BR-Radltour am Dienstag

Die Radler kommen

Am Dienstag kurz nach 16 Uhr rollt die BR-Radltour in Lauf ein. | Foto: PZ-Archiv2019/07/BR-Radltour-Wasserstr-Lauf-1.jpg

LAUF – Die BR-Radltour rollt am morgigen Dienstag mit einem über 1000 Teilnehmer starken Konvoi durchs Nürnberger Land. Lauf als Etappenort freut sich am Abend auf ein Konzert mit dem Sänger Sasha.

Es wird ein Heimspiel. „Ich fühle mich in Lauf schon zu Hause“, sagt Wolfgang Slama, der die Radltour seit 30 Jahren organisiert. Und Markus Riese, Marketingleiter des BR, kommt ohnehin aus Behringersdorf und ging in Röthenbach aufs Gymnasium. Liegt es daran, dass der Radler-Tross am Dienstag schon zum fünften Mal durch die Pegnitzstadt rollt? Keine andere Kommune in Bayern kann diese Zahl an „Tourteilnahmen“ für sich verbuchen.

Slama hat eine andere Erklärung: Zum einen liegt Lauf recht verkehrsgünstig, meint er, „praktisch in der Mitte von Bayern“, zum anderen macht die Stadtverwaltung gerne bei dem Spektakel mit. „Mein Fahrrad ist schon präpariert“, sagt Bürgermeister Benedikt Bisping, der die Tour ganz klar als Standortfaktor sieht – Radltourismus steht schließlich oben auf der Agenda, siehe Fünf-Flüsse-Radweg.

„Bessere Werbung bekommt man nicht, sagt Bisping. Bei der Radl­tour sei schließlich „die ganze Programmfamilie vertreten“, so BR-Marketingleiter Riese. Das geht vom Radiosender Bayern 1, der das abendliche Konzert mit dem Sänger Sasha präsentiert, bis zum Bayerischen Fernsehen: Geplant sind an diesem Tag drei TV-Liveschalten aus Lauf. „Wir in Bayern“ berichtet ab 16.15 Uhr von der Zieleinfahrt am Marktplatz, die Frankenschau aktuell und die Abendschau legen um 17.30 beziehungsweise um 18 Uhr noch einmal nach. Das Konzert wird aufgezeichnet und in Ausschnitten am 29. August gezeigt.

Fernsehtaugliche Bilder verspricht die 30. Auflage der Radltour ohnehin. Los ging es am Sonntag in Bad Staffelstein, von dort radelten die etwa 1100 Teilnehmer nach Bad Hollfeld. Bereits der zweite Tourtag mit einer Strecke von knapp 80 Kilometern Länge führt sie ins Nürnberger Land, von Ittling durchs idyllische Achteltal nach Diepoltsdorf, weiter über Simmelsdorf, Schnaittach und Neunkirchen auf die B 14. Über die Hersbrucker Straße und die Briver Allee rollen die Radler in Lauf kurz vor ihrer Zieleinfahrt auf dem Marktplatz an sämtlichen Postkartenmotiven der Altstadt vorbei: dem Schloss, der Schleifmühle und den Fachwerkhäusern der Johannisstraße.

Weiter nach Schwandorf

Tags darauf ist Schwandorf das Ziel des Pelotons, das sich übrigens auf bis zu fünf Kilometer Länge erstreckt. Dorthin gelangen die Teilnehmer über Ottensoos, Henfenfeld, Hersbruck, Pommelsbrunn, Weigendorf und Amberg. Wenn sie nach insgesamt sechs Tourtagen das niederbayerische Bad Füssing erreichen – am Freitag nächster Woche – haben sie stolze 550 Kilometer in den Beinen.

Die Radler verausgaben sich aber nicht nur auf der Strecke: Bei den Konzerten, die fest zum Tourprogramm gehören, wird kräftig gefeiert. Neben Sasha treten in diesem Jahr unter anderem Namika (Hollfeld), Mark Foster (Deggendorf) und Claudia Koreck (Bad Füssing) auf. Den Abend in Bad Staffelstein bestreiten Fritz Egner und Thomas Gottschalk.

„Die Leute tanzen bis Mitternacht und stehen am nächsten Morgen um sechs Uhr wieder auf. Die fallen natürlich sofort in den Tiefschlaf“, sagt Organisator Slama. Da macht ihnen das Schnarchen der Matratzennachbarn in Großunterkünften wie der Bitterbachhalle wohl nichts mehr aus.

Man ahnt es: Die Radl­tour des Bayerischen Rundfunks ist ein logistisches Großvorhaben. Alleine beim Sasha-Konzert sind 80 Security-Mitarbeiter im Einsatz, das Sicherheitskonzept ist 106 Seiten stark. Den Tross begleiten 16 Motorradpolizisten, THW-Helfer transportieren.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel