Tierheim Feucht päppelt seit einem Monat geschmuggelte Vierbeiner auf

Drei Welpen sind bereits gestorben

15 von insgesamt 215 Welpen aus dem Schmuggeltransport landeten im Tierheim Feucht. Drei sind mittlerweile verstorben. Dieser Beagle ist ebenfalls krank und wird gepflegt. Das Foto zeigt ihm bei der Gewichtskontrolle in der Quarantänestation des Tierheims. Bislang können die Hundebabys noch nicht vermittelt werden. | Foto: Foto: Tierheim Feucht2016/01/feucht-tierheim-schmuggelwelpen-beagle.jpg

FEUCHT – Seit mittlerweile vier Wochen pflegt das Tierheim Feucht Schmuggel-Welpen aus dem illegalen Transport, der in der Nacht vom 11. Dezember in Bad Reichenhall aufgehalten wurde. Inzwischen sind drei der Hundebabys verstorben, die zwölf verbliebenen Vierbeiner sind ausnahmslos krank. Einige mussten wiederholt in die Tierklinik eingewiesen werden.

Die Welpen leiden an einem ganzen Cocktail von Hundekrankheiten, die ihrem kleinen Organismus gleichzeitig enorm zusetzen. Bisher wurden neben starkem Wurmbefall die gefährlichen Darmparasiten Giardien und Kokzidien festgestellt, außerdem sind praktisch alle in Feucht untergebrachten Transportwelpen mit dem Coronavirus infiziert. Einige der Tiere leiden an Parvovirose, einer häufig tödlich verlaufenden Hundekrankheit. Diese Erkrankung wurde auch bei den drei in Feucht verstorbenen Welpen durch die Pathologie bestätigt.

Quarantäneplätze belegt

Von den insgesamt 215 Welpen, deren illegaler Transport in Bad Reichenhall gestoppt wurde und die in 17 bayerischen Tierheimen untergebracht wurden, sind bisher 49 ihren Krankheiten erlegen. Inzwischen wurden auch zwei Fälle bestätigt, bei denen Tiere an Staupe verstorben sind. Es gibt zwei weitere Verdachtsfälle. Staupe ist hochansteckend und über die Luft übertragbar. „Die Quarantäneplätze in Bayern sind momentan rar gesät“, sagt Herbert Sauerer, Vorsitzender des Tierheims Feucht. „Bei einem weiteren Schmuggeltransport haben wir ein echtes Problem.“

„Es ist absolut verantwortungslos, wie die Produzenten und Händler mit den Tieren umgehen. Hier werden fühlende Lebewesen als Ware betrachtet, die nur die Geldgier der Welpenmafia befriedigen sollen“, sagt Sauerer entrüstet. „In den Welpenfabriken ist ein gewisser Schwund als Ausschussware einkalkuliert. Gedankenlos sind aber auch die Käufer, die meinen, hier ein Schnäppchen machen zu können. Wie man an der Streberate in diesem Fall sieht, kaufen sie oft ein Tier, das derart krank ist, dass es nicht überlebt.“

Die Hundebabys werden viel zu früh ihren Müttern entrissen. Die skrupellosen Händler spritzen sie direkt vor dem Transport fit, damit die Tiere die Fahrt schaffen und beim Verkauf munter wirken. Die Papiere der Welpen sind oft gefälscht.

Die „Produktionskosten“ eines Welpen betragen im Herkunftsland etwa 30 bis 50 Euro. Verkauft werden die Welpen für 400 bis 700 Euro. Ein deutscher Züchter, der ordentlich zu regulären Bedingungen arbeitet, verlangt mindestens das Doppelte.

Das Tierheim Feucht bittet um Verständnis, dass die Hunde, darunter Beagles, Labradore und Dackel, nach wie vor nicht vermittelt werden können. Die Tiere sind krank und können daher noch nicht geimpft werden. Das Tierheim gibt grundsätzlich keine Hunde ohne Impfschutz ab.

Bislang Kosten von 10.000 Euro

Außerdem ist die Rechtslage bei den Welpen relativ kompliziert: Streng juristisch betrachtet gehören die Hunde noch den Händlern. Diese werden aber sicherlich nicht für die Kosten aufkommen, die im Tierheim entstehen. Alleine in Feucht sind bereits über 10.000 Euro für die Unterbringung und Pflege aufgelaufen, dazu kommen noch die erheblichen Tierarztkosten für die medizinische Betreuung der Welpen.

Wer den Tieren und dem Tierheim helfen möchte, kann dies am besten mit einer Spende tun. Die Bankverbindung des Tierheims lautet: Raiffeisenbank Burgthann, BIC: GENODEF1BTO, IBAN: DE37 760 695 64 0000 833 100, Stichwort „Welpennotfall“.

Wer möchte, kann auch unkompliziert die Spendenhotline aus dem deutschen Festnetz anrufen. Mit jedem Anruf bei 09001 91 00 00 spenden Sie 5 Euro an das Tierheim Feucht.

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