jahr eine der Attraktionen des Krippenwegs2014/11/92453_KrippenwegNeunkStation4-7_New_1417019464.jpg

NEUNKIRCHEN — Das Betrachten von Weihnachtskrippen kann eine Alternative zum vorweihnachtlichen Rummel in den Städten sein. Der Krippenweg in Neunkirchen, der dieses Jahr zum 18. Mal stattfindet, greift diese Möglichkeit der Besinnung auf. Zu finden sind die kleinen Herbergen, die an die Geburt Jesu erinnern, an 50 Stellen im gesamten Ort. Eröffnung ist am morgigen Freitag um 18 Uhr in der evangelischen Christuskirche.

Heimatliche, fränkische und alpenländische, orientalische, stilisierte Krippen und Modelle aus aller Welt werden ausgestellt. Bei einer ein Meter großen Bretterkrippe schuf die Künstlerin Erni Popp aus Nürnberg orientalische Figuren mit Kamel anstelle Ochs und Esel. Mit dieser Krippe soll ausgedrückt werden, dass das Geburtsgeschehen für Menschen aller Welt gleichermaßen gilt.

Jeder Krippenbauer will mit seiner Gestaltung der Krippe, mit seinem Thema, die Betrachter in den Bann ziehen. Diese sollen sich Zeit nehmen, um sich auf die jeweilige Krippendarstellung einlassen und sich mit der Darstellung auseinandersetzen zu können. So gesehen bietet der Krippenweg die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit dem biblischen Geschehen.

Lokalkolorit fehlt dabei nicht: Für die „Neunkirchen-Krippe“ töpferte Erni Popp vom Heimat- und Geschichtsverein 21 Zentimeter große Figuren, darunter die Persönlichkeiten des Ortes: Bürgermeister, Landrat, die Pfarrer, die langjährige Mesnerin sowie der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Neunkirchen, der den Krippenweg initiiert.

Ganz gleich, woher die Krippen stammen, ob aus Afrika, Asien, Südamerika oder Ozeanien – alle sollen die christliche Botschaft transportieren. Sie stellen Szenen der Verkündigung des Engels Gabriel an Maria, Marias Besuch bei ihrer Base Elisabeth, die Geburt Jesu, die Huldigung der Hirten, die Könige vor Herodes, nach dem Weg des Neugeborenen fragend, die Anbetung der Könige, die Flucht nach Ägypten dar.

Interessant ist dann auch, wie anders Christen auf den Philippinen, in Tansania, England, Polen, Ägypten, Vietnam, Neuguinea, Peru oder Mexiko, das Weihnachtsgeschehen präsentieren. Beispielhaft sind hierfür die Darstellungen aus Papua Neuguinea, die teilweise eigens für den Neun­kirchener Krippenweg geschnitzt wurden. Die Figuren sind aus Treibholz hergestellt – die heilige Familie, ein Schwein, ein Krokodil und ein Opossum. Ochs und Esel sind dort unbekannt, Schweine sind Symbole des Reichtums.

Der Künstler, Steven aus Kurum von der Insel Karkar, schuf auch einen Zyklus mit sechs Reliefbildern vom Geburtszyklus (Verkündigung, Besuch bei Elisabeth, Geburt, Anbetung der Hirten, Anbetung der Könige, Flucht nach Ägypten). Könige sind in diesem Kulturkreis unbekannt, für diese Krippe wurden sie eigens für Neunkirchen nach Zeichnungen geschnitzt.

Eine weitere Attraktion auf dem Weg ist Heinrich Hausners Krippe in der Flasche. Seine Liebe, Buddelschiffbauen, übertrug er auf Weihnachtskrippen und fertigt seit mehreren Jahren extra für 
Neunkirchen eine Szene: orientalische Krippe, fränkische Krippe, alpenländische Krippe, zuletzt eine Krippenwerkstatt.

Insgesamt sind die Stationen auf dem etwa zwei Kilometer langen Weg enorm vielseitig. Wer nach dem Rundgang noch erlesene Krippenkunst sehen will, besucht die Sonderausstellung in der Kapelle „St. Magdalena“ neben der katholischen Kirche. Im Gotteshaus zeigen Krippenfachleute jährlich wechselnd ihre besten Werke: dieses Jahr Hildegard Vitzthum aus Feucht ganz unterschiedliche Krippen von Altbayern bis in den Mittelmeerraum.

Der Krippenweg ist vom 29. November bis zum Dreikönigstag am 6. Januar täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet. Die Sonderausstellung in der Kapelle St. Magdalena ist in der Adventszeit an allen Samstagen und Sonntagen von 13 bis 17 Uhr zugänglich, ab Weihnachten täglich. An den Adventssonntagen findet um 17 Uhr in der Ortsmitte gegenüber der Sparkasse zusätzlich eine besinnliche Feier statt. Führungen für die Öffentlichkeit werden jeden Sonn- und Feiertag um 15 Uhr ab der Ortsmitte/Sparkasse angeboten. Weitere Infos unter www.hgvn.de oder unter Telefon 09123/75640.

N-Land Franz Semlinger
Franz Semlinger