Raketenantrieb

Oberth hatte recht

Hermann Oberth im Sommer 1930 bei seinen Versuchen in der Chemisch-Technischen Reichsanstalt Berlin. | Foto: Archiv HORM2019/06/Feucht-HORM_Oberth_1930_Spaltduese.jpg

FEUCHT – Zum 20. Tag der Raumfahrtgeschichte beweisen Wissenschaftler eine Hypothese des Raketenpioniers, der am Dienstag 125 Jahre alt geworden wäre.

Am Wochenende präsentierten Prof. Philipp Epple und Michael Steppert von der Hochschule Coburg im Oberth-Museum eine Simulationsrechnung zur Kegeldüse. Hermann Oberth hatte sie 1929/30 entwickelt.

Schafft die Rakete 80 Kilogramm Schub?

Im Sommer 1930 testete Oberth in Berlin das kleine, idealtypische Raketentriebwerk, das er in einer Werkstatt der UFA-Filmgesellschaft entwickelt hatte. Das Triebwerk sollte die grundlegenden raketentechnischen Aspekte seiner theoretischen Werke bestätigen. Oberth selbst erwartete damals, dass der kleine Raketenmotor bis zu 80 Kilogramm Schub produzieren könne.

Aufgrund widriger Umgebungsbedingungen erreichte die Kegeldüse bei der entscheidenden Vorführung vor den Beamten der Chemisch-Technischen Reichsanstalt aber nur 7 Kilogramm Schub. Das genügte zwar für ein außerordentlich bedeutsames, positives Gutachten. Die Frage, was die Kegeldüse tatsächlich hätte leisten können, blieb aber in der Fachwelt bis heute Gegenstand von Debatten.

Neue Berechnungen der Kegeldüse

Nun berechneten Epple und Steppert mittels numerischer Strömungssimulation die Funktionstüchtigkeit von Oberths Kegeldüse. Mit dem Ergebnis: Der berechnete Schub der Kegeldüse bei 20 bar absolut (19 bar Überdruck) liegt bei knapp 70 Kilogramm, wodurch die Angabe von Oberth mit etwa 80 Kilogramm Rückstoß bestätigt wird.

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