Pressekonferenz in Nürnberg

DB Netz stellt aktuellen Planungsstand in Sachen Elektrifizierung vor

Die DB Netz plant in Nordbayern die Elektrifizierung von insgesamt fünf Streckenabschnitten mit einer Gesamtlänge von 330 Kilometern. Für die Vorplanungen hat die Bahn ein Budget von 26 Millionen Euro zur Verfügung. | Foto: DB2018/02/2018-02-28-Skizze-Bahnstrecken-Nordostba.jpg

NÜRNBERG – Die Deutsche Bahn will in Sachen Elektrifizierung einen transparenten Kurs fahren und hat deshalb zum Pressegespräch nach Nürnberg geladen. Dort stellte die DB Netz den aktuellen Stand des Bahnausbaus in Nordbayern vor, auch was das obere Pegnitztal betrifft. Recht viel Neues war dabei zwar nicht zu erfahren. Nur, dass derzeit alle mögliche Varianten in die Vorplanungen einbezogen werden und sogar ein Umfahren kritischer Tunnel nicht ausgeschlossen wird.

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Elektrifizierung Nürnberg – Marktredwitz als vordringlich eingestuft. Konkret bedeutet das: Die Bundespolitik hat die DB Netz damit beauftragt, die Planungen für diese Elektrifizierung zu erstellen. Und genau das tut sie derzeit. Sie überlegt, wie sie die 124 Kilometer lange Strecke so fit bekommt, dass elektrische Züge darauf fahren können. Warum? Weil elektrische Züge umweltfreundlicher, wirtschaftlicher und auch schneller als Diesel-Loks seien. Und obendrein ermöglichten sie ein höheres Verkehrsaufkommen, so Robert Hanft, verantwortlicher Leiter für den Bahnausbau Nordbayern. Von dem Ausbau würde letztlich die gesamte Region profitieren.

Wie diese Elektrifizierung der Strecke nun konkret aussieht, welche Bauarbeiten dafür nötig sind, ob Tunnel aufgeweitet, historische Bahnbrücken abgerissen und neue gebaut werden müssen — all das ist noch offen. „Das kann ich heute noch nicht sagen“, bittet Hanft um Geduld. Ende 2019 seien die Vorplanungen für die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg – Marktredwitz abgeschlossen.


Erst wenn Ende 2019 dann sämtliche Varianten vorliegen, werde eine Entscheidung getroffen. Könne es da auch passieren, dass sich gerade aufgrund der vielen Brücken und Tunnel im oberen Pegnitztal eine Elektrifizierung als nicht umsetzbar herausstelle und die Strecke hinten runter falle? „Wir planen so, als ob wir die Elektrifizierung auch umsetzen dürfen“, erklärt Hanft, verweist im gleichen Atemzug aber auch darauf, dass der Bund seinen Verkehrswegeplan alle fünf Jahre einer Überprüfung unterziehe. Im aktuellen Plan sei die Elektrifizierung der Strecke jedenfalls enthalten. Sogar im vordringlichen Bedarf.

Wichtig sei es der Bahn, ihren aktuellen Planungsstand transparent zu machen. Bürger könnten ihn beispielsweise auf www.bahnausbau-nordostbayern.de einsehen. Außerdem binde die Bahn die betroffenen Kommunen mit ein. Und: „Für Mandatsträger und Verbandsvertreter richten wir Koordinierungsräte ein“, erklärt Robert Hanft, der am Ende des Pressegesprächs noch eine gute Nachricht in petto hatte: Im Zuge der Elektrifizierung soll auch der Ausbau der S-Bahn bis Neuhaus stattfinden.

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