Krippenspiel in Neunkirchen

Hunderte auf Herbergsuche mit Maria und Josef

Auf dem Kroderhof verkündet Engel Rebekka Pfister den vielen Besuchern, die sich mit auf die Herbergssuche durch ­Neunkirchen begeben hatten, dass Christus geboren ist. Foto: Semlinger2013/12/74735_krippenspielneunkirchenkroderhofsem_New_1387211764.jpg

NEUNKIRCHEN — Der „Krippevirus“ hatte am Sonntag Neun­kirchen fest im Griff: Hunderte von Besuchern, Jung und Alt, begaben sich mit Maria und Josef auf Herbergssuche durch den Ort. Das Krippenspiel hatte der Theaterverein „Die Sandhas‘n“ anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Christuskirche einstudiert.

Von der großen Resonanz einheimischer und auswärtiger Besucher waren die Initiatoren völlig überrascht. Die Straßen waren gut gefüllt, weil auch noch viele Besucher den Krippenweg abliefen. Die Idee für das Krippenspiel stammte von Katharina Pfister. Sie hatte die Texte selbst geschrieben, unterstützt von Carmen Körber und Elisabeth Wolfermann. Die Jugendleiterin des Theatervereins führte auch Regie und plante den Weg. Die Neunkirchener Musikanten spielten passende Lieder.

Im Hof der evangelischen Christuskirche versammelten sich die Bürger, die mit durch den Ort laufen und die Herbergssuche hautnah miterleben wollten – und schon hier reichte der Platz nicht aus. Eröffnet wurde die Szene mit einer Marktfrau und ihrer Familie (Ute, Olaf, Lea und Lukas Böhm). Ein römischer Reiter (Hans Britting) auf dem Pferd verkündete das Gebot des Kaisers Augustus, dass eine Volkszählung stattfinde. Josef (Tobias Weiland) mit seiner Maria (Eva Bernet) machte sich dann auf den „Krippenweg“ durch Neunkirchen. Auch Tiere durften nicht fehlen, wie der Esel der Familie Schuster aus Kersbach, der immer wieder sein „Ia, ia“ als Kommentar abgab.

Der Zug setzte sich dann in Richtung Frühmeßholzstraße und Erlenstraße in Bewegung. Am „Jordan“ (Röttenbach) gab es das nächste Anspiel. Die Freiwillige Feuerwehr Neun­kirchen sicherte den langen Zug, zu dem auch Pfarrer Hans Weghorn und Landrat Armin Kroder gehörten, während des Marschs und bei Straßenüberquerungen ab und unterwegs stießen immer mehr Bürger hinzu.

Weiter ging es über die Brücke zur Wohnresidenz. Hier konnten Maria und Josef nicht aufgenommen werden, weil kein Platz vorhanden war, und auch die anderen Versuche, ein Quartier zu finden, schlugen fehl. Die Zuschauer erlebten dies bei Peter Wischniowski (Schulstraße), Marianne Semlinger (Schulstraße) und Pfarrer Jürgen Dellermann (Bergstraße). Überall wurden verständliche Argumente genannt, weshalb man die schwangere Maria nicht aufnehmen könne.

Nach Überquerung der Hauptstraße erreichten die vielen aktiv und passiv Beteiligten Schauspieler den Kroderhof. Dort grasten schon die Schafe, zur Verfügung gestellt von Familie Pfister aus Rollhofen und gehütet von den Hirten (Jonas Böhm und Andreas Schlosser). Hier auf dem Bauernhof fand die Heilige Familie schließlich Unterschlupf. Ein Engel (Rebekka Pfister) verkündete die Botschaft von Jesu Geburt.

Diese wurde schließlich im Stodl gefeiert, wo es für die Besucher Kaffee und Kuchen gab. Mit einer vorgetragenen Geschichte fand das schöne Krippenspiel einen guten Abschluss. Mehr als 20 Helfer für Kuchen, Technik, Organisation und mehr hatten dazu beigetragen, dass das Krippenspiel ein voller Erfolg wurde. Der Spendenerlös kommt der evangelischen Kirchengemeinde in Neunkirchen zugute.

N-Land Franz Semlinger
Franz Semlinger