Anerkennung als Ansporn nehmen

Feucht ist Fairtrade Gemeinde

Mitglieder der Steuerungsgruppe mit Bürgermeister Rupprecht (4.v.l.), Manfred Holz (links) und Philipp Ankowski (2.v.l.). | Foto: Spandler2018/01/feucht-fairtrade3.jpg

FEUCHT – „Wir sind Fairtrade Gemeinde“ steht auf dem Banner, das über der Festgesellschaft im Atrium des Rathauses prangt. „Stimmt eigentlich nicht, denn jetzt geht die Arbeit erst los“, dämpft Bürgermeister Konrad Rupprecht die Euphorie. Trotzdem war der Anlass, die Auszeichnung Feuchts als Kommune, die alle Kriterien für die Anerkennung als Fairtrade Gemeinde erfüllt, Grund zu Freude und Optimismus.

Rupprecht begrüßte neben zahlreichen Ehrengästen besonders die Fairtrade-Steuerungsgruppe mit Helmut Schleif an der Spitze und auch den Fairtrade Ehrenbotschafter Manfred Holz, der im Namen der Transfair e.V. die Urkunde überreichte.

Er skizzierte kurz die Voraussetzungen, die der Markt Feucht erfüllen musste, um sich nun mit dem Titel schmücken zu dürfen. Zu diesen Anforderungen gehört zum Beispiel, dass mindestens zwei Gastronomiebetriebe jeweils mindestens zwei Fairtrade-Produkte anbieten, oder dass Schulen, Kirchen und Vereine mit besonderen Aktionen mitziehen. Dass dies alles geklappt hat, dafür sei die Fairtrade-Gruppe verantwortlich, der er ganz besonders für ihr Engagement dankte.

Bogners Antrag 2014

„Den Stein ins Rollen gebracht“ hat Marktgemeinderätin Rita Bogner, als sie 2014 im Rat den Antrag stellte, Feucht möge sich als Fairtrade-Gemeinde bewerben. 2016 wurde dies dann beschlossen, im Herbst die Fairtrade-Gruppe gegründet, Helmut Schleif, einer der Verantwortlichen des Weltladens „Der faire Jakob“, zum Gruppensprecher gewählt.

Im Jahr 2017 ging es verstärkt mit den Aktionen los, die auch von der Wirtschaftsförderung des Marktes mit Philipp Ankowski an der Spitze vorangetrieben wurden. So gab es auf dem Bürgerfest im Juli einen Stand, der faire Produkte vertrieb und über die Bewegung informierte, und im Oktober den erfolgreichen Markt der fairen Möglichkeiten, bei dem viele Wege aufgezeigt wurden, sich in hiesigen Breiten fair zu verhalten. Im November schließlich waren die Bewerbungsunterlagen vollständig, im Dezember erreichte den Markt das Schreiben von Transfair e.V., in dem die Anerkennung Feuchts als Fairtrade-Gemeinde mitgeteilt wird.

„Jetzt geht‘s richtig los“

Der Bürgermeister schloss mit ein paar persönlichen Worten: „Das Leben ist ein einziger Lernprozess. Wir müssen umdenken. Das ist mir in der ganzen Zeit der Vorbereitung auf den heutigen Tag sehr oft bewusst geworden. Der Tag heute ist nicht das Ende des Prozesses, sondern der heutige Tag markiert den Startpunkt: Jetzt geht‘s erst richtig los!“ Die Auszeichnung sei vor allem Ansporn, den Gedanken des Fairen Handels weiter auszubauen, in diesem Sinne hoffe man auf viele weitere Mitstreiter.

Helmut Schleif stellte die Motive und die einzelnen Stationen auf dem Weg zur Fairtrade-Gemeinde vor, die dazu führten, dass Feucht viele Aktivitäten in Angriff nahm, die einen fairen und nachhaltigen Hintergrund haben. Wie Bürgermeister Rupprecht sprach sich auch Schleif für einen fairen Landkreis aus, damit der Gedanke im ganzen Nürnberger Land weitergetragen werde. Neben der gesamten Steuerungsgruppe sprach er auch Philipp Ankowski seinen besonderen Dank für die Unterstützung aus.

Auch er wies darauf hin, dass die Bemühungen jetzt nicht nachlassen dürften und brachte einen weiteren wichtigen Aspekt ins Spiel: „Bildungsarbeit ist für mich das A und O des fairen Handels.“ Eine beachtliche Liste der beteiligten Einzelhändler, Gastronomen, Vereine, Schulen und Kirchen verlas er am Ende seiner Rede in der Hoffnung, die möge bald noch länger sein.

In der Urkunde, die Manfred Holz sichtlich erfreut an Bürgermeister Rupprecht überreichte, heißt es unter anderem, der Markt Feucht setze durch sein Engagement vor Ort „ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt und leistet einen wichtigen Beitrag zu Verbesserung der Lebensbedingungen von benachteiligten Produzentengruppen im globalen Süden“.

Weitere Aktionen geplant

Wirtschaftsförderer Ankowski erläuterte kurz die geplanten Aktionen für das laufende Jahr, zu denen weitere regelmäßige Treffen der Steuerungsgruppe gehören und ebenso die Beteiligung am Bürgerfest. Man wolle noch weitere Teilnehmer gewinnen und auch wieder eine große Abendveranstaltung mit Info-Charakter auf die Beine stellen.

Einen charmanten musikalischen Rahmen gab der Veranstaltung das Duo Nathalie Haas und Michael Tschöpe mit argentinischen und kubanischen Chansons.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler