Schnaittacher Bürgermeister und Sandwerke mahnen Besucher zur Einsicht

Die Sandgrube ist kein Badesee

Die Weiher sehen zwar idyllisch aus, eine Freizeitnutzung kann Firmenchefin Lisa Hammerand Besuchern allerdings nicht erlauben. | Foto: PZ-Archiv/Kirchmayer2020/05/Sand-Hammerand-Lisa-Grossbellhofen-2-kir4-scaled.jpg

GROSSBELLHOFEN – Auch an die Weiher der „Sandgrube Hammerand“ im Süden Großbellhofens bei Schnaittach, zieht es derzeit besonders viele Menschen, um angesichts der Corona-Einschränkung ein wenig Freizeit am Wasser genießen können. Doch erlaubt ist das nicht.

Denn: Wandern auf dem ausgeschilderten Weg dort darf man, im Wasser planschen, Sonnenbaden oder Picknicken aber nicht. Der Weiher ist nämlich privates Betriebsgelände, auf dem weiterhin aktiv Sand abgebaut wird.

Diskussionen am Vatertag

Weil das Sicherheitspersonal der Betreiberfirma Hammerand deshalb am Vatertagswochenende mehrmals Ausflügler des Geländes verwiesen hat, ist die Debatte über Baden und Verweilen neu entflammt und hat sogar Schnaittachs Bürgermeister Frank Pitterlein auf den Plan gerufen.

„Das Gelände ist Eigentum des Betreibers und ich möchte klarstellen, dass der Eigentümer rechtmäßig handelt. Er hat die Sicherungspflicht“, bestätigt Pitterlein, der bei der Bevölkerung auf Verständnis hofft für diese „zwingend notwendigen Maßnahmen“.

Kommentarflut auf Facebook

Dass sich Pitterlein überhaupt einmischt, liegt an einer hitzigen Debatte, die Mitglieder einer Schnaittacher­-Facebookgruppe online geführt haben und Pitterlein zu einer Stellungnahme aufforderten. Die rund 160 Kommentare handeln von Kritik an dem angeblich teilweise sehr unfreundlichen Verhalten des Sicherheitspersonals, bis zu Verständnis dafür, dass die Firma das Gelände vor unbefugter Nutzung zu schützen versucht. Immer wieder taucht die Frage auf, wem das Gelände gehört und ob die Firma den Zutritt verwehren darf.

Es gibt dort einen Wanderweg, der gehört der Marktgemeinde Schnaittach und den kann man benutzen. Alle anderen Wege sind Strecken für die Baufahrzeuge. Die Firma handelt rechtlich richtig, denn wenn wieder etwas passiert, dann ist es zu spät“, sagt Pitterlein.

Vandalismus, Müll und ein Toter

Bisher hatte die Hammerand GmbH auf ihrem Privatgelände nicht nur immer wieder Probleme mit zurückgelassenem Müll und Vandalismus, sondern 2019 ist in einem der Weiher auch ein Mann ertrunken. Zwar findet an dem einen Weiher kein aktiver Abbau mehr statt, aber Schwerlastfahrzeuge nutzen die Betriebswege noch immer.

Für die Sicherheit und um unbefugte Nutzung zu unterbinden, hat das Unternehmen schon seit Jahren Sicherheitspersonal angestellt, wie Geschäftsführerin Lisa Hammerand bestätigt. „Es ist ein Betriebsgelände, deswegen können wir eine Badenutzung nicht erlauben. Wir sind in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass sich dort niemand aufhält“, erklärt sie.


Wanderer sind willkommen

Am Vatertagswochenende hätte der Security-Mann schlichtweg mehr Menschen ermahnen müssen, als an anderen Tagen. „Viele wollen es aber auch einfach nicht verstehen“, kritisiert sie die Uneinsichtigkeit mancher Weiher-Besucher und erklärt: „Man darf dort ja wandern. Aber das bedeutet, auf dem Weg zu bleiben. Freizeitbetrieb können wir nicht dulden. Das war schon immer so.“ Hammerand und Pitterlein bestätigen, dass es seit Beginn der Krise mehr Menschen an die Sandgrube zieht.

Deswegen härtere Maßnahmen ergreifen möchte Hammerand nicht: „Es ist ein Geben und Nehmen. Dass jemand durchmarschiert und den Hund mal kurz trinken lässt oder ein Foto macht, ist kein Problem. Aber dass die Leute mit Fahrzeugen hinfahren, die Wege für die Lkw blockieren, Partys feiern und auch teilweise Bäume abschlagen, das ist nicht in Ordnung“, sagt Lisa Hammerand.

Auch einen Rundweg, wie oft dargestellt wird, gibt es laut der Chefin nicht, sondern nur „einen illegal ausgetrampelten Pfad“. Das Gelände einzuzäunen kommt für Hammerand wegen der Wildtiere nicht infrage. Stattdessen hoffen Unternehmen und Bürgermeister nun auf die Einsicht der Bevölkerung.

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