Es wird immer Ware nachgeliefert

Supermärkte verstehen Hamsterkäufe nicht

Heike Preßler, Filialleiterin des Norma-Markts in der Röthenbacher Straße in Lauf, packt beim Einräumen von Toilettenpapier mit an. | Foto: Haase2020/03/Einkauf-Klopapoer-Norma-Filalleiterin-Corona-scaled.jpg

LAUF – Obwohl in Laufer Supermärkten kurzzeitig bestimmte Waren ausgegangen sind, betonen die Filialleiter, dass die Regale weiterhin immer wieder aufgefüllt werden. Doch auch die Mitarbeiter sind überlastet. Die Filialleiter bitten die Kunden daher, bedarfsgerecht und in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen.

„Die Regale sind leer, die Kunden nehmen sich das Toilettenpapier direkt von der Palette, viele kaufen Massen von Konserven ein“, sagt Heike Preßler, die die Normafiliale in Lauf leitet. Um der Nachfrage Herr zu werden, unterstützt sie ihre Mitarbeiter beim Nachfüllen der Waren. „Wir bekommen ja immer Lieferungen, aber wir kommen einfach mit dem Einräumen nicht hinterher“, sagt sie weiter.

Lebensmittelmärkte bleiben geöffnet

Spätestens als Ministerpräsident Söder am Montag, 16. März, auf einer Pressekonferenz den Katastrophenfall in Bayern ausgerufen hat, sind wohl alle Menschen beunruhigt. Während ab Mittwoch die meisten Läden schließen müssen, bleiben die Lebensmittelmärkte und die Geschäfte „für den täglichen Bedarf“, weiterhin geöffnet. Ein neues Ladenschlussgesetz erlaubt den Märkten unter der Woche sogar bis 22 Uhr und an Sonntagen von 12 bis 18 Uhr zu öffnen.

Jetzt mehr als nötig einzukaufen, ist in den Augen von Christoph Schmitt, Leiter der Edeka-Filialen in Lauf, Röthenbach und Schwaig, deshalb vollkommen unnötig und verschlimmert die aktuelle Lage sogar: „Wir bekommen immer genug Waren, aber wenn dann alles in Massen gekauft wird, reißt das einfach kurzzeitig Löcher in das Angebot. Wir haben ja auch nur eine bestimmte Lagerkapazität.“ Schmitt bittet Kunden, „bedarfsgerecht und in handelsüblichen Mengen“ einzukaufen.
Auch Normaleiterin Preßl, hat keine Bedenken, dass irgendwelche Waren ausgehen könnten.

Fleißige Angestellte im Supermarkt

„Die Mitarbeiter machen eine sehr gute Arbeit, aber sie sind jetzt am Limit“, sagt Preßl. Im Hinblick auf die erweiterten Öffnungszeiten gilt es nun, die Anweisungen „von oben“ abzuwarten und dann einen neuen Personalplan aufzustellen. Das „tolle Mitarbeiterteam“ lobt auch Schmitt. Auch er prüft nun, wie sich die Öffnungszeiten in den drei Filialen anpassen lassen.

Trotz Wartezeiten, einzelnen ausverkauften Produkten und Gedränge in den Supermärkten sei die Lage aber ruhig. „Die Kunden bringen uns sehr viel Verständnis entgegen“, so Schmitt. Den gleichen Eindruck hat auch Preßl: „Die Leute sind sehr geduldig.“

„Ausgehen wird nichts“

Dass die Kunden mehr einkaufen, merken die Supermarktbetreiber jedoch schon seit einigen Tagen. ­Schmitt hofft, dass sich die Lage schnell wieder normalisieren wird. „Ausgehen wird nichts und es kommt alles wieder nach“, beruhigt er.

Nicht nur Supermärkte und Getränkemärkte sind geöffnet. Auch Banken, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Optiker, Hörgeräteakustiker, Filialen der Deutschen Post AG, Tierbedarf, Bau- und Gartenmärkte, Tankstellen, Kfz-Werkstätten und Reinigungen bleiben offen.

Einkauf für zwölf Tage

Auf den Parkplätzen vor den Supermärkten sieht man zwar viele bis zum Rand gefüllte Einkaufswägen, doch Panikstimmung herrscht bei den Einkäufern nicht. Auch Elke Scheck, ihre Tochter Kerstin Onzulis und eine Bekannte laden am Laufer Reweparkplatz gerade ihre Einkäufe ein. „Wir sind zusammen mit einem Auto da. Drei Parkplätze würden wir ja eh nicht bekommen“, sagt Scheck. In Schecks Haushalt leben gleich drei Personen, die zur Risikogruppe zählen, sagt die Schnaittacherin. „Wir haben heute für zwölf Tage eingekauft, sonst kaufen wir für eine Woche“, sagt Scheck.

Zu dritt sind Mutter Elke Scheck (rechts), ihre Tochter Kerstin Onzulis (Mitte) und ihre Bekannte aus Schnaittach nach Lauf gefahren. Scheck kauft auch für ihre alte Mutter und ihren kranken Mann für mehrere Tage ein. Foto: Haase2020/03/EInkauf-Rewe-Hamsterkauf-Corona-scaled.jpg

Man erntet komische Blicke

Im Hintergrund räumt eine weitere Kundin auch einen Großeinkauf ins Auto: „Wir sind insgesamt sieben Personen und ich gehe einmal die Woche einkaufen. Man erntet mittlerweile schon komische Blicke, wenn man so viel im Wagen hat“, sagt sie.

Im Auto nebenan wartet Banu Aykan. Weil die Lauferin eine leichte Erkältung hat, schickt sie ihren Mann allein in den Supermarkt. „Man muss doch auch einfach rational denken. Eine Panik darf nicht ausbrechen, sonst haben wir alle verloren“, warnt sie.

Die Norma in Lauf verlässt Marlies Oeder nur mit einer kleinen Tüte und drei Packungen Toilettenpapier. „Ich war ein paarmal einkaufen und es gab keines. Aber ich nehme sonst auch immer gleich drei Packungen mit. Erst wenn die leer sind, hole ich wieder neues“, sagt die Lauferin mit Nachdruck.

„Ich weiß nicht, warum die so viel Klopapier kaufen, da können sie doch nicht abbeißen“, witzelt Robert Geweth aus Rückersdorf am Parkplatz des Laufer Aldis. Er hat heute ebenfalls nur wenige Sachen eingekauft. „Die Geschäfte bleiben ja offen und sind ja sogar länger offen.“

N-Land Rebecca Haase
Rebecca Haase