MIA-Festival 2018

Weltmusik im besten Sinn

BU Awa Ly, die Soul-Lady aus dem Senegal wird nicht allein mit ihrer besonderen Stimme die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. | Foto: Privat2018/05/Altdorf-Awa-Ly.jpg

ALTDORF – MIA, das Weltmusik-Festival der Soulbuddies, das heuer unter dem Motto „AfroBeatsEurope“ steht, ist auch im dritten Jahr seines Bestehens wieder für – mindestens – eine Neuerung gut. Das zweitägige Event wird in diesem Sommer gesplittet: Der erste Veranstaltungstag ist Freitag, 29. Juni, der zweite Sonntag, 29. Juli. Die Zweiteilung, die die Organisatoren zunächst aus der Not heraus planten, hat nach ihren Vorstellungen auch einen gewissen Charme. Auslöser für die ungewöhnliche Terminierung waren die zahlreichen Parallelveranstaltungen.

Trotz des Anspruchs, immer wieder etwas Neues zu wagen, neue Horizonte zu erobern und Altdorf kulturell nach vorne zu bringen, setzen die Soulbuddies mit Günther Kraußer und Jörg Hoffmann an vorderster Front auch auf Konstanz. Das letzte Wochenende im Juli soll MIA-Wochenende bleiben, was sich angesichts des umfangreichen und über die Festspiele hinausreichenden Wallenstein-Rahmenprogramms aber als schwierig erwies.

Clash mit Nürnberger Bardentreffen

Auch geht am gleichen Wochenende die Konkurrenz-Veranstaltung des Bardentreffens in Nürnberg an den Start. Also doch noch weiter nach vorne verlegen? Dann wäre die Fußball-Weltmeisterschaft den Musikfreunden ins Gehege gekommen. In die Sommerferien wollte man aber auf gar keinen Fall geraten. „Wir haben das sehr ausführlich diskutiert“, blickt Kraußer auf den Terminfindungsprozess zurück.

Er ist sich im Klaren, dass es durch den deutlichen Abstand von über vier Wochen zwischen den beiden Veranstaltungstagen schwieriger sein könnte, das Festival als eines wahrzunehmen. „Aber es ging nicht anders“, beteuert er und betont das Motto, das als eine Klammer für die beiden Termine gesehen und auf so vielfältige Weise interpretiert werden kann.

Natürlich steht AfroBeatsEurope für die Verbindung von afrikanischer und europäischer Musik – Weltmusik im allerbesten Sinn. Da werden Afrikaner zu hören sein, die sich Anklänge bei den Europäern holen und umgekehrt, der „Beat“ im Slogan steht natürlich auch für Rhythmus und könnte letztendlich sogar bedeuten, dass schwarze Musik die weiße schlägt, also übertrifft, wenn man sehr weit gehen möchte. „Zumindest treiben die Afrikaner die Europäer an“, resümiert Jörg Hoffmann.

Heißer Kultur-Sommer

Wer sich also ein bisschen auf das Thema und das Programm einlässt, weiß, dass es dieses Jahr sozusagen MIA 1 und MIA 2 geben wird. Und dass Altdorf durch die Festspiele und das Wallenstein-Rahmenprogramm ein wahrhaft heißer Kultur-Sommer erwartet. Das unterscheidet sich von den MIA-Acts nach Meinung der Soulbuddies: Vom Kinderchor über die Nürnberger Symphoniker bis zum berühmten Drummer Wolfgang Haffner hat man das kulturelle Programm auf der neuen Wallenstein-Bühne schon hin und wieder in Altdorf hören können.

Die Protagonisten aber, die bei MIA antreten, sind zum ersten Mal in der Region und: Sie sind weltklasse. Da sind sich die Vorstände sicher, die wie immer neue Klänge in die Stadt bringen wollen. Von daher ergänzt sich das Angebot aus hervorragenden Kulturschaffenden im Rahmen der Wallenstein-Festspiele und derer unter der MIA-Flagge auf besondere und harmonische Weise.

Musikalische Hochkaräter dank Sponsoren

Stolz sind die Buddies auch auf die ansehnliche Riege der Sponsoren und Unterstützer, 19 an der Zahl, die es möglich machen, dass die hochkarätigen Musiker zu unschlagbar günstigen Preisen gehört werden können. Und dass sie gezielt engagiert und extra eingeflogen werden: „Die kommen nicht deshalb, weil sie sowieso in der Nähe auf Tour sind!“

Bei der Programmgestaltung kommt eine ganz bewusste Choreografie zum Tragen, erklärt Günther Kraußer. So geht es los am 29. Juni um 20 Uhr im Wichernhaushof mit dem neunköpfigen Helsinki-Cotonou Ensemble, einer aufregenden Mischung aus fettem Funk, feinstem Afro-Beat und modernem Jazz. Nach dem Genuss dieses Bigband-Erlebnisses geht es raus in die Gassen, wo Soul-Lady Awa Ly aus dem Senegal einen Gang ruhiger einlegt mit Rhythm’n’Blues und Soul und einer Stimme, die unter die Haut geht.

Kostenloser Soul-Genuss

Sie ist kostenlos auf der Bühne in der Silbergasse zu erleben. Mit diesen beiden Gigs setzen die Veranstalter auf einen stimmungsvollen Sommerabend, selbstverständlich mit guter Verpflegung sowie einer Lightshow, die die Silbergasse illuminieren wird.

Eine andere Choreografie ist am 29. Juli im historischen Garten an der Prof.-Franz-Becker Straße ab 15 Uhr zu erwarten: Bei einem legeren Festival mit Picknickstimmung wird ein entspannter Nachmittag für die ganze Familie geboten, aber auch der mit erstklassiger Musik, fast ausschließlich aus eigener Feder der Musiker. Auch hier gibt es wieder afrikanische Speisen aus einem Foodtruck.

Sekou Koyate aus Guinea eröffnet um 16 Uhr die musikalischen Darbietungen mit seiner Kora, ein besonderes Instrument aus seiner Heimat, mit dem er Melodien mit Jazz-, Blues-, Soul-, Funk- und Afro-Pop-Elementen zelebriert. Nach dieser eher ruhigeren Präsentation lassen es um 18 Uhr zum Abschluss The Kutimangoes aus Dänemark noch einmal richtig krachen. Sie versprechen einen wilden Ritt durch die afrikanisch geprägte Musikwelt.

Karten gibt es bei allen Eventim- und ZAC-Vorverkaufsstellen sowie in der Buchhandlung Lilliput und auf www.mia-festival.de, wo man die günstigeren Earlybird-Tickets noch bis 31. Mai erwerben kann.

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