CSU will Gastro unterstützen

Ausparken, Einkehren

Ein Parkplatz oder ein Gehweg wird zur Freischankfläche: In München heißt das Schanigarten. | Foto: Yury/stock.adobe.com2021/03/Feucht-Schanigarten-Adobe-Stock-scaled.jpeg

FEUCHT – Die Feuchter CSU will Handel und Gastronomie helfen. In einem Antrag schlägt sie unter anderem Freischankflächen auf Parkplätzen und Gehwegen vor. In Großstädten sind diese sogenannten Schanigärten bereits Kult.

Ein Paar Pflanzkübel, ein kleiner Zaun, vielleicht sogar Holzplanken auf dem Asphalt. Und schon ist aus dem Parkplatz am Straßenrand ein echter Schanigarten geworden. Woher der Begriff tatsächlich stammt, ist nicht gewiss. Schani jedenfalls ist ein Wiener Begriff für einen Kellner. Möglich, dass er sich vom französischen Vornamen Jean ableitet. Oder auch vom italienischen Gianni, weil italienische Kaffeehausbesitzer einst damit begannen, Tische im Freien aufzustellen.

In Feucht spricht man unterdessen noch von Freinschankflächen auf öffentlichem Grund. Und beim Ausweisen dieser Flächen möchte die Feuchter CSU den Gastronomen am Ort entgegenkommen. Auf Anfrage will es die CSU Gastronomen gestatten, in unmittelbare Nähe befindliche Parkplätze, Garagenvorplätze oder Teile des Gehwegs zur Vergrößerung ihrer Freischankfläche zu nutzen. Eine Idee, die ankommt.

„Zwei, drei Tische würden sehr helfen“

Susanne Zirngibl, die Pächterin des Café Bernstein, ist von dem Vorstoß sehr angetan. „Zwei, drei Tische im Freien, das würde uns schon sehr helfen“, sagt die Wirtin, die vor ihrem Café einen kleinen Biergarten betreibt, der wiederum direkt an den Gehweg und eine Reihe von Parkplätzen grenzt. Allerdings: An der Fischbacher Straße herrscht auch nicht ganz so viel Verkehr wie vor anderen Lokalen in der Marktgemeinde.

Das griechische Restaurant Istoria zum Beispiel liegt direkt im Zwickel von Hauptstraße und Altdorfer Straße. Deshalb bewirtet Christos Giannoulis seine Gäste im Hinterhof. Einen Schanigarten auf dem Gehsteig zur Hauptstraße hält er prinzipiell zwar für „eine schöne Idee“. Doch müsse dann auch dafür gesorgt werden, dass Busse und größere Transporter nicht länger den halben Gehweg als Wendekreis missbrauchen. „Sonst spielen unsere Kunden da nicht mit.“

Nur zwei Häuser weiter betreibt Pasquale Abbruzzese das Il Pomodore. Normalerweise passen rund 60 Tische auf seine Terrasse, erzählt er. „Wenn wir alle Abstände einhalten, bleibt nur noch die Hälfte.“ Deshalb würde er sehr gerne auch Gäste auf den Parkplätzen vor seinem Lokal bewirten.

Keinen Bedarf an weiteren Tischen und Stühlen unter freiem Himmel hat unter den befragten Gastronomen lediglich das Café Tischner am oberen Ende der Feuchter Hauptstraße. Ganz einfach, weil zu dem Café bereits zwei Meter Gehweg gehören. „Das reicht uns, wir wollen uns ja auch nicht derhutzen“, meint Gabriele Tischner.

20 000 Euro für Gutschein-Projekt

Neben den Schanigärten will die Union die örtlichen Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen noch durch ein weiteres Projekt unterstützen: bezuschusste Gutscheine. Das sähe dann so aus: Man kauft einen Gutschein im Wert von 25, zahlt aber nur 20 Euro. Die Differenz legt der Markt Feucht drauf. Dafür will die CSU trotz klammer Gemeindekasse 20 000 Euro bereitstellen. Sollte das Angebot ankommen, macht das Gutscheine im Wert von 100 000 Euro. Einlösen soll man diese dann nur in Feucht können. Als mögliche Verkaufsstellen nennt die CSU das Bürgerbüro, den Arbeitskreis Feuchter Gewerbe (AFG) sowie dessen Mitglieder.

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