Vortrag im Kulturbahnhof Hersbruck

Sonnenenergie nutzen – von Balkon-PV bis zur Freiflächenanlage

Clemens Garnhartner war für den Vortrag des Kulturbahnhofs über Photovoltaik live aus Straubing zugeschaltet. | Foto: U. Scharrer2021/12/kuba.jpg

HERSBRUCK – Derzeit zeigt sich die Sonne, diese schier unerschöpfliche und kostenlose Energiequelle, ja eher selten. Nutzen kann man die Strahlung dennoch – wie effizient und ökonomisch Photovoltaikanlagen sein können, dazu hatte Clemens Garnhartner von C.A.R.M.E.N., der Koordinierungsstelle für nachwachsende Rohstoffe, erneuerbare Energien und Energieeffizienz im ländlichen Raum, einiges zu sagen – von Balkon-PV bis zur Freiflächenanlage kombiniert mit landwirtschaftlicher Nutzung.

Es wird einmal mehr online informiert und debattiert in der Vortragsreihe „Kuba-Libre“ des Kulturbahnhofes. So konnten sich aber von den rund 40 Zuhörern auch einige aus Niederbayern zuschalten, dem Sitz des renommierten Kompetenzzentrums C.A.R.M.E.N. Das Publikum war auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen Energiegewinnung bereits ein paar Schritte gegangen, wie eine kleine Umfrage offenbarte: 43 Prozent besitzen bereits eine PV-Anlage, 60 Prozent beziehen Ökostrom, und „bemüht, Strom einzusparen“ sind laut eigener Aussage 100 Prozent.

Was tut sich in Berlin?

Offene Fragen gab es trotzdem einige, und Garnhartner beantwortete sie mit viel Sachverstand, ob es nun um staatliche Förderung ging oder die Ausrichtung der Module, ihre Effizienz, die Amortisation, Altanlagen oder um scheinbare Kuriositäten wie die Nutzung der Batterie eines E-Autos als Stromspeicher für die PV-Anlage – zwar möglich, aber noch nicht erlaubt. Nur der Blick in die Zukunft hält noch Überraschungen bereit: trotz eingehender Lektüre des Koalitionsvertrages der neu gebildeten Regierung kann niemand genau vorhersagen, wo sich Änderungen in der Gesetzgebung oder in manchen Regulierungen ergeben könnten. Daran waren vor allem die Mieter unter den Zuhörenden interessiert. Für sie ist das Anbringen von PV-Elementen viel komplizierter als für Wohneigentümer.

Wie lohnend selbst Kleinstanlagen sein können, das veranschaulichte Garnhartner an Beispielen: Fünf Quadratmeter Sonnenkollektoren etwa können den jährlichen Strom-Bedarf eines Menschen decken. Die Ausrichtung gen Süden ist dabei nicht mehr so relevant, eine West-Ost-Ausrichtung der Kollektoren sorgt sogar für eine gleichmäßigere Stromernte im Lauf des ganzen Tages.

Solaranlagen mit Weidetieren

Der ständig steigende Bedarf an Elektrizität macht die Energiewende und die regenerative Erzeugung von Energie dringlich. Hier hatte Garnhartner auch überraschende Fakten für die Belegung von Freiflächen an der Hand. Gegenüber der Nutzung von einem Hektar Land durch Maisanbau für eine Biogasanlage erzeuge dieselbe Fläche als PV-Anlage die 40-fache Menge an Strom. Trotzdem sinkt im Moment in der Bevölkerung die Akzeptanz für Freiflächen-PV-Anlagen, deswegen lieferte Garnhartner Ideen für einen mehrfachen Nutzen gleich mit: Zäune könnten so gebaut werden, dass Kleintiere mühelos passieren können, eine zusätzliche Beweidung oder Tierhaltung sei ebenso denkbar wie Anlagen, die so konstruiert sind, dass sie von Landwirten befahren werden können.

Zusammen mit Wasser- und Windenergie sorge Sonnenenergie, wie der Diplomingenieur abschließend feststellte, für die geringste CO2-Belastung unter den Erzeugungsformen.

Viele Fragen

Die online zugeschalteten Gäste der Veranstaltung wollten im Fragenteil wissen, wie wohl die Vergütung für eingespeisten Strom in den kommenden Jahren aussehen wird, ob ein Smarthome beim Stromsparen helfen kann, wie wetterempfindlich PV-Anlagen sind und wie lohnend die Speicherung der gewonnenen Energie sein kann.

Unter [email protected] oder der Telefonnummer 09421/960-300 in Straubing können sich interessierte und klimaaktive Bürger beraten und unterstützen lassen.

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