Anspruchsvolles Konzert zum 3. Advent

Weihnachten braucht Musik

Susanne Wittekind und Paul Stefan Onaga. | Foto: Gisa Spandler2019/12/Burgthann-Weihnacht3-scaled.jpg

BURGTHANN – Die Burgthanner Weihnacht zum dritten Advent erwies sich als niveauvoll und kurzweilig und hatte viele Höhepunkte auf Lager.

„Was wäre Weihnachten ohne Musik?“ – Diese Frage zog sich durch die Moderation von Amrei Noä während der gesamten Burgthanner Weihnacht. Und wie jedes Jahr hat auch heuer wieder ein Großaufgebot vorwiegend örtlicher Musiker das festlich gestimmte Publikum überrascht. Denn das künstlerische Niveau konnte sich sehen und vor allem hören lassen.
Mit dem Thema der bekannten Nussknacker-Suite von Tschaikows-
ky stimmte das Neue Burgthanner Streichensemble (NBS) auf einen Abend mit Anspruch ein. Absolut professionell nahmen sich die 21 Streicher unter der Leitung von Bernd Fellmann des Musikstücks an und zeigten bereits zum Auftakt, dass es dieses so genannte Laienorchester – bis auf den Leiter des Ensembles alle keine Profis – durchaus mit anderen professionellen Orchestern aufnehmen kann.

Dank vom Rathauschef

Bürgermeister Heinz Meyer, der mit Christkind Samantha Brantl die Gäste begrüßte, dankte den Musikern dann auch für die stets zuverlässige Begleitung kultureller Veranstaltungen der Gemeinde. Er lobte zudem den Oberferrieder Posaunenchor, der vor dem Konzert und in der Pause traditionelle Weihnachtslieder intonierte.

Glückliche Hand bei der Sängerwahl

Mit Paul Stefan Onaga (Tenor) und Susanne Wittekind (Sopran) bewiesen die Veranstalter ebenfalls eine glückliche Hand. Der aus Rumänien stammende Sänger verfügt über einen glanzvollen Tenor und brillierte unter anderem mit dem Weihnachtslied „Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit“ von Robert Stolz und füllte auch in den höchsten Höhen die Halle mit seinem hellen Operntenor.
Bevor das Heimgewächs Susanne Wittekind die Bühne betrat, las Amrei Noä ein nachdenklich machendes Gedicht zum Thema Advent. In ihren informativen, unterhaltsamen, manchmal unkonventionellen, leisen, aber auch fröhlichen Anmerkungen erwies sie sich als mehr als geeignete Moderatorin für das gemischte Programm des Abends. Perfekt verstand sie es, Hintergrundwissen in verständlichen Häppchen zu vermitteln, die einzelnen Programmpunkte überleitend zu verbinden und auch den ein oder anderen Denkanstoß zu geben. Und das auch mal mit spontanem Humor.

Spanisches Ave Maria

Wittekind eröffnete den Gesangsreigen mit dem spanisch gesungenen Ave Maria von William Gomez. Ihr kräftiger und doch sensibler Sopran berührte das Publikum sofort.  Vor der Pause gab es ein besonderes Highlight mit NBS, Susanne Wittekind und Paul Stefan Onaga, die Passagen aus den „Minuits chretiens“ von Adolphe Adam präsentierten.
Großes musikalisches Verständnis bewiesen nicht nur die Aktiven auf der Bühne, sondern auch Christian Kölbl am Mischpult.

Landfrauen in ihrem Element

„Gerade noch Sopranistin, jetzt musikalische Leiterin des Landfrauenchors“, kündigte Amrei Noä die nächsten Protagonisten mit Chefin Susanne Wittekind an und verschwieg auch nicht, dass die Sängerin in ihrer Solisten-Rolle sehr kurzfristig für eine Kollegin eingesprungen war, die eigentlich den Part der Sopranistin übernehmen sollte. Die Damen des Landfrauenchors waren mit ihrem Repertoire in ihrem Element. Das weihnachtliche Potpourri an bekannten und weniger gängigen Advents- und Weihnachtsliedern passte so recht in das Format des Abends: ausgefeilter, mehrstimmiger Gesang, präzise Einsätze und große musikalische Kraft gingen von den 27 Sängerinnen aus. Von leise-gefühlvoll bis lautstark-jubilierend hatten sie alles im Programm, begannen mit „Tochter Zion“ und endeten mit „Der Heiland ist geboren“. Dies trifft mit Sicherheit auch für die Weihnachtsgeschichte, erzählt im Altdeutschen Volkslied, zu, die im Anschluss folgte und an der das NBS, die Solisten und Amrei Noä als Erzählerin der biblischen Geburtsgeschichte mitwirkten. Im Wechsel hörte man das Evangelium und wunderschöne alte Klassiker wie „Maria durch ein Dornwald ging“, „Kommet ihr Hirten“ oder „In dulci jubilo“.
Nach der Verabschiedung durch den zweiten Bürgermeister Hermann Bloß ließ man den Abend mit einem gemeinsamen „Oh du fröhliche“ ausklingen. Und dass Weihnachten ohne Musik „nix“ (Noä) ist, war spätestens zu diesem Zeitpunkt allen Besuchern des Konzerts klar.

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