Elektrifizierung der rechten Bahnstrecke

Entsteht ein Schaltwerk in Ottensoos?

Innerhalb eines 200 Meter breiten Bereichs (rote Linien) sollen an geeigneter Stelle die künftigen Stromleitungen von der S-Bahnstrecke (in der Bildmitte von links nach rechts) zur rechten Bahnstrecke verlaufen. Der Standort des Schaltwerks östlich von Ottensoos (links oben der Sportplatz und die Bahnunterführung Richtung Rüblanden) ist mit einem X markiert. | Foto: Deutsche Bahn2020/07/Bahnstrom-Bahnausbau-Ausschnitt_BSL_Ottensoos_200716.jpg

OTTENSOOS – Die Deutsche Bahn steckt mitten in den Vorplanungen für die Elektrifizierung der rechten Bahnstrecke von Nürnberg bis Schirnding in Oberfranken . Dafür soll auf Ottensooser Gemeindegebiet – nach bisherigen Überlegungen der Bahn – auf einer Fläche von rund 1000 Qua­dratmetern ein Schaltwerk eingerichtet werden.

Das Projekt „Bahnausbau Nord­ostbayern“ war deswegen auch ein Thema der vergangenen Sitzung des Ottensooser Gemeinderats, in der Bürgermeister Klaus Falk die Räte über den aktuellen Planungs- und Sachstand informierte.

Entstehen soll dieses Schaltwerk zwischen Ottensoos und Henfenfeld in der Nähe der dort verlaufenden S-Bahn-Strecke. Konkreter: Von Ottensoos kommend, kurz nach der Abzweigung Richtung Rüblanden, wird es sich über eine Fläche von rund 50 mal 20 Metern erstrecken und nördlich an den dort verlaufenden Fahrradweg angrenzen.

Wie eine Bahnsprecherin informiert, besteht ein solches Schaltwerk aus mehreren Leistungstransformatoren und ist immer dort erforderlich, wo mehrere Bahnstromleitungen aufei­nandertreffen. Das sollen sie später auch in Ottensoos. Denn obwohl die rechte Bahnstrecke ins Pegnitztal, die elektrifiziert werden soll, nicht an der Gemeinde vorbeiführt, soll an dem Schaltwerk der Strom von der linken S-Bahnstrecke abgenommen und zur rechten Bahnstrecke weitergeleitet werden.

Abwarten

Nachdem Bürgermeister Falk den Räten den Sachverhalt erklärt hatte, äußerte er sich auch hinsichtlich der Größe des Werks. Er gab zu bedenken, dass es sich bei einer Fläche von 1000 Quadratmetern nicht um eine kleine Fläche handele und dass er die Bahn bereits gebeten habe, neben dem geplanten Standort in Ottensoos auch mögliche Alternativen zu prüfen.

Weil eine offizielle Beteiligung der Gemeinde erst ab Herbst beginnt, entschied sich der Gemeinderat, zunächst die konkreteren Planungen abzuwarten und der Bahn dann Anregungen vorzutragen.

Erst der Anfang der Planungen

Dass es sich bei den aktuellen Überlegungen noch nicht um ein in Stein gemeißeltes Vorhaben handelt, sondern nur um einen ersten Entwurf, bestätigt auch die Bahnsprecherin: „Wir stehen bisher noch vor jeglichen Verwaltungsverfahren. Für Elektrifizierungsprojekte ist eine Bahnstromversorgung nötig und dazu können Bürger bisher Informationen und Hinweise anbringen“, erklärt sie. Konkretere Planungen würden 2021 mit einem Raumordnungsverfahren beginnen.


Bisher zeigt die Karte der Bahn einen großen roten Bereich mit rund 200 Metern Breite. Die Bahn erarbeitet derzeit, wo innerhalb dieses Bereichs die Stromleitungen später verlaufen könnten. Der kleine rote Bereich bildet den Standort des Schaltwerks ab.

Entlastung der Umwelt

„Wenn das die Lösung ist, um den Verkehr von der Straße wegzubringen und die Umwelt mit einer elektrifizierten Bahnstrecke zu entlasten, wird man am Ende des Tages auch die In­frastruktur dafür bereitstellen müssen“, fügte Falk bei der Gemeinderatssitzung abschließend hinzu.

Aktuell können sich zunächst Bürger online unter www.bahnausbau-nordostbayern.de über die geplanten Vorhaben informieren und ihre Ideen und Bedenken mit einbringen.

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