Feuchter Schulmensa reduziert Schweinefleisch

Zu oft Schwein gehabt

Bürgermeister Konrad Rupprecht testete das Mensa-Essen am Freitag – und war durchwegs zufrieden. | Foto: Geist2017/09/Feucht-Mensa-Rupprecht-Mittelschule-2-1.jpg

FEUCHT – Seltener Schweinefleisch, kleinere Portionen und eine stärkere Finanzierung durch die Gemeinde: So stellt sich Hermann Hagel die Schulverpflegung in der Mensa der Mittelschule vor. In seinem letzten Antrag als Marktgemeinderat der Grünen hatte er diesen Wunsch noch vor der Sommerpause geäußert. Nun hat ihn der Sozial- und Kulturausschuss diskutiert, seine Kernaussage für gut befunden, einige Inhalte jedoch bei Seite geschoben.

„Es soll angestrebt werden, das Mittagessen in der Mensa durch das Walburgisheim nach einem Jahr Erfahrung weiter zu optimieren“, hatte Hagel in seinem Antrag etwas vage gefordert. Jedenfalls vage genug, dass ihn der Sozial- und Kulturausschuss einstimmig abnicken und Hagels angehängte Kritik mehr oder weniger ignorieren konnte. Der scheidende Marktgemeinderat hatte drei Verbesserungsvorschläge in seinem Antrag formuliert.

  • Weniger Schweinefleisch. „Es gibt viel zu oft Schweinefleisch. Etwa 20 Prozent der Schüler essen aus den verschiedensten Gründen kein Schweinefleisch und haben deshalb häufig bei drei von vier Mahlzeiten in der Woche nur ein vegetarisches Gericht als Angebot“, meinte Hagel. Er wolle nicht so weit gehen, Schwein vom Mensaplan zu verbannen. Doch wünschte er sich häufiger ein Rind- oder Geflügelgericht als Alternative. Ferner dürfe es nicht sein, dass die vegetarische Alternative zu Eintopf mit Würstchen schlicht Eintopf ohne Würstchen heiße – zum gleichen Preis. „Dies ist den Eltern gegenüber nicht kommunizierbar.“ Hauptamtsmitarbeiterin Jessica Graf erklärte im Ausschuss, dass die Gemeinde nach Rücksprache mit dem Walburgisheim in punkto Schweinefleisch bereits gehandelt habe. „Es gibt seit Schuljahresbeginn nur noch zwei Mal pro Woche Schweinefleisch – maximal.“ Dies nahm der Aussschuss zustimmend zur Kenntnis. Herbert Bauer (CSU) sagte etwa: „Es ist richtig und wichtig, auf Minderheiten Rücksicht zu nehmen. Aber die Mehrheit muss sich nicht nach der Minderheit richten.“

 

  • Kleinere Portionen, dafür aber die Möglichkeit eines Nachschlags. „Wenn man sich die Teller der Kinder bei der Rückgabe anschaut“, formulierte der inzwischen pensionierte Lehrer, „dann muss man feststellen, dass eine beträchtliche Anzahl mit Resten zurückgeht“. Graf erklärte dazu, ein Nachholen sei aus Personalgründen nicht möglich, jedoch könnten Kinder jederzeit auf Beilagen verzichten. Der Ausschuss nahm auch diese Aussage zustimmend zur Kenntnis.

 

  • Höhere Subventionierung des Mittagessens durch die Marktgemeinde. 51,20 Euro kostet die Mittagsverpflegung für einen Monat mit vier Mahlzeiten pro Woche. „Das ist für manche Familien ganz schön viel“, meinte Hagel und berichtete in seinem Antrag von Schülern, die hungrig in den Nachmittagsunterricht gehen, weil ihre Eltern das Mittagessen nicht bezahlt hätten. Neben einer Subventionierung schlug Hagel vor, beispielsweise einen kostengünstigen Eintopf als drittes Gericht auf die Mensakarte zu setzen. Im Ausschuss allerdings stießen seine Ideen auf wenig Unterstützung. Ines Stelzer (SPD) verglich die Kosten mit der Mittagsverpflegung in Feuchter Kindertagesstätten und kam zu dem Schluss: „Da ist die Mensa sicher nicht teurer.“ Und Bauer vewies auf bestehende finanzielle Hilfen und Härtefallregelungen, die einkommensschwachen Familien bereits jetzt zur Verfügung stünden. Damit war auch dieser Punkt aus Hagels Antrag vom Tisch.
Chili con carne, dazu wahlweise Salat, Brot und Obst: das Mittagsgericht am vergangenen Freitag. | Foto: Geist2017/09/Feucht-Mensa-Rupprecht-Mittelschule-1.jpg

Um die Bewirtung in der Mensa tatsächlich immer weiter zu optimieren, verständigten sich die Ausschuss-Mitglieder noch darauf, die Mensa bis zur nächsten Sitzung im November selbst zu besuchen, zu kosten und sich ein Bild von der Situation zu machen. Den Anfang machte Bürgermeister Konrad Rupprecht gleich tags darauf in seiner Mittagspause.

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