Rußigen Aidt wurde abgesagt

Wetter wirbelt Brunnenfest und Hämmernkirchweih durcheinander

Zahlreiche Bands und Musiker spielten in der Laufer Altstadt. | Foto: Buchner-Freiberger2018/09/brunnenfest-band-marktplatz1.jpg

LAUF (bu) — Wetterbedingt eher verhalten war der Zuspruch beim verkaufsoffenen Laufer Brunnenfest. Immerhin blieb es nach dem völlig verregneten Morgen am Nachmittag trocken und sogar etwas sonnig. Allerdings fehlte nach Absage der Hämmernkirchweih am Sonntag der „Rußigen Aidt“ als zusätzlicher Publikumsmagnet.

Zehn Standbetreiber sagten kurzfristig ab oder tauchten überhaupt nicht auf, erzählt Jürgen Oriold, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, der den verkaufsoffenen Sonntag zum Brunnenfest in diesem Jahr zum 22. Mal organisierte. Er hoffte zu Beginn des Nachmittags, dass zumindest die Geschäfte vom eher mäßigen Herbstwetter profitieren würden. „Denn wenn die Sonne scheint, sitzen die Leute lieber draußen vor den Cafés. Heute zieht es sie vielleicht eher in die Läden.“

„Ich habe zugesagt, also komm´ ich auch“, meint die Standbetreiberin von „Heidis Gestecklädle“ aus Neunhof. Und die Verkäuferin am Lebenshilfe-Stand zeigt sich überrascht: „Ich bin zufrieden. Ich hätte mit weniger Kundschaft gerechnet.“

Beim Bund Naturschutz konnte man am Glücksrad drehen. | Foto: Buchner-Freiberger2018/09/brunnenfest-bund-naturschutz-glucksrad.jpg

 

Beim gleichzeitig stattfindenden Straßenmusikerfestival hatten „nur“ zwei Acts abgesagt. Entsprechend entspannt war Organisator Martin Meinzer. Über die ganze Altstadt verteilt traten mehrere Bands und Musiker auf. Lediglich die großen Menschentrauben bildeten sich davor – anders als in den Vorjahren – eher selten.

„Die Hölle los“ war dagegen beim Flohmarkt der Altstadtfreunde im „Ehemaligen Försterhaus“, direkt neben dem Wenzelschloss. „Wir sind am Vormittag regelrecht überrannt worden“, erzählt Marlies Reuter, vielleicht auch deshalb, weil der Trempelmarkt zur Hämmernkirchweih, der parallel hätte stattfinden sollen, ins Wasser fiel. Die Altstadtfreunde hatten im Vorfeld jede Menge Nippes bei Freunden und Bekannten eingesammelt.

Am Samstag war die Welt noch in Ordnung für die Veranstalter der Hämmernkirchweih, der Sonntag dann wurde – samt des traditionellen Rußigen Aidts – aus Sorge vor Regen und Sturm komplett abgesagt. Wenigstens zur Eröffnung schien zeitweise die Sonne: In einem Sternmarsch zogen der Spielmannszug der Laufer Schulen, die Haberloher vom TV 1877 Lauf, der Musikverein Lauf und die Musikzüge des TSV Lauf, nämlich der Spielmannszug „Das Original“ sowie die Marchingband, zum Schlossplatz, wo Bürgermeister Benedikt Bisping und Landrat Armin Kroder den Bieranstich vornahmen. Über 170 Musiker boten vor dem Wenzelschloss ein beeindruckenes Bild.

Ein tolles Bild boten die verschiedenen Musikzüge am Samstag vor dem Schloss. | Foto: Hensel2018/09/hammernkirchweih-schulerspielmannszug-und-original.jpg

Auch der Trödelmarkt, veranstaltet vom Kreisjugendring AG Lauf, war gut besucht, und auf den Bierbänken ließen sich etliche Menschen nieder.

Ein ganz anderes Bild dann am Sonntag: Wegen des Dauerregens am Morgen und einer Sturmwarnung für den Nachmittag sagten die Veranstalter – die Abteilung „Musik“ des TSV Lauf — die Hämmernkirchweih komplett ab. Schweren Herzens, wie Abteilungsleiter Karl-Heinz Böhmer gegenüber der PZ betonte. Aber man befürchtete, dass nur wenige Besucher zum historischen Schauspiel gekommen wären und dass die aufgestellten Pavillons dem Wind nicht Stand halten würden. Pech für die Veranstalter: Am Nachmittag, gerade zu der Zeit als der „Rußigen Aidt hätte stattfinden sollen, blieb es trocken.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger