Tiefstand bei Einbrüchen

Kriminalstatistik der Polizei Hersbruck

Insgesamt gab es letztes Jahr 252 Diebstähle in der Hersbrucker Schweiz, davon 24 Ladendiebstähle und drei Wohnungseinbruchsdiebstähle. | Foto: Polizei Hersbruck2021/04/P12.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – „Mit nur drei Wohnungseinbruchsdiebstählen ist 2020 ein erfreulicher Tiefstand verzeichnet worden“, blickt Bernhard Distler zurück. Der Chef der heimischen Polizei lobte bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Hersbrucker Land zudem die Aufklärungsquote von über 70 Prozent. „Die Umlandgemeinden gehören zu den sichersten Gebieten in ganz Bayern“, beschreibt er die Lage.

Insgesamt verzeichneten die Hersbrucker Ordnungshüter im vergangenen Jahr über 1120 Straftaten. Rund 170 davon waren sogenannte Rohheitsdelike: leichte Körperverletzung bis Raub. Dies bedeutet zwar einen Anstieg. Grund dafür sind Rangeleien unter Jugendlichen am Bahnhof. Bernhard Distler ließ daraufhin dort seine Beamten verstärkt Präsenz zeigen. Diese Maßnahme, verbunden mit Gesprächen, befriedete die Lage rasch wieder.

Ebenfalls nach oben ging die Zahl der schweren Diebstähle. Verantwortlich war ein Suchtkranker, der zur Geldbeschaffung Taschen und Portemonnaies aus unversperrten Autos in der Hersbrucker Innenstadt entwendete. Die Festnahme des Drogenabhängigen verlief fast schon filmreif. Serviceleute beobachteten, wie er über den offenen Kofferraum in einen Wagen stieg und einen Rucksack klaute. Sie hielten den Täter fest und übergaben ihn der Polizei.

„Vertrauen ist sehr hoch“

Zuvor hatte Bernhard Distler die Öffentlichkeit über das Problem informiert. Dank der Unterstützung konnte die unschöne Serie beendet werden. „Das Vertrauen in die Polizei ist sehr hoch, was bei der Aufklärung hilft“, sagte der Chef der heimischen Gesetzeshüter. 2016 gab es noch 21 Wohnungseinbrüche. 2020 waren es gerade einmal drei, was sicher auf Corona und das damit verbundene Zuhausebleiben zurückzuführen ist.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Ein leidiges Dauerthema sind Fahrraddiebstähle. Es gab zwar einen Rückgang. Doch Bernhard Distler ärgert sich, dass etliche Drahteselbesitzer den Tätern das Klauen „zu einfach machen“. Sein Appell lautet: „Das Rad stets absperren und zwar mit einem Schloss, das seinen Namen auch verdient.“ Hersbrucks stellvertretender Polizeichef Klaus Bald ergänzte, dass bei den Verlustmeldungen Unterlagen über Marke, Farbe, Nummer, Zubehör und anderes ihm und seinen Kollegen die Arbeit erleichtern.

Ohne Feste kaum Zerstörung

Bei der Sachbeschädigung kommt der Coronaeffekt ebenfalls zum Tragen. Es konnten 2020 ja kaum Veranstaltungen stattfinden, wo zum Beispiel aus Übermut Sachen kaputt gemacht werden.

In Sachen Rauschgift folgt Hersbruck dem Bundestrend. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich die Zahl der Delikte mehr als verdoppelt auf nunmehr 65. Eine Rolle spielt dabei sicher auch, dass die Polizei die Kontrollen verstärkt hat. In allen Fällen ging es um kleinere Mengen für den Eigenbedarf, sagte Klaus Bald. Positiv ist, dass an den Schulen keine Vorkommnisse mit Drogen vermeldet wurden.

Betrug nimmt zu

Ob Liebesschwüre mit Geldwunsch, Enkeltrick oder Gewinne ohne Teilnahme an Lotterien: Betrügereien im Internet nehmen zu. „Bei manchen Verhaltensmustern der Opfer kann man nur mehr mit dem Kopf schütteln“, sagt Klaus Bald. Er rät dringend, auch die günstigsten Sonderangebote nicht vorab zu bezahlen, vor allem nicht ins Ausland, und dazu sorgsam die eigenen Daten zu schützen.

Bei Angriffen mit Computerviren werden Experten der Kripo Schwabach hinzugezogen. Die Aufklärungsquote ist dennoch gering, da die meisten Täter oder Provider sich außerhalb Deutschlands befinden, der Datenschutz Vorrang hat und eine Vorratsdatenspeicherung fehlt. „In vielerlei Hinsicht ist das Internet fast ein rechtsfreier Raum“, bringt Bernhard Distler das Problem auf den Punkt.

Hersbruck ist Hotspot

Über zwei Drittel der rund 1120 Vorfälle des vergangenen Jahres haben sich in Hersbruck ereignet. Das Gebiet der Polizeiinspektion umfasst aber auch die Gemeinden des Altlandkreises. Diese Orte sind in Sachen Straftaten auf der Straftaten-Karte des Freistaates regelrecht weiße Flecken, so wenig ist dort passiert. In Velden wurden gerade einmal 27 Delikte für die heimische Kriminalstatistik erfasst. „In Kirchensittenbach als positivem Spitzenreiter waren es sogar nur 20“, berichteten Bernhard Distler und Klaus Bald.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren