Gebäude soll erweitert werden

Feuchter Weltraum-Museum hebt ab

Wenn das Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum alle ihm zugedachten Exponate aufnehmen, pflegen und ausstellen soll und zudem weitere Objekte in die Ausstellung nehmen will, ist es schon jetzt viel zu klein. Eine Stiftung soll sich unter anderem um die räumliche Erweiterung kümmern.
Wenn das Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum alle ihm zugedachten Exponate aufnehmen, pflegen und ausstellen soll und zudem weitere Objekte in die Ausstellung nehmen will, ist es schon jetzt viel zu klein. Eine Stiftung soll sich unter anderem um die räumliche Erweiterung kümmern. | Foto: Spandler2019/07/Feucht-Oberth-Museum2-1.jpg

FEUCHT – Schon seit Jahren ist klar: Es muss etwas geschehen mit dem Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum, denn der Platz dort in der Pfinzingstraße ist viel zu beengt für all die einzigartigen Exponate und den gesamten Nachlass des Weltraum-Pioniers. Doch wie das angegangen und vor allem finanziert werden kann, ist die große Frage.

Die Gemeinde und der Museumsverein sind hier wieder einen Schritt nach vorne gegangen, wobei klar ist, dass noch viele weitere folgen müssen. Die Gründung einer Stiftung steht nun im Raum, ein eingeschaltetes Anwaltsbüro beratend zur Seite.

Öffentliche und private Fördergelder

Es gibt viel Diskussionsbedarf unter den beteiligten Akteuren. Zu denen gehören der Markt Feucht, der Museumsverein mit dem ehrenamtlichen Museumsleiter Karlheinz Rohrwild und seiner Mannschaft, staatliche und private Mäzene und Sammler sowie die Kanzlei Bühner & Partner.

Nun sieht es so aus, als könnte man mit einem Konzept in die weiteren Beratungen gehen, denn ein solches mit einer nachvollziehbaren Struktur ist Voraussetzung dafür, dass die öffentliche Hand, aber auch Private Fördergelder locker machen.

Aktuell gehört das Grundstück, auf dem das Museum steht und das dem Museumsverein zur Verfügung gestellt wird, dem Markt Feucht, während die angrenzenden Flächen dahinter, auf denen sich auch das ehemalige Wohnhaus der Familie Oberth befindet, dem Verein gehören.

Strukturpapier erarbeitet

In Zusammenarbeit mit dem Anwaltsbüro und dem Markt Feucht unter Federführung von Jürgen Meyer, dem projektverantwortlichen Koordinator in Sachen Oberth-Museum, wurde nun ein Strukturpapier erarbeitet, das im September einem Workshop zugrunde liegen wird, in dem die weitere Vorgehensweise ausgearbeitet wird. Darin wird angestrebt, dass die Gemeinde auch Eigentümerin der hinter dem Museum liegenden Grundstücke wird und eine Stiftung gegründet wird.

In dieser Stiftung werden der Markt Feucht, der Museumsverein sowie private Unterstützer auftreten. Zu den privaten wird vornehmlich Karlheinz Rohrwild zählen, der selbst eine beachtliche private Sammlung an Raumfahrt-Exponaten besitzt, die zum Teil in Depots gelagert werden muss.

Museum darf erweitert werden

Im Zuge der Gründung räumt die Gemeinde den Stiftern eine Art Erbbaurecht ein, das garantiert, dass die Gebäude der Stiftung zur Verfügung stehen, dass auch angebaut werden darf, um die Schätze dort unterzubringen und auch weitere zu sammeln und dort zu zeigen.

Zu sehen ist dann das Eigentum der Gemeinde mit etlichen interessanten Schriftstücken von Hermann Oberth, die Sammlung des Museumsvereins mit Gegenständen, die die Familie Oberth zu Lebzeiten gesammelt hat, sowie die Exponate von Museumsleiter Rohrwild.

Sämtliche Objekte sollen der Öffentlichkeit sowie Forschern und Historikern zugänglich gemacht werden. Für all diese Ausstellungsgegenstände wird die Stiftung Rechtsträger sein und auch den Erweiterungsbau planen sowie Fragen der Finanzierung und Förderung klären.

Museum bleibt Zuschussbetrieb

Es sei eine sinnvolle Entscheidung, dass der Betrieb des vergrößerten Museums auch weiterhin bei den Fachleuten des Vereins liegt, findet Jürgen Meyer. Dies wird dann allerdings nicht mehr ehrenamtlich möglich sein, schon allein deshalb nicht, weil potenzielle Unterstützer eine professionelle Konzeption von erfahrenen hauptamtlichen Kräften erwarten, bevor sie in die Förderschatulle greifen.

Aber auch dann wird die Einrichtung ein Zuschussbetrieb bleiben, weil sich ein solch groß angelegtes Museum niemals durch Eintrittsgelder tragen kann. Diese Tatsache muss ebenso diskutiert werden wie viele weitere Teilprobleme, die anstehen und noch am Horizont auftauchen werden.

Planung für den Keller

Bereits 2017 wurde ein Konzept für die Erweiterung in den Marktgemeinderat eingebracht und vom Gremium als Projektskizze abgesegnet. Vorgesehen ist, den Glasanbau nach hinten zu verlängern, einen Neubau als Kassen- und Eingangsbereich zu erstellen und gleichzeitig den Zugang zum ehemaligen Oberth-Haus mit dem Original-Arbeitszimmer als museales Ereignis zu erhalten. Archiv- und Schauräume sollten im Untergeschoss entstehen.

Überhaupt soll aus Denkmalschutzgründen sehr viel unterirdisch geplant und verwirklicht werden, damit die aktuelle Optik weitestgehend erhalten bleibt. Ob allerdings dieser Vorschlag auch realisiert wird, steht noch lange nicht fest, ebensowenig wie die 6,5 Millionen Euro, die immer wieder genannt werden, aber noch keineswegs fix sind, weil noch diverse Behörden zum Thema Baurecht und Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden haben.

Fest ist dagegen der Termin für den Struktur-Workshop, der am 22. September stattfinden wird und dessen Ergebnisse im Marktgemeinderat am 24. Oktober diskutiert werden.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler