Die Vorarbeiten laufen: Kleinod soll ab 2017 saniert werden

Hoffnung für die Hersbrucker Spitalkirche?

Wenn alles glatt geht, kann die Sanierung der Hersbrucker Spitalkirche schon 2017 beginnen. Foto: J. Ruppert2016/04/Die-Spitalkirche-soll-saniert-werden.jpg

HERSBRUCK – „Vielleicht kann die Sanierung der Spitalkirche 2017 beginnen“, sagte Stadtbaumeister Lothar Grimm. Das Jahrhunderte alte Kleinod gehört nicht der Kirche, sondern der Elisabeth-Spital-Stiftung, die in den Händen der Stadt Hersbruck liegt. Erst der Hauptverwaltungsausschuss und dann der Gesamtstadtrat segneten die finanziellen Eckdaten für 2016 ab.

Insgesamt verwaltet die Stadt vier Stiftungen. Schon die Namen verraten, warum sich die Stadt mit dem Erbe aus der Vergangenheit schwer tut: Es gibt eine Waisenhausstiftung, eine Almosenstiftung und eine Stiftung für das einstige städtische Altersheim. Wesentlich mehr Substanz hat die Elisabeth-Spital-Stiftung. Ihr Haushalt umfasst immerhin an die 200.000 Euro. Kernstücke sind das alte an die Rummelsberger Anstalten vermietete Bürgerspital, die Spitalkirche, das Emil-Held-Haus als Domizil der Volkshochschule und Waldstücke.

Beim Spital und der Kirche sollen ein Gutachten und ein Konzept für über 26.000 Euro den weiteren Handlungsbedarf zutage bringen. Bekanntlich befindet sich besonders das alte Gotteshaus und hier wiederum das verschachtelte Dach in schlechtem Zustand.

Ulrike Eyrich erkundigte sich nach den Fortschritten bei den Untersuchungen. Eine Erlanger Spezialfirma hat inzwischen ein „verformungsgerechtes Aufmaß“ (Erfassung von Bauschäden sowie Spuren früherer Bauzustände) erstellt, sagte Lothar Grimm. Nun sind die Statiker an der Reihe, die kritische Knotenpunkte in der Konstruktion anschauen. Alle Maßnahmen sind mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgesprochen.

Sobald die Vorarbeiten beendet sind, müssen die Kosten ermittelt werden. Aufgrund der hohen Kosten einer Sanierung hofft der Stadtbaumeister auf Sponsoren. Die Rücklagen der Elisabeth-Spital-Stiftung betragen mittlerweile über eine halbe Million Euro. Größte Posten auf der Einnahmenseite sind Mieten und Erlöse aus dem Holzverkauf.

Die anderen drei Stiftungen haben als Kapital jeweils eine kleine Immobilie und werfen kaum Gewinn ab. Zum Beispiel gehört der Waisenhausstiftung der frühere Kindergarten und spätere ASB-Hort im Furtweg. Eventuell soll das Gebäude ab September als Krippe genutzt werden. Die Almosenstiftung unterstützte vergangenes Jahr Sozialbestattungen in Hersbruck mit nahezu 5000 Euro. Bei der Waisenhausstiftung fielen 2015 keine Ausgaben für soziale Zwecke an.

Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband rät zu einem Zusammenlegen von Stiftungen und einem Anpassen der Zwecke an zeitgemäße Anforderungen. Zwar sind alle Stiftungen schuldenfrei, doch eine Fusion würde den Verwaltungsaufwand verringern. Ulrike Eyrich griff im Hauptverwaltungsausschuss diesen Gedanken auf. Bürgermeister Robert Ilg würde sofort alles dafür Erforderliche in die Wege leiten. Allein die Regierung von Mittelfranken als Stiftungsaufsicht stellt sich quer.


Kämmerer Hubert Seidler legte dem Hauptverwaltungsausschuss die Jahresrechnung des rund 30 Millionen Euro schweren städtischen Etats für 2015 vor. Überraschungen gab es keine. Dank der Einsparungen und einer strikten Haushaltsdisziplin stuft Hersbrucks Finanzchef das Ergebnis als „insgesamt erneut sehr positiv“ ein. Falls aber größere Investitionen anfallen, muss die Stadt zusätzliche Schulden aufnehmen.

Für zwei bestehende Darlehen mit einer Gesamtsumme von über 1,5 Millionen Euro kann Hersbruck eine Zinssicherung vornehmen. Die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung in neun Jahren beträgt 920 000 Euro. Um dann keine böse Überraschung zu erleben, stimmte der Ausschuss dafür, jetzt einen Bausparvertrag abzuschließen. Eine Aussprache brauchte keiner. „Angesichts der Zinssätze (zwischen null und 1,89 Prozent) ist die Sitzungsvorlage selbsterklärend“, sagte zweiter Bürgermeister Peter Uschalt.

Vergangenes Jahr war die Entscheidung gefallen, dass Hersbruck einen neuen Kredit mit 20 Jahren Laufzeit über fast 560.000 Euro aufnehmen kann. Dies wird jetzt erst notwendig. Auf Antrag der Kämmerei bewilligte der Ausschuss einen Kurzläufer auf Drei-Monats-Zinsbasis. Hintergrund ist, dass die Stadt eine Bedarfszuweisung beantragt hat. Dafür muss eine sofortige Schuldentilgung möglich sein. Sollte kein Geld vom Freistaat fließen, kann der Kredit rasch in ein langfristiges Darlehen umgewandelt werden.

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